Donnerstag, 20. September 2012

SAW 4 (2007 Darren Lynn Bousman)


Jigsaw ist tot. Bei seiner Autopsie wird in seinem Magen jedoch eine Kassette gefunden, auf der er verspricht, dass die Spiele weitergehen werden. Denn Jigsaw und seine Assistentin hatten noch einen Gehilfen, der im Namen des Verstorbenen dessen Werk beendet. Die Weiterführung der Ereignisse betrifft sowohl allerhand Cops, als auch die Vergangenheit des Toten...


Erst Springfield Story und nun der Jigsaw Clan...

„Saw 4“ ist ein Tiefpunkt. Man mag von den Teilen 1 – 3 ja nun halten was man will, aber selbst Gegner der Filme müssten nach Sichten von Teil 4 zugeben, dass er wesentlich schlechter ist als seine Vorgänger. Woran mag das nun liegen?

Das größte Manko ist wohl, dass man akzeptieren muss, dass die Taten von einem Trio begangen wurden. Schon das Einbringen der Assistentin war eine halbgare Sache, musste man doch akzeptieren, dass zwei Geister eine ähnliche Erkrankung erlitten. Dass aber nun noch wer Drittes die Taten guthieß, ohne zu kotzen ausführen konnte, etc, das ist nun komplett unrealistisch. Bereits ein Mensch mit diesem sadistischen Verstand ist kaum zu glauben, nun also drei.

Nun ja, da die „Saw“-Reihe keinerlei Anspruch beinhaltet, hätte man darüber mit ganz viel Augenzudrücken vielleicht noch hinwegsehen können. Ich bezweifle mal dass es mir gelungen wäre, aber sagen wir nur mal vielleicht. Aber allerspätestens die Mittäterauflösung, auf die der komplette Streifen hinarbeitet, ist einfach enttäuschend, schlichtweg weil es ein Irgendwer war, der einem egal ist. Ein überraschendes Ende gibt es somit nach Teil 3 erneut nicht.

In Sachen Blut hat man den in diesem Punkt sehr extremen Teil 3 getoppt. Direkt die erste Szene übertrifft alles in den Vorgängern zuvor Gesehene, wenn in aller Seelenruhe die Autopsie Jigsaws zu sichten ist, mit allerhand Nahaufnahmen, Herumschlitzen und dem Zeigen diverser Körperinnerein. Das ist nur noch pures Draufhalten zur reinen Provokation. Ein Unterhaltungswert ist damit eigentlich nicht gegeben, lediglich über die reale Umsetzung darf man staunen. Hier durften sich Effektkünstler ordentlich austoben.

Zwar darf man lobenswert verkünden, dass auch Teil 4 seine Geschichte im Bezug der drei Vorgänger erzählt, das machte Teil 2 und 3 immerhin eine Spur interessanter, dieses Mal geht die Rechnung jedoch nicht auf. Um ein weiteres Mal werden Vorkenntnisse umgeschmissen, die sich nun mal an der bescheuerten Idee des weiteren Gehilfen klammern. Das ist alles weder glaubhaft noch einfallsreich. Letzteres müsste auch nicht der Fall sein, meine ich persönlich doch, die Fortsetzung hätte besser sein können mit einer ebenso einfallslosen Idee: einem Nachahmungstäter. Mit diesem einen neuen Anfang zu wagen, nachdem die Trilogie mit Teil 3 so schön abgeschlossen wirkte, wäre in meinen Augen die bessere Lösung gewesen.

Nicht nur dass man in Teil 4 allerhand Namen und Gesichter gezeigt bekommt, die man erst einmal für sich sortiert bekommen kriegen muss, hat man erst einmal raus wer noch mal wer war, verfolgt man deren Erlebnisse recht uninteressiert. Das Spiel gleicht einer Schnitzeljagd, findet also diesmal nicht in einem abgeschlossenen Territorium statt, und Ermittlungen führen in die Vergangenheit des verstorbenen Psychopathen, so dass nun die Exfrau des Mörders verhört wird, selbstverständlich ohne das Recht auf einen Anwalt und jegliche andere Rechte.

Die Rückblicke in Jigsaws Leben sind leider keineswegs interessant, verkommen viel mehr in Soapähnlichem Blabla mit der tragischen Geschichte um ein verlorenes, ungeborenes Kind. Schade, die Vergangenheit des toten Täters zu beleuchten ist eigentlich eine interessante Idee, einfach um den Mensch hinter dem Psycho zu zeigen (es muss ja nicht immer Hitler sein). Aber auch diesen guten Gedanken hat man in den Sand gesetzt. Das ist schon eine Leistung für sich, wenn man bedenkt, dass der selbe Kopf seit Teil 2 das Zepter hält und erst jetzt in Teil 4 wirklich alles versemmelt.

„Saw 4“ hat einige ekelige Szenen, damit dürfte er immerhin der Sparte des hartgesottenen Gorehounds gefallen, dem dies für ein zufriedenes Filmerlebnis reicht. Blutige Bilder allein öden mich an. Und da mich die Geschichte diesmal wirklich nur komplett gelangweilt hat, kann ich wirklich nur jeden von dieser dritten Fortsetzung abraten.


Trailer,   OFDb

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