Dienstag, 26. März 2013

DER HUND VON BASKERVILLE (1937 Carl Lamac)


Lord Charles Baskerville lauscht ängstlich dem Geheule im Moor, langsam glaubend an eine alte Familien-Legende, in welcher ein Hund durchs Moor schleicht und die Baskervilles tötet. Kurze Zeit später wird die Leiche des Lords gefunden. Neben ihr Fußabdrücke eines großen Hundes. Der Detektiv Sherlock Holmes wird zu Hilfe gerufen...


Ein häufiger Held ganz selten...

Über den von Sir Arthur Conan Doyle erfundenen Privatdetektiv Sherlock Holmes gibt es unzählige Verfilmungen, und selbst die berühmteste seiner Geschichten, jene um den „Hund von Baskerville“ ist um ein vielfaches verfilmt worden, aufgrund der Beliebtheit des Stoffes von allen Storys um Holmes gar am häufigsten. Ob nun stark abgewandelt und nur selten gewürdigt wie in der momentan stark beliebten, britischen TV-Serie „Sherlock“, oder ob relativ klassisch umgesetzt mit Peter Cushing in der Hauptrolle, so ziemlich jedes Jahrzehnt weiß eine Version der Geschichte vorzuweisen.

Zu den berühmtesten Schauspielern in der Rolle Holmes zählt Basil Rathbone, dessen bekannte Reihe ebenfalls mit „Der Hund von Baskerville“ begann. Aber die hier besprochene Verfilmung von Regisseur Carl Lamac erschien bereits zwei Jahre zuvor, und selbst in Deutschland war dies zu dieser Zeit bereits die dritte Verfilmung des Stoffes, allerdings die erste mit Ton. Für Lamac, der schon seit 17 Jahren als Film-Regisseur tätig war, gingen dem hier besprochenen Film über 70 weitere selbstgedrehte voraus. Insgesamt schaffte er es in seine Karriere auf 100 Filme. Ihm verdanken wir u.a. auch die frühe 30er Jahre Version vom Edgar Wallace-Krimi „Der Zinker“.

Sein „Der Hund von Baskerville“ hat mir leider nicht wirklich zugesagt, schafft Lamac es doch nie eine unheimliche Atmosphäre entstehen zu lassen, so steril und dialoglastig kommt seine Verfilmung daher. Warum man sich so viel Zeit für eine Vorgeschichte eines längst vergangenen Jahrhunderts lässt, zu Beginn des Filmes und in der Print-Vorlage mittendrin nur kurz angeschnitten, will mir nicht ganz klar werden. Was wie eine gute Idee klingt, hält nur auf und lässt einen durch die lange Vorgeschichte die daraufhin noch einmal in der angekommenen Zeit, in der alles weitergehen wird, erzählt wird, um so länger auf das Helden-Duo warten, das erst nach späten 25 Minuten in Form von Watson allein und gemeinsam mit Holmes erst nach 27 Minuten das erste Mal auftauchen darf..

Bei einer Laufzeit von 80 Minuten ist das schon recht spät zu nennen. Und wer die Geschichte kennt, der weiß dass es lange Zeit auch nur mit Watson weiter gehen wird, so dass die Präsenz von Sherlock Holmes insgesamt sehr gering zu nennen ist. Das ist auf der einen Seite schade, auf der anderen gesehen vielleicht aber auch doch nicht, ist die Rolle des Watson doch wesentlich besser gecastet als die von Holmes. Mag er optisch auch so gut in die Rolle passen wie Rathbone, schauspielerisch weiß Bruno Güttner so gar nicht zu überzeugen und gibt eine ähnlich erbärmliche Darbietung des Detektivs ab wie vier Jahre zuvor Reginald Owen in der US-Verfilmung einer anderen Holmes-Geschichte mit dem Titel „A Study In Scarlet“.

Watson hingegen ist mit Fritz Odemar recht gut besetzt. Der lässt seinen Watson nie all zu albern wirken wie es ohnehin eher die Amis gerne machen und hält die nötige Ballance zwischen Würde und Irrtümern. Im Gegensatz zu Holmes spielt er locker, vielleicht gar teilweise improvisiert, aber auf jeden Fall schauspielerisch auf einem anderen Niveau als die theoretisch wichtigere Rolle von Güttner, die man auch auf den objektiven Charakter gesehen nicht vollständig verkrampft hätte darstellen müssen. Würden seine Texte nicht wie abgelesen klingen, in einem Film in welchem die Ton-Technik mit ihrem viel zu leisen Klang ohnehin noch nicht zu überzeugen wusste, könnte ich mit diesem versteiften Stil noch leben, aber beides zusammen wirkt vernichtend.

Brav sagt man seine Texte auf in einer Inszenierung die mehr vom Theater als vom Medium Film hat und nach fast einem Jahrzehnt mit Ton noch immer viel zu stark an den Stil alter Stummfilme erinnert, was etwas widersprüchlich klingen mag, wenn man bedenkt wie dialoglastig „Der Hund von Baskerville“ ausgefallen ist. Sehr bieder deutsch guckt sich die Umsetzung eines Unterhaltungsfilmes, der während einer schweren Zeit in Deutschland aufgenommen wurde, aber glücklicher Weise auch nicht zum Propaganda-Film umfunktioniert wurde, sondern sich sehr eng an der Buchvorlage orientiert.

Nachgeplappert bedeutet nicht, dass man damit den Stil einer literarischen Vorlage gerecht wird. Denn dafür fehlt es der deutschen Erstverfilmung mit Ton an Grusel-Feeling, oder zumindest an einer packenden Kriminal-Handlung, die einen miträtseln lässt. Meiner Meinung nach läd gerade die Geschichte um den „Hund von Baskerville“ in seinen vielen Verfilmungen immer wieder dazu ein mitzuraten wer denn nun der Täter ist, in Lamacs Film interessiert das nicht die Bohne.

Filmhistorisch ist die hier besprochene Verfilmung dennoch einen Blick wert, spiegelt sich im Medium Film doch immer wieder der Zeitgeist wieder, und da ist es schon interessant zuzusehen wie hemmungslos Männer hier auf lockere Art politisch völlig unkorrekt über Frauen herziehen, lange vor der Emanzipation. Da mag die wichtigste Frauenrolle auch noch so taff agieren können, ihr Auftreten kann gegen das dominante Männergeläster nicht gegen halten und gibt der Verfilmung mit Blick von heute gar eine belustigende Seite.

Inszenatorisch reißt sich Lamac kein Bein aus. Routinemäßig dreht er die berühmte Holmes-Geschichte herunter, scheinbar mehr Auftragsarbeit als echtes Herzstück. Und im Heute angekommen wirkt ein solches Durchschnittsergebnis noch schwächer, gar dröge und damit schlecht. schlecht

Sonntag, 24. März 2013

DIE AKTE ALUMINIUM (2012 Bert Ehgartner)


Immer mehr Wissenschaftler bekommen die Ansicht, dass das im Alltag sehr praktische Aluminium längst nicht so harmlos ist wie bislang vermutet und gesundheitliche Schäden weit über das hinausgehen, als das was bei der Produktion in den Entwicklungsländern bislang bekannt ist...


Planet Alu...

Der Blick auf „Die Akte Aluminium“ kann einen schon erschrecken, stellt er doch die Lobby-Arbeit der Alu-Industrie den neuesten Forschungsergebnissen diverser Wissenschaftler auf aller Welt gegenüber, und da kann einem aufgrund der neuen Erkenntnisse schon anders werden, wenn man bedenkt wo Aluminium in unserem Alltag alles vorkommt.

Da mag manch einer an diverse Verpackungen denken, von der Dose bis hin zum Joghurtdeckel, eine mögliche Gefahr, die von diesen Produkten und von der Alufolie ausgehen könnte, wird im Film nicht thematisiert, scheint also nur in der Herstellung und deren Spätfolgen schädlich zu sein, ein Themenbereich der erst zur Mitte des Films vertieft wird. Die Nebenwirkungen, die Alu auf die Gesundheit in unserem westlichen Alltag hat, beziehen sich viel mehr auf die Bereiche Aluminium im Trinkwasser, in Pflegeprodukten, in Medikamenten und in der Verwendung bei Impfungen.

Letzteres kann man wohl als den harmlosesten Bereich bezeichnen, werden die Aluminiumteile beim impfen doch recht schnell vom Körper wieder entsorgt, bei einer kleinen Gruppe Menschen jedoch nicht. Und nach welchen Gesetzmäßigkeiten wer betroffen ist und wer nicht, ist noch nicht erforscht. Bedenklich ist das ganze dennoch, denn wie die wesentlich alamierenderen Bereiche Trinkwasser und Pflegeprodukte zeigen, kann sich Aluminium im Gehirn des Menschen festsetzen. Auch wenn es noch nicht vollständig bewiesen ist, so betont einer der wichtigsten Forscher zu gesundheitlichen Nebenwirkungen von Alu auf der Welt, dass es für ihn immer deutlicher wird, dass Aluminium im direkten Zusammenhang zur Alzheimer-Erkrankung stehe. Zwar würde die Krankheit auch ohne Aluminium existieren, aber längst nicht so früh auftauchend und so extrem greifend, wie in unserer modernen Welt üblich.

Dass Aluminium Allergien fördert, ist hingegen weit weniger spekulativ, ist der Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen doch bereits bewiesen. Das in späteren Generationen immer häufiger auftauchende Phänomen von Allergien lässt sich u.a. durch die häufige Verwendung von Aluminium in Medikamenten erklären, ein Thema das man bislang für harmlos hielt, so dass selbst schwangere Mütter zu Medikamenten mit Alubestandteilen griffen, und es aufgrund der Ignoranz der EU und diverser Lobby-Bereiche es auch bis heute noch legal tun.

Tierversuche aus der Kosmetika sorgen ebenfalls für bedenkliche Entdeckungen. Und der Gehalt von Aluminium in alltäglich verwendeten Deosprays steht für Forscher heutzutage im direkten Bezug zu Krebserkrankungen, was am Beispiel von Brustkrebs bei Frauen in „Die Akte Alu“ (Alternativtitel) etwas mehr vertieft wird.

So oder so, ähnlich wie der Eindruck zu Plastik nach „Plastic Planet“, wird einem beim Schauen immer klarer, dass es ein Fehler war ohne nötige Voruntersuchungen dem Aluminium, einem Stoff der in der Natur für Organismen keinerlei Verwendung findet, in unserem Alltagsbereich Tür und Tore zu öffnen und das sichere Eisen immer mehr durch Aluminium ersetzen zu lassen. So auch in der Bereinigung von Trinkwasser. Paris und andere internationale Städte reinigen ihr Wasser schon seit einiger Zeit nicht mehr mittels Aluminium, wurden sie von modernen Forschungen doch auf die neuesten Erkenntnisse gesundheitlicher Risiken in Verbindung mit diesem Verfahren aufmerksam gemacht. Man kann nur hoffen, dass viele Städte in Deutschland noch nachziehen werden, um Allergien und Krebserkrankungen vorzubeugen.

Wie zu solchen Themen üblich, so wird auch nicht darauf verzichtet die katastrophalen Folgen der Aluminiumgewinnung und -bearbeitung in den Entwicklungsländern aufzuzeigen, die wie so oft auf die Kosten des Lebensstandards und der Gesundheit der Ortsansässigen gehen, ob sie nun an der Arbeit mit Aluminium beteiligt sind oder nicht. Am übelsten wirken da die gezeigten Aufnahmen des Rotschlamms, der als unbrauchbares, hoch giftiges Restprodukt der Aluminiumbearbeitung auf einer Deponie landet, die längst nicht so geschützt ist wie sie wirkt und wesentlich mehr Fläche einnimmt, als die riesige Aluminiumfabrik, die ihn hervorbrachte. Fast schaut es sich wie ein Naturphänomen, wenn man die riesige rote „Landschaft“ beschauen darf, die nichts weiter zeigt als ein lebensunwürdiges, rein giftiges Fleckchen „Erde“.

Dass es wesentlich energieaufwendiger ist Aluminium herzustellen als zurück zum im Alltag etwas unpraktischen Eisen zu kehren, ist ein weiterer Aspekt den „Die Akte Aluminium“ thematisiert. Zwar ist Aluminium praktischer Weise bei der Wiederverwertung (bei einem Recycling-Anteil von beachtlichen wieder genutzten 95%) mit wesentlich weniger Energieverbrauch als bei der Erstgewinnung ein kostengünstigerer Stoff (und in der Natur auch wesentlich häufiger vorzufinden), aber die Hintergründe der Herstellung machen schon sehr deutlich, wie stark hier ärmere Länder ausgebeutet werden, Regenwald und Trinkwasser der Sache geopfert werden, und das lediglich für ein Produkt, dass zwar irre praktisch sein mag, streng genommen aber eigentlich nicht wirklich ohne Alternativen wichtig für unseren Alltag wäre.

Verzichten könnte man locker, ein Zurück ist bei seinem Siegeszug in unserem Alltag aber fast unmöglich, zumal viele Seiten die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch immer leugnen. Am relativ harmlosen Beispiel Impfung sieht man die Extreme dieses Themas, wird es dort doch bereits seit der zwanziger Jahre eingesetzt, und sorgt dort seit so langer Zeit, wenn auch nur bei einem kleinen Prozentsatz der Menschen, für bislang übersehene Nebenwirkungen. Aufgrund der geringen Anzahl an Betroffenen sieht man keinen Handlungsbedarf an den bisherigen Impfverfahren etwas zu ändern.

In den bereichen Deo, Make Up, Sonnenschutz-Creme und Medikamente kann sich der Konsument zumindest von alleine schützen, wird Aluminium schließlich unter den Zutaten dieser Produkte genannt, so dass man ihnen aus dem Weg gehen kann. Das Benutzen des örtlichen Trinkwassers ist jedoch einer der vielen Bereiche, die von diversen Institutionen abhängen. Hier liegt die Gesundheit der Bürger in den Händen von Menschen, die zu diesem Thema hoffentlich bald aufwachen werden, denn nach Sichten von „Die Akte Aluminium“ kann einem wie gesagt schon anders werden, so hilflos fühlt man sich. sehenswert

Samstag, 23. März 2013

BIS DAS BLUT KOCHT (Panman 2011 Tim Pilleri u.a.)


Mit einem Kochtopf über den Kopf gezogen getarnt und einem weiteren mit langem Griff in der Hand haltend bewaffnet geht der Panman um und bringt Koch-Studenten der Klasse von Professor Hunter um. Dieser schart kampfbereite Studenten um sich rum, um auf Rachefeldzug gegen den Panman zu gehen. Hunter weiß allerdings mehr über den dunklen Rächer als er seinen Begleitern mitteilt...


In die Pfanne gehauen...

Im Zuge der immer angesagter werdenden Trashwelle kommt es immer öfter zu DVD-Veröffentlichungen alter und neuer Werke, die auf ein Publikum hoffen, das ihnen bisher verwehrt blieb. Während Werke wie „Angriff der Killertomaten“ und „Schlock - Das Bananenmonster" sich längst einen Namen gemacht haben und Ideen wie „Angriff der Killerbratwurst“ und „Without - Ohne Äldern“ lediglich ein Dasein im Amateurfilm-Sektor führen, erscheinen in Deutschland bislang unbekannte Klassiker wie „Octaman“ und „Killer Klowns From Outer Space“ nach ihrer unentdeckten VHS-Präsenz auf DVD, und auch Neuerscheinungen überfluten den Markt.

Mag sich auch manches Mal ein Film wie „Ozombie“ einschleichen, der ernst gemeint ist und vom Konsumenten als Trash erhofft wurde, so ist vieles der Neuveröffentlichungen doch tatsächlich an den Trash-Fan adressiert. Doch während „Skeleton Man“ und „Waldile - Der schlimme Killer-Hund“ sich mit Trash-bezogenen Covertexten geradezu aufdrängen wollten und nur enttäuschen konnten, feierten Werke wie „Black Sheep“ und „Dead Snow“ ihren Siegeszug auf DVD, von der neuen Generation Trash-Fan gefeiert und aufgrund ihrer Partytauglichkeit oft geguckt.

Die kleinen und großen Perlen dieser Filmgattung bleiben jedoch weiterhin unbekannt. Filme wie „Auch Marsmenschen haben Hunger“ und „Invasion der Bienenmädchen“ liefen gerade mal auf Arte und erhielten keine DVD-Veröffentlichung, Werke wie „Big Harry" sind bislang nur auf VHS zu erstehen, und Titel wie „Octaman“ erscheinen unentdeckt bei einem kleinen Label, ebenso wie „Die Teufelsbestie“ und „Draculas Todesrennen“.

„Bis das Blut kocht“ schaffte es immerhin bis in die DVD-Abteilung einer größeren Supermarkt-Kette, ein Ort wo ich niemals solch einen kleinen Geheim-Tipp für Trash-Fans vermutet hätte, und wie man liest erschienen mit einem deutschen Titel, der ein anderes Publikum sucht. Versehen mit dem roten Siegel der Altersfreigabe, mit einem schlichten aber reißerisch blutigem Cover gestaltet und einen Titel tragend wie ein ernster Horrorfilm, wird er völlig falsch angepriesen. Da muss man erst auf die Rückseite des Covers gucken, um zu erkennen, dass da wer mit einem Kochtopf auf dem Kopf umherzieht um Rache zu nehmen.

Während beliebte Trash-Werke meist auf cool getrimmt sind und den Konsumenten in ihrer mit Distanz erzählten Geschichte ein wenig in Schutz nehmen, sind die von mir in diesem Text als interessant betitelten Trash-Werke (egal ob freiwillig Trash oder unfreiwillig komisch) kleine Bastarde, die sich keinem Publikum anbiedern und die unverkrampft erzählen was sie wollen. „Panman“, wie der hier besprochene Film im Original trotz fehlender Bratpfanne viel passender heißt, ist keine große Empfehlung geworden, aber immerhin die kleine Zwischendurch-Mahlzeit für den Filmfreund mit schlechtem Geschmack.

Die Idee an sich ist bereits Selbstläufer, sieht der Rächer mit dem Kochtopf auf dem Kopf doch zum schießen aus, und wird nach Einführung als böser Mörder auch gleich in Situationen gesteckt, in die er nicht hineingehört. In klassische Liebesszenen gehalten läuft er Hand in Hand mit seiner Angebeteten am Strand umher, und sie leckt ihm beim Küssen den Topf ab. Das macht Spaß, aber man kommt nicht umhin zu vermuten, dass ein solches Werk eher als Kurzfilm trumpfen müsste. Misstrauen macht sich breit, ob eine solche Geschichte auf Spielfilm-Länge lustig bleibt.

Und simsalabim, sie blieb es. Zwar läuft die eigentliche Geschichte nach 08-15 Muster ab (was sie als Parodie meiner Meinung nach aber auch ruhig sollte), und einen besonders großem Einfallsreichtum besitzen die Drehbuch-Verantwortlichen auch nicht wirklich, aber die Dosis netter Ideen reicht um nett unterhalten bis zum Abspann zu gelangen. Neben Gags mit großer Lachwirkung wie das Unbeantworten der Frage der Liebsten, dass er, der Panman, sie doch niemals töten würde, bis hin zu kleinen, eher plumpen Gags, wie der Verteidigung gegen den Panman mit Senf (der Klecks auf dem glänzenden Gesichtsschutz sieht einfach herrlich lustig aus) ist für den Freund alberner Komik allerhand vorhanden. Dass die Mordwerkzeuge immer irgendwie mit dem Thema Küche in Verbindung stehen und die Todesarten dementsprechend oft sehr grotesk ausfallen, muss ja eigentlich kaum noch erwähnt werden bei dieser Aufzählung.

Das Genre des Slashers selbst wird nur geringfügig parodiert. Wir haben den ewig schweigenden Killer, der sich dementsprechend klamaukig anderweitig mitteilen muss, wir haben eine völlig bescheuerte Hintergrundgeschichte, die uns erklärt wie der Panman zum Panman wurde, in welchem Rache-Storys a la „House Of The Butcher“ und Co parodiert werden, aber im Grunde wollte man eher auf der Basis eines bescheuerten Mörders ein wenig rumblödeln, so wie es in den 80er Jahren bereits „Was macht der Tote auf der Wäscheleine“ vormachte, aber auch so wie es heutzutage kaum noch ein Film wagt.

„Panman“ biedert sich keinem Publikum an. Man muss ihn entdecken und entweder annehmen oder nicht. Er ist weder cool noch nimmt er den Zuschauer mit seinem Trash-Verlangen in Schutz. Entweder man mag etwas, das viele andere peinlich finden und steht offiziell dazu, oder eben nicht. Mögen sich die heutzutage selbsternannten Freunde filmischen Mülls hinter eher konventionellen Schundfilmen wie „Dead Snow“ und „Evil Aliens“ verstecken, ich genieße am liebsten die besonders ehrliche Variante des Trash-Films, die nicht aus Mode zu Trash wurde, sondern aus der Freude unternehmungslustiger Filmschaffender geboren wurde, die eine schräge Idee einfach mal umsetzen wollten.

Dass man sich bei dieser Art Film oft in der Grauzone zwischen Amateurfilm und Profi-Produktion befindet, kann ich nicht abstreiten. Und Werke wie „Bis das Blut kocht“ werden dann ebenso wie „Junk - Resident Zombie“ und „Skinned Deep“ immer wieder mit schlechter Deutschvertonung bestraft. Aber das Gucken lohnt sich meiner Meinung nach dennoch, bieten diese Werke doch einfach mal etwas anderes, oder wenn nicht, dann Bekanntes auf schräge und unverkrampfte Art einmal im anderen Stil.

Dass solche Werke nicht den Massengeschmack treffen dürfte klar sein, aber eine Gesamtbewertung in der OFDb mit 2,87 Punkten bei 15 Stimmen und in der IMDb mit 2,6 Punkten bei 77 Stimmen stimmt schon ein wenig traurig, zeigt es doch nur, dass der heutige Trash-Fan entweder viel zu erwachsen geworden ist, oder dass der Cineast von heute nur noch Gewohnheits-Ware konsumieren möchte. Früher haben solche Werke zumindest innerhalb des Fan-Kreises ihr Publikum gefunden. unterhaltsam

Mittwoch, 20. März 2013

PROM NIGHT - DIE NACHT DES SCHLÄCHTERS (Prom Night 1980 Paul Lynch)


Bei einem Kinderspiel kommt es zu einem Todesfall. Die Kinder schweigen. Jahre später sind aus den Tätern Teenager geworden. Der Abschluss-Ball steht bevor. Doch ein Mörder trübt die Stimmung. Ist es ein ehemalig unschuldig Verurteilter? Oder gab es damals einen Zeugen?...


Der Möchtegern-Klassiker...

Bei "Prom Night" ist es ähnlich wie beim ersten "Freitag der 13." kaum noch nachvollziehbar, warum er seinerzeit so erfolgreich war. Routinierter kann dieses Billigprodukt kaum sein. Künstlerisch wertvolle Kniffe findet man gar nicht, und selbst die Stars Leslie Nielsen (der für eine im Vorspann erste Nennung kaum auftaucht) und Jamie Lee Curtis agieren maximal auf Durchschnittsniveau.

Für einen Film mit einem solchen Bekanntheitsgrad in der Horrorszene fällt vor allen Dingen die sehr unprofessionelle Umsetzung auf. In der ersten Filmhälfte habe ich 6 mal das Mikrofon im Bild gesehen. Und wenn der Killer 30 Minuten vor Schluss doch endlich einmal zu morden beginnt, bewegt er sich allen ernstes so flott, trottelig und selbst verletzbar, wie man es danach erst wieder in der parodistisch angehauchten „Scream“-Reihe erleben durfte. "Prom Night" ist hingegen bierernst umgesetzt, was abseits des von mir kritisierten Punktes positiv auffällt. Dem Film umweht eine trockene 70er Jahre-Atmosphäre (für ein 80er Jahre Feeling war es 1980 noch zu früh). Nach der recht netten Eingangssequenz ist es gerade dieser trockenen Atmosphäre zu verdanken, dass die darauf folgenden ereignislosen 50 Minuten guckbar bleiben, trotz Nichtigkeiten in der Story streckenweise sogar recht interessant.

Das klappt allerdings nicht die kompletten 50 Minuten, denn kurz bevor der Film im letzten Drittel endlich etwas Schwung bekommt, wird noch endlos zu schlechter Disco-Musik im arroganten und überheblichen damaligen Stil getanzt. Das ging nach einiger Zeit ziemlich auf den Wecker.

In der letzten halben Stunde legt der Killer endlich los, der dank seiner jugendhaften Bewegungsmöglichkeit trotz Maske längst vom aufmerksamen Zuschauer enttarnen wird. Nun erleben wir ein paar spannende, wenn auch routinierte, Verfolgungsjagden. Wenn die Opfer sich verstecken oder fliehen sind das die Höhepunkte des ansonsten so mageren Streifens. Solche Momente sind nur leider von kurzer Dauer. Mal mehr mal weniger hart werden die Opfer ins Jenseits befördert von einem Mörder, der im Gegensatz zu seiner Konkurrenz aus selbiger Kinozeit eine wirkungslose Gesichtsbekleidung beschert bekam.

Das Finale kommt dann relativ unspektakulär daher, was durch die Vorhersehbarkeit der Mörderaufdeckung noch lahmer als ohnehin ausfällt. Toll war das nicht. Seinem Bekanntheitsgrad wird das Werk nicht gerecht, und nach Sichtung bin ich sehr zuversichtlich, dass die Neuverfilmung besser sein dürfte als dieser uninspirierte Murks. mittelmäßig


NACH 7 TAGEN AUSGEFLITTERT (The Heartbreak Kid 2007 Bobby Farrelly u.a.)


Eddie ist seit langer Zeit überzeugter Single, bis Freunde und Verwandte ihm irgendwann den Floh ins Ohr setzen, dass er einsam sterben würde, wenn er sich nicht endlich fest bindet. Als er der sympathischen und attraktiven Lila begegnet, macht er ihr schneller einen Heiratsantrag als gut für ihn wäre. Denn in den Flitterwochen entpuppt sich die Traumfrau als Alptraum. Und im Hotel lernt Eddie zudem seine wahre Liebe kennen: Miranda...


Verrückt nach Miranda...

Wie so ziemlich jeder Farrelly-Film hat auch dieser kaum eine Geschichte. Mal funktioniert das, mal nicht. So überdurchschnittlich gut wie in „Verrückt nach Mary“ war es nur das eine mal. Andere Werke gleicher Qualität der humorvollen Brüder waren „Osmosis Jones“ und „Schwer verliebt“, quasi beides Werke auf anderen Spuren.

„Nach 7 Tagen ausgeflittert“ ist jedoch eine Farrelly-Komödie in klassischer Form. Sie weiß zu unterhalten, aber sie bietet auch nichts derart außergewöhnliches, das man irgendwann wiedersehen oder im Kopf behalten möchte. Sie bietet auch nichts, was sie von Vergleichsfilmen wie „Ich, beide und sie“, „Dumm und dümmer“ und „Kingpin“ unterscheiden würde. Das sind alles nette Filme, aber keiner von ihnen bietet im Vergleich zueinander etwas neues.

Das ist in so fern schade, als dass Ben Stiller wieder mit an Bord ist, wohl einer der talentiertesten Humoristen Amerikas zur Zeit. Auch er wirkt hier nicht ganz so frisch und fröhlich wie sonst, weiß durch seine professionelle Routine aber dennoch zu überzeugen. Sein Kumpel Owen Wilson ist diesmal nicht dabei, stattdessen hat Stiller seinen Vater an seiner Seite agieren, den die meisten wohl am ehesten als Arthur aus „King Of Queens“ kennen. Der spielt stark angelehnt an seine bekannteste Rolle, sie ist dank gewollter Sexualprovokationen allerdings nicht so witzig wie in der überdurchschnittlichen Sitcom.

“Nach 7 Tagen ausgeflittert“ erzählt eine einfache Geschichte, die brav die Geschehnisse ohne große Abschweife abarbeitet, mit den farrellyüblichen Zeitsprüngen und Abartigkeiten. Das ist witzig zu gucken, wobei es die großen Lacher nicht so häufig gibt wie gut für diese Komödiengattung wäre.

Gut herausgearbeitet ist der Übergang vom verliebt zum genervt sein. Und die letzte halbe Stunde verläuft überraschend anders als erwartet, auch wenn das Happy End nicht fehlen darf. Aber es findet auf Umwegen statt, erneut mit einem Zeitsprung und einer Schlusspointe, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ohne diese zu verraten, möchte ich dazu nur folgendes sagen: Die Pointe ist in so fern genial, als dass sie dem Charakter Stillers gerecht wird. Wer da geschockt ist, hat nur zu blauäugig mitgeguckt.

Laut OFDb-Eintrag fehlt leider ein sehr genialer Schlussgag zum Thema Koksen, dafür erwartet den Zuschauer, der nicht direkt abschaltet, ein eher unwitziger Gag in der Mitte des Abspanns, der uns zeigt welcher Liebschaft die Verflossene nachgeht.

Bleibt nur zu sagen, dass die Farrellys auf üblichen Pfaden wandern. Wäre ihr Humor im allgemeinen nicht so mutig, würde man wohl davon sprechen können, dass sie auf Nummer sicher gegangen sind. Für eine solche Aussage ist ihr Humor jedoch viel zu provokativ, auch heute noch, wo man sich mehr oder weniger daran gewöhnt hat. Etwas mehr Pfiff in der Story täte dennoch Not.

Schon die eben erähnten Vergleichsfilme waren zwar lustig, aber wegen der Storydefizite auch irgendwie anstrengend zu sichten. Und genau dort reiht sich „Nach 7 Tagen ausgeflittert“ ein. Das bedeutet aber immerhin, dass der Fan dieser Filme auch hier unbesorgt zuschlagen kann. unterhaltsam

OPEN WATER 2 (2006 Hans Horn)


Eine Gruppe Freunde feiert zusammen mit Gästen auf einer Yacht einen Geburtstag. Vergnügt hüpft man zum schwimmen ins offene Meer. Die wasserscheue Amy wird von ihrem Exfreund unfreiwillig mit ins Wasser gestoßen. Nun ist nur noch Amys Baby an Bord. Dummerweise hat keiner eine Leiter ins kühle Nass gelassen, damit man wieder hoch kommt. Um ihr Leben ringend, versucht die Gruppe wieder irgendwie an Bord zu kommen...


Den Versuch nach oben zu kommen gibt es nicht nur im Karrierebereich...

Betrachtet man sich die Welt, kann man beobachten dass es auch immer wieder dumme Menschen gibt. Diese hängen auch häufig miteinander rum, so dass es nicht unbedingt unglaubwürdig sein muss, dass eine komplette Gruppe aus intelligenzfreien Zeitgenossen besteht. Schaut man sich die Clique aus „Open Water 2“ an, so wirkt die Charakterzeichnung jedoch nicht passend zu dem dummen Getue, das sich der Zuschauer 90 Minuten lang angucken muss. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gruppe Durchschnittsmenschen alle im selben Bereich geistige Armut beweisen, ist recht gering. Deshalb ist Horns Film nicht gerade glaubwürdig erzählt. Akzeptiert man aber einmal den Geisteszustand der Gruppe junger Männer und Frauen, weiß „Open Water 2“ zu packen und das nicht einmal schlecht.

Immerhin die Rolle der Amy, Identifikationsfigur des Streifens, macht zunächst einen nicht ganz so blöden Eindruck. Ein Eindruck der schnell verschwindet, sobald man beobachten darf, was die Denkverweigerer im Wasser so alles anstellen. Nur ein relativ geringer Teil dessen was im Wasser passiert hat mit ernstzunehmenden Versuchen an Bord zu kommen zu tun. Vieles Naheliegende wird nicht versucht oder erst zu spät, gute Ansätze werden durch zusätzliche Idiotien zunichte gemacht.

Scheinbar wollte man provokativ einen 90-Minüter drehen, da durften unsere Anti-Helden halt nicht so schnell den Weg zurück an Bord finden. Schade, denn auf 60 Minuten hätte „Open Water 2“, der anbei nichts mit Teil 1 zu tun hat, glaubhaft sein können, und wäre damit ein richtig guter Film geworden, denn der Spannungsgehalt dieses Thrillers ist auch im Hohlzustand enorm.

Man durchlebt gemeinsam mit den auf dem Wasser treibenden Gestalten emotionale Entgleisungen und zärtliche Momente, und diese werden gepaart mit einem Spannungsbogen, der es in sich hat. Teilweise kann man sich mit der Gruppe und der Situation in der sie sich befinden identifizieren, oft geht dieses Gefühl wieder verloren, wenn die Dummheit siegt. Höhepunkt dürfte wohl der Versuch sein, anhand zusammengeknoteter Badewäsche die Yacht zu erklimmen, und man dabei zusehen darf, wie der Schwerste der Gruppe hinaufklettert.

Handwerklich ist „Open Water 2“ o.k. zu nennen. Er bietet zwar keine brillanten Bilder, spielt kaum mit der Tiefe und Weite des Meeres, aber es gelingt die monotone Umgebung auf solch langer Laufzeit nicht zur optischen Langeweile werden zu lassen. Die Musik ist Routine, passt aber zu den Situationen, und die Darsteller sind auch o.k., nicht mehr, nicht weniger. Einziger Wermutstropfen in der Inszenierung selbst, ist der amerikanische Eindruck. Klar, hier wurde mit ausländischen Schauspielern gedreht, und die Fahne auf der Yacht verrät auch die Herkunft der Protagonisten, aber ein Amifilm über Deutsche in Deutschland hat auch immer einen amerikanischen Touch, wieso wurde dann diese deutsche Produktion so völlig undeutsch umgesetzt?

Horns Thriller guckt sich nicht wie ein deutscher Film, er imitiert das Erfolgsrezept Amerikas, das längst zum Stillstand gekommen ist, von der breiten Masse bisher nicht bemerkt. Richtig ärgerlich wird dieser Zustand dann, wenn die Figuren des Filmes splitternackt werden, um die Aktion mit der zusammengeknoteten Badewäsche zu versuchen, und die Kamera auf Ami-Art jegliche Nacktheit umgeht. Deutsche Produktionen hatten noch nie Probleme damit nackte Menschen zu zeigen. Und auch der Pillemann männlicher Schauspieler war nie Tabu. Doch nun mit Blick auf den internationalen Markt kuscht man in diesem Bereich, um ein paar Euro mehr zu erhaschen. Peinlich, erst recht wenn man bedenkt welchen Hintergrund das Umgehen der Nacktheit in Amerika hat. Muss man für ein paar Kröten denn gleich die eigene Kultur vergessen?

Letztendlich macht Horn mit diesem Fehler und der Idiotien im Drehbuch aus einem sehr spannendem Film lediglich ein Stück Routine. Wer über die unangenehmen Punkte hinwegsehen kann, wird mit „Open Water 2“ puren Nervenkitzel erleben. Der Rest erlebt ein Wechselbad von Mitfiebern und Augen verdrehen. unterhaltsam


Trailer,   OFDb

REEKER (2005 Dave Payne)


Auf dem Weg zu einer Party bleibt das Auto einer Gruppe Jugendlicher stehen. Man findet Unterschlupf in einem leer stehenden Motel. Dort geht ein ominöser Mörder um...


Es muss nicht immer Bates sein...

Weniger ist mehr! Das sollten sich manche Filmschaffende hinter die Ohren schreiben. „Reeker“ ist das perfekte Beispiel: Man hat talentierte Teen-Darsteller (was ja im Teen-Horrorbereich eher eine Seltenheit ist), man hat eine wunderbare Location und man hat ein gutes Killer-Outfit. Anstatt nun auf klassisch ausgelatschten Killerfilm-Pfaden zu wandern, um das 10-kleine-Negerlein-Prinzip zu erzählen, wählte man die neuerdings aktuellere Methode (die ja eigentlich mittlerweile auch relativ ausgelatscht ist): Alles was man sah wird im Finale über Bord geworfen, um eine andere Wirklichkeit zu präsentieren.

Das dumme ist nur, dass wenn ein Film derart mit Hinhalten und ominösen Dingen arbeitet wie „Reeker“, man genau dies bereits vermutet. Und wo Filme wie „The Sixth Sense“ ohne ewiges Hinhalten funktionieren, weil sie mit einer anderen Erzählung ablenkten, wird einem bei „Reeker“ doch bewusst, dass die anfängliche Spannung und Neugier, die sich so wunderbar aufbaute, ewig versucht wird aufrecht zu erhalten, um irgendwann die Überraschung aus dem Ärmel zu ziehen. 

Dieser Leerlauf kann aber nicht ewig funktionieren. Doch die Auflösung darf es erst am Schluss geben. Also wird der Zuschauer hingehalten (sonst müsste sich der Drehbuchautor eine gute Geschichte ausdenken! Das kann man nun wirklich nicht von ihm erwarten). In der Hoffnung dass das Ableben der Figuren die Zeit überbrückt, erzählt „Reeker“ seine aktuelle Erzählweise mit etwas Hilfe der klassischen. Und das ist nun der größte Fehler. Der fertige Film weiß zwar zu unterhalten, der große Wurf ist auf diese unausgegorene Art allerdings nicht entstanden.

Man wollte unbedingt besonders anspruchsvoll sein. Dabei wäre das simplere Konzept, gerade mit der Art Killer wie wir sie hier sichten (Totenmaske, Bohrer-Mordwerkzeug), wesentlich effektiver gewesen. Und Hand aufs Herz: Das aktuelle Konzept der anderen Wirklichkeit ewig zu kopieren spricht auch nicht gerade für Anspruch - nicht mehr!

Nun ist „Reeker“ kein Komplettreinfall geworden wie „Soul Survivors“, der ebenfalls auf die neue „Nichts ist wie es scheint“-Mystery-Welle aufgesprungen ist. Dennoch muss man mit „Reeker“ schimpfen, weil einfach unheimlich viel Potential verschenkt wurde. Meiner Meinung nach hätte man den Hintergrund des mordenden Wesens auf klassische „Halloween“-Art ausrichten sollen. Mit diesem Hintergrund hätte es für die Zeit zwischen Einführung und Finale auch mehr Füllmaterial gegeben. Auch wenn man ähnliches schon oft gesehen hat.

„Reeker“ ist am Schluss dem Zuschauer nach Auflösung noch die ein oder andere Erklärung schuldig. Das Ende ist trotz bemühter, und teilweise gelungener, Erklärungen lückenhaft. Ich möchte allerdings noch einmal betonen, dass wir es hier nicht mit einem totalen Reinfall wie „High Tension“ zu tun haben. Im Gegensatz zu diesem überschätzten Film ist der hier besprochene wenigstens mit seiner „Überraschung“ nicht lächerlich und unlogisch. Und gerade das Einbringen einer sehbehinderten Rolle gibt der ganzen Sache noch zusätzlichen Pfiff. Es bedarf halt nicht immer des großen Kniffs.

Trotzdem, ewig die gleiche Brühe a la „ Identität “ und „The Others“ geht mehr auf den Senkel, als die andere ewig gleiche „Killer geht um“-Brühe. Die tut nämlich wenigstens nicht so, als habe sie einen überraschenden Schluss parat. Wer bei „Reeker“ von einem intelligenten Werk spricht, dürfte auch jeden Philosophen-zitierenden Menschen für klug halten. Kopieren hat nichts mit Intelligenz zu tun. Ein Glück dass mancher Film auch geistfrei zu unterhalten weiß. unterhaltsam


Trailer,   OFDb

BLACK CHRISTMAS (2006 Glen Morgan)


Die Mädels einer Studentenverbindung werden nach und nach massakriert von einem Mann, der einst im Haus der Studentenverbindung hauste und seine Mutter und deren Geliebten tötete, nachdem diese ihn zum Psychopathen machten. Doch was ist mit der jüngeren Schwester, die er hatte?...


Er ist heim gekommen...

Wenn man das Original einer Neuverfilmung nicht kennt, hat das den Vorteil, dass man unvoreingenommen an das Remake herangehen kann, man weiß aber nicht, ob die Fehler dort schon das Original schmückten. „Black Christmas“ von 2006 ist auf jeden Fall ein unausgegorenes Stück Horrorfilm geworden, dem man nicht ganz ansehen kann, was er eigentlich will. Am Ende wirkt er lückenhaft, teilweise sehr unlogisch und holprig erzählt.

Dabei ist es gerade letzter Punkt, der ihn zunächst so angenehm gucken lässt. Das übliche Slashermuster geht man nur bedingt an. Orte und Personen werden ebenso häufig gewechselt wie Zeiten. Man merkt Morgan an, dass der Film keine Dutzendware werden sollte. Trotz aller Bemühungen das Werk anders wirken zu lassen, ist es aber genau das geworden. Mag es das Einmischen der Produzentenseite gewesen sein oder Morgans eigenes Unvermögen? Wurden Szenen nachgedreht oder das fertige Werk umgeschnitten? Ich weiß es nicht, aber irgendetwas stimmt damit nicht.

Da heißt es die Menschen hätten schon lange in den Wänden gehaust. Und die haben nie was getan? In welchem Jahr war dann der Ausbruch aus der Irrenanstalt? Ein Fehler in der deutschen Übersetzung? Was soll die Aussage mit der längeren Anwesenheit der Täter? Etwas falsch oder ungenau Übernommenes aus der ersten Verfilmung?

Schade dass es der Hintergrundgeschichte ebenso lückenhaft ergeht, wenn man erfahren darf wie Billy zu dem Unmenschen wurde, der er nun ist. Dass man ihn aufgrund seiner gelben Hautfarbe vor der Welt versteckte ist noch glaubhaft. Aber wurde dies mit dem normal aussehendem Töchterchen auch gemacht? Weiß sie von Billy? In einer Szene macht es den Eindruck, dass ihr im Kinderalter die Anwesenheit Billys auf dem Dachboden nicht bewusst ist. Hat sie nie etwas entdeckt? Und konnte sie wenn Entdeckungen weiterplaudern oder war sie ebenfalls Gefangene im eigenen Elternhaus? Fragen, die nicht beantwortet werden. Der leicht themenähnliche „Haus der Vergessenen“ von Wes Craven guckt sich wesentlich angenehmer.

Aus der merkwürdigen Hautfärbung Billys wurde wenig Potential herausgeholt, zumal Andy aus „Dead Of Night“ wesentlich unheimlicher wirkt als der blassgelbe Billy aus „Black Christmas“. Nur in wenigen Szenen sorgt sein ungewohntes Aussehen für unheimliche Szenen, meist wenn man nur die gelbe Haut um sein Auge durch ein Loch erhaschen kann.

Was dem Film fehlt um in solchen Punkten besser zu wirken ist die unheilvolle Stimmung, die Gruselatmosphäre. „Black Christmas“ ist einfach nicht spannend, was sehr schade ist, da er sich in der ersten Stunde recht angenehm guckt. Sein gelbes Gesicht im kleinen Sichtfeld einer zugeeisten Autofensterscheibe mag für einen kurzen Schocker herhalten. Als einziges Gruselelement in einer sonst routinierten Atmosphäre ist die Wirkung einer solch nett klingenden Szene jedoch wesentlich geringer als dessen was machbar wäre.

Dennoch ist „Black Christmas“, die Neuverfilmung von „Jessy – Die Treppe in den Tod“, teilweise recht geglückt umgesetzt. Von der Existenz einer Schwester bzw. einer Tochter von Billy erfährt man recht spät. Das weckt Vermutungen. Was wurde aus ihr? Ist sie Teil der Studentenverbindung? Und falls ja: Opfer oder Täter? Arbeiten beide zusammen oder ist nur einer der Täter? Ist Billy auf Schwesterherz gut oder schlecht zu sprechen? Obwohl man Billys Ausbruch miterlebt, fragt man sich ob seine Schwester der Täter ist und er doch nicht. Durch die gewollt wirre Erzählweise ist vieles Spielerei mit dem Zuschauer und somit alles möglich. Das macht Spaß, das weckt Neugierde zum Dranbleiben.

Der Ausbruch Billys selbst gehört zu den atmosphärischsten Stellen des Streifens inklusive der Irrenhausszenen, die dieser voraus gehen. Die Situationen in der Studentenverbindung sind alle recht routiniert umgesetzt, nie zu gut oder zu schlecht, um eine Extreme zu erreichen. Die weiblichen Darsteller sind nicht hilfreich beim Erwerb von mehr Qualität. Sie alle können nicht schauspielern, was im völligen mimischen Unvermögen gipfelt, wenn die Ladys auf eine geköpfte Person stoßen. Aber wer hätte im kleinen Horrorfilm für zwischendurch bei Teendarstellerinnen schon mit Schauspielprofis gerechnet?

Glen Morgan gelang nur drei Jahre zuvor die geglückte Neuverfilmung eines anderen Horrors aus den 70er Jahren. Es war „Willard“, der zwar glattpolierter als sein Original war, aber zu überzeugen wusste. „Black Christmas“ weiß dies nur phasenhaft und selbst dann nur beim Genrefreund. Am Ende ist man fast so schlau wie vorher und wird mit Lücken in der Geschichte allein gelassen, die man gerne geklärt gehabt hätte, bevor der Abspann erscheint. Ein wenig Frieden schließt Morgan mit einem düster umgesetzten Zusatzfinale im Krankenhaus. Damit allein ist der Film aber freilich auch nicht mehr zu retten. mittelmäßig


Trailer,   OFDb

CANNIBAL DEAD - THE GHOULS (The Ghouls 2003 Chad Ferrin)


Ein heruntergekommener Mann, der pausenlos diverse Formen von Drogen einwirft, fängt nachts mit der Kamera Bilder von Gewalttaten und anderen Schicksalen ein, um sie an das Fernsehen zu verkaufen. Eines Tages stößt er auf eine unglaubliche Story: Wesen, die aussehen wie menschliche Albinos, fallen über eine Frau her und fressen sie. Der Kameramann geht der Sache nach...


Abschaum der Nacht...

Nachdem der Film recht schleppend und mies synchronisiert losging, hatte ich wenig Hoffnung, dass aus ihm noch etwas interessantes wird. Aber man wird von Amateurwerken und semiprofessionellen immer wieder überrascht. Zwar kann das was dem schleppenden Anfang folgt das Ruder nicht mehr komplett herumreißen, eine Empfehlung meinerseits bleibt also aus, aber „Cannibal Dead – The Ghouls“ bessert sich.

Da der komplette Film nur unsympathische Charaktere auffährt, stört es auch nicht weiter, dass die Identifikationsfigur ein Arschloch ist. Obwohl kleine Hintergründe aufgezeigt werden und es winzige Lichtblicke in seinem Charakter gibt, bleibt dies auch so. Das heißt, dass „Cannibal Dead“ nicht wie viele Profiproduktionen seines Landes moralisch wird, oder in harmloserer Form den Wandel einer fragwürdigen Hauptfigur zeigt.

Unser Antiheld lebt vom Elend der anderen. Zwei Schuldige auf verschiedenen Ebenen dieses fragwürdigen Geschäfts schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Die Hauptperson sättigt ihr Gewissen, in dem sie sich einredet, es gäbe keinen anderen Weg vom großen Kuchen etwas abzubekommen. Die Kritik an der Art amerikanischer Berichterstattung (die ihren Weg dank Privatfernsehen ja auch in unsere Breitengrade gefunden hat) ist überdeutlich. Die Horrorgeschichte wird an den Rand gedrängt und ist nur Ausrede um auf diese Fragwürdigkeit hinzuweisen.

Die Botschaft kommt an, und sie schmeckt nicht säuerlich, wirkt sie doch ehrlich, auch wenn sie nicht professionell umgesetzt wurde. „Cannibal Dead“ mag aufgrund seines Genres ebenfalls blutige Bilder zeigen, doch einem Film mit dieser Botschaft dies zum Vorwurf machen kann wohl nur der, der Kunst nicht von Blutgeld und Voyeurismus unterscheiden kann.

Dass der Horrorpart zweite Geige spielt mag Fans des Genres verärgern, zumal man sich als Fan gerade bei amateurhaften Filmen das erhofft, was „Cannibal Dead“ nur aufleuchten lässt. Ich habe zwar nur eine angeblich geschnittene Fassung gesehen. Aber erstens gab es keine erkennbaren, störenden Schnitte, wie jene, die sich TV-Sender erlauben, um Filme zur falschen Uhrzeit zu senden, und zweitens gab es Ekelbilder, die deutlich genug waren. Sollte da was fehlen, wüsste ich nicht, warum das eine rausflog und das andere nicht. Ich denke mal es fehlen Dialogszenen oder andere Unnötigkeiten. Vielleicht ist „Cannibal Dead“ auch wieder eines der positiven Beispiele von Schnittkunst. In einer längeren Fassung wäre der sehr trocken erzählte Film sicherlich nur schwer guckbar. Und er ist in der geschnittenen Fassung schon keine rasante Achterbahnfahrt.

Das will er auch gar nicht sein. Regisseur Ferrin lässt sich viel Zeit für die Geschichte, gibt der Hauptfigur genügend Raum, um sich zu entfalten, und erzählt seinen Film der Handlung und nicht des Publikums wegen. Das ist alles schön und gut, jedoch für meinen Geschmack etwas arg zäh erzählt, zumal ich auch die Hauptrolle nicht ideal besetzt fand. Der Kerl wirkt, als hätte sich der "Man-Eater" in den Film verlaufen und versehentlich die Seiten gewechselt.

Für einen nicht professionellen Film geht seine Darstellung jedoch in Ordnung, immerhin wirkt sie nicht amateurhaft. Das kann man vom Rest eigentlich auch behaupten. Lediglich das Videobild verdeutlicht die Kostengünstigkeit dieser Produktion und die Art, wie der Abspann gestaltet wurde. Wir Deutschen haben etwas mehr Pech, denn wie oben erwähnt ist die Vertonung unter aller Sau geschehen. Falls es das gibt, sollte man „Cannibal Dead“ im Original mit deutschem Untertitel sichten. Auf der von mir erstandenen DVD gab es diese Möglichkeit jedoch nicht.

Ferrins Werk ist nicht sonderlich spannend und sehr langsam erzählt. Auf simple Art weiß er dennoch zu packen, auch wenn er in letzter Konsequenz eher in die Belanglosigkeit abdriftet, schade und so gar nicht zur Gesellschaftskritik passend, mit der das Werk fortlaufend aufrütteln will. Hierfür werden ganz selten auch besondere Methoden angewendet. Als Beispiel hierfür sei nur einmal auf den Abspann verwiesen, der auf seine ganz eigene Art verdeutlicht, wie unübersichtlich Informationen werden, wenn man einen damit zuschmeißt. mittelmäßig

CHILDREN OF THE LIVING DEAD - ZOMBIE 2001 (Children Of The Living Dead 2001 Tor Ramsey)


Matthew Michael kauft sich eine Farm ohne zu wissen, dass diese damals von Zombies heimgesucht wurde. Matthew lässt den angrenzenden Friedhof abreißen und weckt damit den Zorn der Toten – und die Toten selbst...


Zombie 90 2001...

Erstaunlich wie kaputt eine Synchronisation einen Film machen kann. Manche deutsche Firmen sollten sich für ihre Veröffentlichungen in Grund und Boden schämen. Ähnlich erging es "Junk - Resident Zombies", der im Gegensatz zu diesem kleinen Filmchen hier dennoch guckbar, ja sogar richtig nett war. Das lag aber auch daran, dass er etwas individueller wirkte als "Children Of The Living Dead" und auf Humor setzte.

Allein die Vorgeschichte dieses Filmchens besteht aus endlosem Zombieabknallen, wie es monotoner nicht sein kann. Das hat man schon 1000 mal gesehen, und um einen Film in die Gänge zu kriegen ist dies dann sicher auch die falscheste Methode. Eine extrem peinliche, prollige und brummige Stimme, die schlimmste von allen, macht dann auch noch ausgerechnet die Rolle Tom Savinis kaputt, dem Genre-Prominenten. Allerdings steht dessen Name im schauspielerischen Bereich ohnehin nicht für Qualität. "Forest Of The Damned" war trotz seiner Anwesenheit bereits unterstes Mittelmaß.

Immerhin wirken die Zombies, auch wenn sie schlicht gemacht sind. Etwas Gummi, etwas Make Up und schnell noch die Schrumpelhaut-Handschuhe übergezogen, simsalabim ist der Zombie auch gleich fertig. Was soll’s, es sieht zumindest putzig aus.

Die Geschichte an sich ist recht simpel angelegt, blutig geht es auch zur Sache, aber selbst ohne die schlimmen deutschen Stimmen könnte der fertige Film maximal nur als mittelmäßig durchgehen, wenn überhaupt. schlecht


THE CORE - DER INNERE KERN (The Core 2003 Jon Amiel)


Der Erdkern dreht sich nicht mehr. Der Weltuntergang steht bevor, und die Vorzeichen zeigen sich durch ungewöhnliche Naturkatastrophen. Ein Team brillanter Menschen reist mit einer Rakete ins Innere der Erde, um den Kern zu reaktivieren...


Modernes Kino im Geiste der 60er...

Die Story ist Humbug und erinnert an ähnlich schräge Ideen aus den 60er Jahren, z.B. an „Ein Riss in der Welt“. Der naheliegendste Vergleich scheint auf dem ersten Blick hin Richtung Jules Vernes zu gehen. Doch beim Sichten merkt man schnell, dass „The Core“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wenig gemein haben.

Bei Vernes entdeckte man eine fremde Welt, in Amiels Werk wird dieser Bereich nur kurz angerissen. Dafür ist „The Core“ viel zu rasant, und wenn man dies bedenkt, kann man sich glücklich schätzen, dass für einen actionhaltigen Film überhaupt so viel Raum für den Bereich Forschung bereit gehalten wurde.

Das Innere der Erde bleibt einem, bis auf wenige Szenen in denen die Mannschaft stoppen muss, ziemlich unbekannt. Während der Fahrt selbst guckt sich das Erdmaterial wie der Körper des bereisten Mannes aus „Die phantastische Reise“. Nur dass das dort Gezeigte realistischer wirkte und zudem noch besser getrickst war. „The Core“ setzt einem Computereffekte vor, die schon 2003 eine Beleidigung waren. Bis auf einige Naturkatastrophen ist in diesem Bereich fast alles eine Enttäuschung.

Mir als Freund der Serie „Lexx“ sind Spezialeffekte ohnehin meist schnuppe, solange der Rest vom Rezept aufgeht. Und dieser Science Fiction-Katastrophenfilm macht so einiges richtig. Man kümmert sich wenig um die Unsinnigkeit der Geschichte, guckt dass das Tempo immer rasant bleibt, achtet gleichzeitig aber auch darauf, dass die Figuren nicht zu kurz kommen. Letztendlich hätten sie etwas mehr Persönlichkeit vertragen können, aber in diesem Punkt ist „The Core“ wie die 60er Jahre-Werke angelegt: Persönlichkeit wird zurückgeschraubt, im Vordergrund steht die große Sache, für die es zu kämpfen lohnt.

Leider macht dies „The Core“ nicht nostalgisch, wie man vielleicht meinen könnte. Amiel will einen modernen Film zeigen, dabei wäre er mit etwas Augenzwinkern und einer Liebkosung der Beiträge vier Jahrzehnte zuvor, wesentlich besser gefahren.

Überraschungen bietet die Geschichte um die Reaktivierung des inneren Kerns kaum. Die Reihenfolge des Ablebens der Personen lässt sich voraus sagen, die Figurenkonstellation ist nach bekanntem Strickmuster aufgebaut, die komplette Geschichte trumpft nicht durch Einfallsreichtum, und wenn man sich in diesem Gebiet versucht, dann präsentiert man nur wuchtige Ideen, welche den modernen Kinogänger vom Sessel reißen sollen. Viel Bumbum, Quantität statt Qualität! Aber wenn man das weiß geht „The Core“ als geistloser Unterhaltungsfilm eigentlich in Ordnung. Er verarscht den Zuschauer nicht so wie der ähnlich auf Krawall ausgelegte „Volcano“ mit Tommy Lee Jones, so dass die Routine, die man hier zu sehen bekommt, nicht all zu sehr verärgert.

Ein wenig tut sie das natürlich dennoch. Denn warum, so frage ich mich immer wieder, werden Geschichten wie diese erfunden bzw. neu ausgebuddelt, wenn man sie doch nur nutzt um seit nun mehr zwei Jahrzehnten, dank des immer wiederkehrenden Strickmusters letztendlich doch die selbe Geschichte wie eh und je zu erzählen. „Transformers, „Armageddon“, „Terminator 4 - Die Erlösung“, alles Klone, wenn auch unterschiedlicher Qualität. Es geht schon so lange so, und ich werde mich wohl nie an diese kreative Faulheit gewöhnen können – warum auch? Nicht ich sollte mich dem modernen Kino anbiedern, im Gegenteil, es sollte mich, den Konsumenten, mit frischen Ideen und einem nicht vorhersehbaren Ende locken und bedienen.

Stattdessen ist alles wie gehabt. Das Ende erleben ein Mann und eine Frau, alles Böse dieser Welt kann wieder gut gemacht werden, Computerfreaks sind Idioten und böse Wissenschaftler... nun ja, immerhin der Böse erweist sich als nicht ganz so böse und wird sogar ein einfallsreicher und hilfsbereiter Geselle, der immerhin mit einem Lachen sterben darf (sterben muss er nach Ami-Gesetz, auch ein lieber Böser ist noch immer ein Böser).

Was ein wenig stört sind zwei Elemente. Nummer eins ist die Besetzung der überschätzten Hilary Swank. Dass man sie einbrachte verhindert zwar das nervige Püppchencasting vergleichbarer Produktionen, letztendlich kann sie ihre Figur jedoch nicht glaubhaft verkörpern. Optisch erinnert sie hin und wieder an die junge Jamie Lee Curtis, aber das wertet ihre Leistung ja nun auch nicht auf.

Zweiter Knackpunkt ist die arg gravierende Blauäugigkeit. Ein Profi kann jederzeit mit unbegrenzten Mitteln das Internet lahm legen, ein Erfinder kann mit unbegrenzten Mitteln seine Maschine in 3 Monaten bauen und perfektionieren, und halt mal! Was soll überhaupt dieses Gelaber mit unbegrenzten Mitteln. Woher denn? Die ausländische Geldgeber-Beteiligung wird angerissen. Was diese jedoch für einen Rattenschwanz hätte, und viele andere ausgeblendete Momente in „The Core“ auch, zeigt in aller Ruhe und Deutlichkeit „Contact“ mit Jodie Foster. Ach hätte man sich doch ein klein wenig an ihm orientiert, dann käme einem das Geschehen vor der Reise in „The Core“ nicht ganz so naiv vor. Ein intelligentes Drehbuch hätte sicherlich auch thematisiert, welchen Schaden die Reise selbst zusätzlich anrichtet und uns außerdem gezeigt, wie es der Erde nun geht, jetzt wo sie gerettet wurde. Was ist zerstört, was ist nicht wieder aufbaubar? Und was ist bitte mit dem Loch unsichtbarer Strahlung, welches so schön eine Brücke wegbrutzelte? Ist das jetzt wie durch Zauberei weg oder was?

Ach was soll’s! Letztendlich ist Amiels Film auch nur ein Stück Popkornfilm das unterhalten soll, und dieses Ziel hat er immerhin erreicht. Mit etwas mehr frischen Ideen hätte man jedoch ein noch besseres Ergebnis erzielt. Und ob Freunde dieser Art Film so gnädig über schlechte Computereffekte hinwegsehen können wie ich, wage ich anzuzweifeln. unterhaltsam


Trailer,   OFDb

DEMON WARP (Demonwarp 1988 Emmett Alston)


Seit ein Komet tief in den Wäldern niedergegangen ist, schleicht ein affenartiges Wesen umher, welches Leute tötet. Eine Gruppe Teenager macht gerade Urlaub in den Wäldern und stößt auf einen offenbar verwirrten Mann, der seine Tochter durch das Monster verloren hat. Wie weit ihm zu trauen ist, wissen die Kids nicht. Hinter den Ereignissen um das mordende Affenwesen steckt ohnehin mehr, als die Teenager auf ihrer Flucht bislang vermutet hatten...


Ein wuscheliger Jason...

Mit „Demon Warp“ habe ich nun wieder etwas besonders Unglaubliches gesehen. Jeder der mit Trash nichts anzufangen weiß braucht schon gar nicht mehr weiter lesen. Und den letzten drei George Kennedy-Fans auf Erden kann ich auch nur sagen, dass seine Namensnennung an erster Stelle Fake ist. Der Mann hüpft ein paar mal durchs Bild, und das war es dann auch schon.

Zunächst stößt ein Pfaffe auf ein Ufo, dann erleben wir den Vorspann, um direkt danach zu erleben, wie die Rolle Kennedys seine Tochter verliert. Ein großer Affe drang in die Blockhütte ein, die der Mann für ein Vater-Tochter-Treffen angemietet hatte, und krallte sich die holde Dame. Nun erleben wir einen Zeitsprung von einigen Monaten, und dürfen erst einmal die Gruppe Jugendlicher kennen lernen, mit denen es hauptsächlich weitergeht. Einer der Kids ist Billy Jacoby, den manch einer eventuell aus der Serie „Parker Lewis“ oder dem herrlich hohlen „Dr. Alien“ kennt. Der Rest sind No Names.

Bis zur geschätzten 50. Minute geht es im Film nun darum, dass man den Kids und diversen Randfiguren beim Ableben zugucken darf. Der Affenmann läuft wie ein durchgeknallter Psycho durch den Wald und überfällt jeden, der ihm in die Quere kommt. Einmal reißt er auch wem den Kopf ab, aber meist reicht ein Genickbruch oder eine Ohrlasche, wie sie Bud Spencer nicht besser verteilen könnte. Im Grunde darf man hier eine ominöse Variante der „Freitag der 13.“-Reihe gucken. Allerdings ist der wuschelige Killer aus „Demon Warp“ wesentlich plumper. Ihm fehlt die Ausstrahlung eines Jason und er sieht zudem arg lächerlich aus. Das Kostüm ist albern und lediglich das Gesicht, welches auch menschliche Züge aufweist, ist etwas gelungener. Aber da vergleiche ich eigentlich nur Schund mit Schund. Mit der Präsenz des Affenmannes geht man zudem nicht behutsam um. Recht schnell bekommt man ihn zu Gesicht. Immerhin belustigt es. Für einen ernsten Film hätte man das Vieh besser im Dunkeln wüten lassen. Die unheimliche Atmosphäre der Jason-Filme fehlt, was mitunter an der mäßigen Musikuntermalung liegt. In ihren besten Momenten ist sie Durchschnitt, sobald der Film an Tempo gewinnt wird die Musik hektisch und nervig.

Nach 50 Minuten wird aus dem Mix von „King Kong“ und „Freitag der 13.“ etwas viel skurrileres. Ich möchte nicht spoilern, aber immerhin so viel verraten: Der Affenmann ist wer anders als erwartet, Hintergründe zum Ufo werden geklärt, und die Story mixt nun „Die Nacht der lebenden Toten“ mit „Invasion vom Mars“. In dem völligen Storyumwurf werden nun einige Unlogiken geklärt, auf der anderen Seite aber auch unheimlich viele neue Fragen aufgeworfen, die nicht beantwortet werden. Der Film wird arg wirr, weiß eigentlich gar nicht mehr was er erzählen will und verläuft sich in einen immer bekloppter werdenden Plot, bis sich selbst Regisseur und Drehbuchautor hinter einem Pseudo-Ende verstecken. Zurück bleibt der Zuschauer mit lauter Fragezeichen über den Kopf, sofern er versucht sich ernsthaft mit diesem Stück Trash zu beschäftigen. Wo Don Coscarelli mehrere Teile seiner „Das Böse“-Reihe brauchte, um komplett den Faden zu verlieren, brauchen die Verantwortlichen von „Demon Warp“ lediglich einen einzigen Film.

Trashfans ist der Film aber zu empfehlen. Was man hier sichtet ist wirklich völlig hirnrissig. Man darf Dialogen lauschen, die gekünstelter nicht sein könnten. Man darf Teenager beobachten, wie sie eine unsinnige Tat nach der nächsten begehen (so bleibt zum Beispiel ewig die Frage im Raum, warum die letzten drei Überlebenden nach dem Verlust ihrer Freunde ziellos durch die Botanik stiefeln. Zuvor erwähnte Apparaturen zu Forschungszwecken lässt man liegen, dabei ist lediglich ein Gerät vom Monster entwendet worden). Die Rolle Kennedys ist ähnlich dämlich angelegt und belustigt ebenso. Das Affenkostüm ist herrlich schlecht, und alles was den Zuschauer in den letzten 30-40 Minuten erwartet ist so kaputt und uninspiriert, dass die unfreiwillige Komik nur so übersprudelt. Vom Unterhaltungswert ist der Film dennoch zuvor besser, da weniger anstrengend. Nach Sichten des letzten Drittels fragt man sich ernsthaft, ob es ein Drehbuch gab.

Im letzten besagten Part darf man allerhand Spezialeffekte sichten. Aber alle, ob Make Up, Maske oder Kulissen, sind billigst umgesetzt und wirklich nur peinlich zu nennen. Was man dort sichtet hätte Platz in einer Komödie wie „Freaked“, aber „Demon Warp“ will, wenn überhaupt, augenzwinkernd sein. Ich persönlich glaube jedoch, dass man hier einen ernsten Horrorbeitrag drehen wollte. Immerhin kann man manchen Goreeffekt als gelungen bezeichnen. Aber da ist man heutzutage extremeres gewohnt, als dass die Szenen eines schundigen 80er-Streifens da noch irgendetwas reißen könnten. mittelmäßig

 

EVIL INSIDE - DU BIST WAS ES ISST (Scourge 2008 Jonas Quastel)


Nachdem eine Kirche durch einen Brandanschlag teilweise niedergebrannt wurde, kann sich etwas befreien, das an diesem Ort Gottes etwa ein Jahrhundert gefangen gehalten werden konnte: ein Parasit, der seinem Wirt Heißhunger beschert, bevor dieser sich blutig erbricht und das Vieh an den nächsten weiter gibt. Jesse und Scott versuchen das Ungetüm aufzuhalten. Dummerweise sieht der zwielichtige Sheriff in Scott den Hauptverdächtigen...


Das große Fressen...

Auf dem Cover schaut „Evil Inside“ halbwegs innovativ aus. Beim Sichten merkt man jedoch recht schnell, dass der Film Durchschnittsware in Reinform ist.

Ein Parasit, der Menschen Amok laufen lässt, gab es schon des öfteren (z.B. in „The Hidden“), der Zwist Sheriff und jugendliche Hauptfigur war schon lange vor „Der Blob“ ein häufig gewähltes Storyelement, und gleiches gilt für den Plot, dass die Hauptfigur unter Verdacht steht. Der Körperwechsel wurde außerhalb des Parasiten-Subgenres bereits in „Dämon“, „Shocker“ und Co verwendet.

Auch die Inszenierung ist Durchschnitt. Hier muss man allerdings betonen, dass es die gute Art Routine ist. Die Farbwahl ist ausgezeichnet, der Kameramann fängt teilweise großartige Bilder ein, und der Verzicht auf schnelle Schnitte kann mittlerweile bei modernen B-Produktionen auch auf der Positivseite dazugezählt werden.

Weniger gelungen ist die Logik, die einem den ein oder anderen Kopfschüttler beschert. Nicht gesehen werden wollen und ab in ein öffentliches Lokal, zu glauben die Seuche sei kein Virus weil noch nicht jeder angesteckt ist (wenn es danach ginge wäre die ganze Menschheit bereits Anfang der 80er Jahre an AIDS gestorben) und viele andere Unsinnigkeiten schwächen das Bild von „Scourge“ (Originaltitel) erheblich.

Klar ist man Unsinn im Genre Horror gewöhnt. Aber wenn eine Geschichte derart durchschnittlich erzählt ist, wie Quastels kleiner Genrebeitrag, dann fällt die Idiotie um so mehr auf.

„Evil Inside“ wird nie langweilig, aber er beschert einem diesen einen Schritt vor der Langeweile. Es gibt keinerlei Überraschungen, außer vielleicht den ein oder anderen Goreeffekt. Aber selbst der beste dieser Art ist geklaut von „The Grudge – Der Fluch“. Trotzdem ist es gerade der Bereich des blutigen Treibens, der zumindest Horrorbegeisterten das Herz höher schlagen lassen könnte. Jonas Quastels Film ist sehr blutig, und die Pause zwischen den einzelnen Goreeinlagen ist nie all zu groß.

Positiv hervorzuheben ist der sympathische Cast. Große Talente gibt es hier nicht zu entdecken, aber die Figuren wurden brauchbar besetzt, und trotz fehlender Charaktertiefe sind einem die Protagonisten nicht völlig egal.

Letztendlich guckt sich der Film viel zu comichaft, um sich zu sehr über ihn zu ärgern. Ansonsten würde spätestens jener Moment wurmen, in dem ausgerechnet der Sheriff vom Parasit befallen wird und sich sein Erzfeind, die Rolle des Scott, um ihn kümmern muss. Erst durch die lockere Umsetzung wird ein solches Klischee sogar zum Pluspunkt.

Erleichternd kommt solchen Szenen auch der humoristische Unterton zugute. „Evil Inside“ ist keine Horror-Komödie (das ist er höchstens im unfreiwillig komischen Sinne durch seine Dummheit), aber man merkt wie augenzwinkernd Quastel mit seinem Horrorfilm umgeht, z.B. in jener Szene, in der Scott seine Gefängniszelle ausgerechnet mit der Person teilen darf, welche die Letztinfizierte zuletzt traf. Wer den Parasit nun in sich trägt dürfte klar sein...

Schade dass Quastel der Mut zur echten Provokation fehlte. „Evil Inside“ ist ein etwas müdes Produkt, das nur brav die Regeln des modernen Horrorfilms befolgt ohne neue Akzente zu setzen. Warum wurde nicht wenigstens Religionskritik angegangen, in dem sich der Parasit als ein Lebewesen herausstellt und die Kirche seinerzeit etwas Natürliches dämonisierte? Nein, stattdessen ist das Vieh wirklich ein Höllenwesen, und da es den Schreibern an jeglicher Phantasie fehlte, wird sein exakter Hintergrund auch nie gelüftet.

„Evil Inside“ wird Vielsehern des Genres gefallen. Ich habe schon jede Menge schlechtere Filme auf diesem Produktionsniveau gesichtet. Letztendlich ist der Streifen aber einfach zu gewöhnlich, um wenigstens als kleiner Tipp für zwischendurch in Frage zu kommen. mittelmäßig

THE GLASS HOUSE 2 (The Good Mother 2006 Steve Antin)


Die jugendliche Abby und ihr jüngerer Bruder Ethan werden von einem scheinbar liebevollen Ehepaar adoptiert, nachdem sie ihre leiblichen Eltern verloren haben. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit fühlt sich Abby bei Eve und Raymond, den neuen Adoptiveltern, unwohl. Alleine raus darf man nicht, das große Haus ist überall abgeriegelt und selbst das Telefon funktioniert nur mit Spezialcode nach draußen. Als Ethan krank wird wächst in Abby der Verdacht, dass die merkwürdige Eve ihn vergiftet haben könnte. Auf ihrer Suche nach Antworten stößt sie im Internet auf eine Seite über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom...


Wer im Steinhaus sitzt sollte nicht Glashaus sagen...

Bereits Teil 1 entführte einen nicht in eine überraschungsvolle Geschichte mit Elementen, die neue Wege suchten um das Altbekannte auf anderem Wege zu erzählen. In der Fortsetzung, die eigentlich keine ist sondern eine alternative Geschichte erzählt, ist das nicht anders. Das erstaunliche an beiden Filmen ist: trotzdem funktionieren sie wunderbar.

„Glass House 2“ mag oberflächlich sein, vertieft er doch keine angerissenen Themen, oder verschachtelt er doch die Hauptgeschichte nicht in trickreiche Nebenwendungen. Aber er ist spannend, und dank sympathischer Besetzung ist man als Zuschauer auch mittendrin im Geschehen, so als ob man selbst betroffen wäre.

 Jeder wichtige Darsteller ist gut besetzt, lediglich der Junge der Ethan mimen darf (und optisch ein wenig an Klaus Kinski erinnert) wirkt ein wenig unterfordert. Der Rest spielt erfreulich engagiert, und es macht Spaß einem eigentlich so ollen 08-15-Thriller mit so guter Besetzung zuzusehen.

Sicherlich wäre mehr möglich gewesen, bedenkt man aber einmal dass dieser Film das Regie-Debüt von Steve Antin ist, ein Mann der zuvor lediglich schauspielerte, kann man Antin durchaus loben, so gekonnt wie er die Spannungsschraube anzieht. Scheinbar ist es auch gut, dass er selbst keine große Rolle übernommen hat, das hätte ihn als Anfänger vielleicht selbst bei einer solch simplen Geschichte wie dieser ins schleudern gebracht.

Viel bleibt nicht zu sagen. „Glass House 2“ ist auf jeden Fall mehr als ich vermutet habe. Er steht Teil 1 in nichts nach, weder in den positiven noch in den negativen Elementen. Das Jungpublikum hat sicherlich noch mehr Freude an dem Streifen als wir „Senioren“, denn die Identifikationsmöglichkeit ist als Teenager selbstverständlich wesentlich höher. Zudem kennt das junge Publikum meist wenig andere Filme, und damit fällt das an sich x-fach kopierte Schema F nicht auf.

Trotzdem sollten auch die erwachsenen Thriller-Freunde einen Blick riskieren. So simpel Geschichte und Film auch sein mögen, Antin beschert wohlig schönen Nervenkitzel. unterhaltsam


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MULBERRY STREET (2006 Jim Mickle)


Eine Stadt leidet unter einer Rattenplage, und die Tiere haben es in sich: ein Biss verwandelt Menschen in Rattenmutanten...


Ben und Willard im selben Körper...

In der Theorie funktioniert dieser Film. Trotz seiner erst einmal arg trashig klingenden Geschichte waren hier Menschen am Werk, die nicht einfach schnell einen Film herunterkurbeln wollten. Nein, sie schnappten sich Darsteller über dem Durchschnitt eines B-Filmes, sie nahmen sich Zeit mit der Kamera richtig schöne Bilder mit Hilfe von interessanten Blickwinkeln einzufangen, man verwendete einen Farbfilter, der uns die Optik in einem tristen, dreckigen Braun präsentiert.

Die Geschichte beginnt sehr langsam. Die Figuren werden eingebracht ohne den Charakter auf dem silbernen Tablett zu servieren. Die Umsetzung der langsamen Erzählweise ist so zäh wie der Alltag in der Stadt, in der man vor Hitze und Schmutz sich so elendig fühlen muss, wie der langgezogene Kaugummistreifen, der sich hier Atmosphäre nennt und einfach nicht reißen will. Das ist psychologisch durchaus gut gedacht. Leider ist aber vieles, das in der Theorie hervorragend klingt, in der Praxis gar nicht mehr so gut.

Das liegt aber nicht an den verschiedenen Medien Drehbuch (bis zur Realisierung schließlich nur ein Buch) und Film, sondern daran, dass andere Dinge in der Theorie zu Beginn des Drehs nicht bedacht wurden. Im fertigen Werk leidet der Zuschauer wegen der quälenden Hitze und der Schmutzigkeit in der Stadt durch den psychologisch gewollten Effekt der zähen Erzählweise mit. Er bekommt als Belohnung aber leider nichts präsentiert, auf das er hoffen kann. Die Figuren werden zwar cineastisch gekonnt eingestreut, ein bisschen wie ein Puzzle, das der Zuschauer erst sortiert bekommen muss, es werden aber nie tiefere Charaktere daraus. Die Figuren bleiben einem fremd, sie lassen uns nicht in ihre Nähe. Also kann man sie nur beobachten, aber nicht mit ihnen mitfiebern.

Noch bevor nach 30 Minuten die erste Attacke in einem Lokal los geht, ist man bereits derart von der Langsamkeit dieses Filmes geschafft, dass man kaum noch zusehen möchte. Nach einer halben Stunde beginnt nun endlich auch mal die Action, mit ganz nett zurecht gemachten Rattenmenschen, die allerdings von den Protagonisten noch viel früher als solche erkannt werden, als es der Zuschauer selber merkt, immerhin sah man der ersten Infizierten ihre Rattenverwandtschaft noch gar nicht an.

Das klingt wie ein inhaltlicher Fehler, die wahre Schuld daran trägt aber die traurige Actionumsetzung von "Mulberry Street". Bei jedem Angriff wird fleißig mit der Kamera gewackelt, wir bekommen extremst schnelle Schnitte vorgesetzt und natürlich spielt auch alles im Dunkeln. Diese Fastzombies bewegen sich den Infizierten aus "28 Days Later" recht ähnlich, was heißt dass auch diese umherzucken zu flackerndem Licht mit wackeliger Optik und noch weniger Durchblick durch dümmliche Schnitte. Da kann kein Hauch von bedrohlicher Atmosphäre aufkommen.

Was der Film damit versucht zu verschleiern, wird mit dieser Methode nur um so deutlicher: es war zu wenig Geld da. Dabei sehen die Mutanten auf B-Film-Basis relativ putzig aus. Ihretwegen hätte man meiner Meinung nach so ein filmepileptisches Rumgezuckel nicht veranstalten müssen. Schade ist es auch um die sonst so schöne Optik.

Der erste Mutant lässt einen für einen kurzen Augenblick noch glauben, hier könne nun eine Geschichte in der Art der zwei "Dance Of The Demons"-Filme entstehen: halbe Stunde Vorgeschichte, dann Mutanten und dann eine blutige Verfolgungsjagd mit immer mehr Infizierten ohne Atempause. Die Szene mit dem ersten Rattenmutant im Lokal erinnerte sehr stark an die Geburtstagsszene im zweiten Teil dieser von Argento produzierten Dämonenreihe. Aber noch während der Attacke beginnt das Kopfschütteln und jede Hoffnung ist über Bord. Es fließt auch etwas Blut, aber den schnellen Schnitten sei Dank hat man daran ja nun auch keine Freude.

Mit dieser schlechten Horroraction-Umsetzung hätten wir nun auch endgültig des Rätsels Lösung, warum dieser Film keinen Spaß macht. Was einem nämlich nun noch bleiben müsste, zum trotzdem noch Dranbleiben, wäre die Neugierde auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Doch der liegt so klar auf der Hand, dass man diesen Weg nicht mit den Filmfiguren gehen möchte, nur um immer wieder zu „sehen“, wie sie erneut attackiert werden. Das wäre o.k. in einem Film mit Charakteren, die einen mitfiebern lassen, aber das ist hier nicht der Fall.

Letzten Endes kann man den Film nur so gucken wie er konzipiert wurde: in der Theorie. Doch da kommen keine Gefühle bei rum, weder inhaltlich zum Film noch positiv zum Sehvergnügen. Stattdessen schlingt sich die Langeweile immer mehr um den Hals des Zuschauers, der irgendwann verzweifelt ausschaltet und sich damit endlich retten kann. Um die theoretisch verdammt gute Umsetzung in Optik, Schauspiel und Psychologie ist es schade. schlecht


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IRRGARTEN DES SCHRECKENS (Asylum 1972 Roy Ward Baker)


Der junge Arzt Dr. Martin möchte gern Leiter eines Sanatoriums für Geisteskranke werden. Er kann diesen Posten unter einer Bedingung bekommen: er muss unter den Patienten nach dem ehemaligen Direktor suchen, der selber geisteskrank geworden ist. Dr. Martin hört sich die Geschichten der Patienten an...


Verrückt auf einen Chefposten...

Der deutsche Titel "Irrgarten des Schreckens" klingt ein bischen blödsinnig, den Film dahinter fand ich jedoch ganz nett, auch wenn ich mehr erwartet hatte. Dies lag an der Hintergrund-Geschichte. Viele Episoden-Horrorfilme haben keine Rahmengeschichte, das finde ich immer etwas lieblos, da die Storys dann sinnloser zusammengewürfelt wirken, als sie es ohnehin schon sind. Wenn sie dann doch welche besitzen, sind sie meist arg dünn, wie in "Geschichten aus der Schattenwelt", in der ein Junge lediglich einer Hexe, die ihn gefangen hält, aus einem Buch die Kurzfilme vorliest. "Irrgarten des Schreckens" hingegen punktet mit einer hervorragenden Grundidee.

Sie ist sogar so grandios, dass ich mir gewünscht hätte, sie wäre als richtiger Horrorfilm umgesetzt worden und nicht als Rahmenhandlung eines Episodenwerks. Ich bin kein Freund von Episodenfilmen, denn gerade im Horrorgenre kranken Kurzfilme, so wie hier, an typischen Punkten: der Kern der Geschichte ist atmosphärisch eingefangen, das Drumherum bleibt blass, da nicht erklärt/vertieft. Die Geschichten haben durchaus gruselige Momente, das Gruselgefühl verpufft jedoch schnell, hier u.a. weil klar ist wer überlebt um sie zu erzählen. In Horror-Kurzgeschichten müssen keine Begründungen abgeben werden. Der Horror steht als solches im Mittelpunkt, wackelige Logik oder Erklärungen zur Zuschauerorientierung finden nicht statt.

So wird z.B. in der 1. Episode eine zerstückelte Leiche wieder zum Leben erweckt wegen eines mystischen Armbandes. Das ist als Auslöser o.k., in einem abendfüllenden Film zu dieser Geschichte hätte man aber sicherlich noch die Hintergründe erfahren, die der leeren Story zu etwas mehr Substanz verholfen hätten. Immerhin macht man sich zumindest in dieser Episode die Mühe etwas Licht in die Sache zu bringen. Dafür opferte man etwas Zeit der ohnehin kurzen Geschichte, was meiner Meinung nach aber auch o.k. ist. Trotz des Entgegenkommens bleibt auch diese Story aufgrund ihrer Straffung halbgar.

"Irrgarten des Schreckens" punktet weniger inhaltlich als viel mehr inszenatorisch. Die Besetzung ist sehr gut gewählt, sowohl Rahmenstory als auch die einzelnen Geschichten verbreitet das klassisch, typisch naive Gruselfilm-Feeling durch düstere Bilder, gelungene Tricks, geglückte Settings und der Spielerei mit klassischen Horrorelementen. Wie in vielen anderen Filmen mit Genre-Star Peter Cushing nimmt das Werk seinen Reiz mitunter auch darin, dass es nicht zur Entstehungszeit spielt, womit auch der Reiz des Vergangenen im Raum schwebt. Das macht die sonst so blasse Wirkung der Kurzgeschichten attraktiver und gibt der Kurzweile zumindest mehr Anspruch.

Unverzeihlich finde ich hingegen die plumpe Auflösung der Grundgeschichte. Natürlich hat auch sie Witz und ist sogar ganz nett,. Aber wenn man schon so eine hervorragende Grundidee hat, erwarte ich als Zuschauer auch ein Ende, das dieser Idee ebenbürtig ist, und das ist hier im Finale leider nicht der Fall. So ist die dennoch nette Schlussidee wegen der großen Erwartungshaltung lediglich ein Trostpflaster.

Der Film schließt mit einer Pointe, die ganz typisch für die augenzwinkernde Erzählweise seiner Zeit ist, und heute im Meer an entweder todernst gemeinter Horrorfilme oder solcher, die mit Albernheiten aufgepeppt werden, nicht mehr denkbar ist.

Wer mit wenig Erwartung an diesen kleinen Klassiker herangeht, wird sich unterhalten fühlen, einige bekannte Gesichter sichten und simplen Gruselspaß für zwischendurch erleben. Für ein Werk das besser in Erinnerung bleibt oder Kultstatus genießen darf wurden die Geschichten allerdings zu bequem nach früherer Routine runtergedreht. mittelmäßig


Trailer,   OFDb

DIE FÄHRTE DES GRAUENS (Primeval 2007 Michael Katleman)


Nachdem er Mist gebaut hat, muss ein Reporter einen Auftrag übernehmen, den er nicht will. Zusammen mit einem Experten reisen sie nach Afrika um ein legendäres Riesenkrokodil zu suchen. Dieses gibt es auch wirklich und frisst einem nach dem anderen auf. Dass gerade Krieg herrscht stört das Reptil dabei herzlich wenig...


Schnapper, das große Krokodil...

Schablonencharaktere aus dem Lehrbuch müder Drehbuchautoren müssen sich gegen ein großes Krokodil zu Wehr setzen. Dass in der Ausnahme auch einmal eine solch dünne Handlung funktionieren kann, zeigte uns die Videoproduktion „Crocodile 2“. Wie man es nicht machen sollte zeigt hingegen „Die Fährte des Grauens“.

Gute Krokofilme wie „Black Water“ und „Rogue“ wissen, dass wesentlich mehr Spannung entsteht, wenn man das Krokodil nicht zu oft zeigt. Daran hat sich Michael Katleman auch gehalten. Was er jedoch nicht verstand war, wie man die Füllzeit um die Krokoszenen herum gestaltet. Ein seltenes Auftauchen der Kreatur macht nämlich nur dann Sinn, wenn entweder Figuren und Geschichte so interessant sind, dass sie einige Zeit vom Hauptthema ablenken können, oder damit gespielt wird, dass das Reptil jederzeit wieder zuschlagen kann.

Katleman versuchte es mit der ersten Variante, erreicht aber nicht die nötige Ablenkung. Somit beobachtet man gelangweilt Filmfiguren, mit denen man wegen ihrer unechten Art nicht warm wird, wie sie so manches Hindernis in Afrika überwinden müssen. Dort tobt gerade Krieg, ein Fakt der Grundlage für eine interessante Umsetzung geboten hätte. Kritisch und politisch wird aber so gut wie gar nichts angegangen, stattdessen bietet man allerhand Actionszenen, meiner Meinung nach das falsche Füllmaterial in einem Horrorfilm.

„Die Fährte des Grauens“ wird sicherlich sein Publikum damit finden. Denn neben allerhand Action hat er auch einige blutige Szenen zu bieten, blutiger als bei einem Krokohorror üblich. Aber mit solchen Mitteln punktet er nur quantitativ und nicht qualitativ. Was nutzt das Kitzeln der Sinne, wenn der Geist nicht wenigstens ein wenig getätschelt wird. So ziemlich alles ist vorhersehbar und alles zu oberflächlich abgearbeitet, so dass man ernsthaft beginnt das Krokodil zu vermissen. Ein Manko das „Rogue“, „Crocodile 2“ und „Black Water“ nicht kannten, obwohl das Tier dort auch jeweils nur Gastauftritte absolvierte.

Immerhin ist die Animation des Killerreptils gelungen, da kann man nicht meckern. Es ist am Computer animiert und dennoch keine Beleidigung an den Filmfreund geworden.

Tierhorror-Freunde und Actionfans mit niedrigen Ansprüchen können einmal reinschnuppern. Gorehounds bekommen auch einiges geboten, aber Filmliebhaber, die auf einen spannenden oder kurzweiligen Horrorfilm hoffen brauchen nicht einschalten. Die werden schnell müde. Nicht nur dass der Bereich des Horrors ohnehin fast nur gestreift wird, er bietet auch nichts, was man nicht schon einige Male (besser) gesehen hätte. mittelmäßig

LOCH NESS - DIE BRUT AUS DER TIEFE (Beneath Loch Ness 2001 Chuck Comisky)


Auf der Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness stoßen Forscher im See zwar auf ein Ungeheuer, aber auf ein völlig anderes. Das Tier ist sehr aggressiv und tötet alles, was ihm in den Weg kommt...


Was die Nordsee und Loch Ness gemeinsam haben...

Im Loch Ness haust eine böse, große Kreatur, die hin und wieder Menschen attackiert, die sich ins Nasse wagen. Ist es das berühmte Ungeheuer von Loch Ness? Nein, dies bekommt nur einen Gastauftritt und dies nicht einmal lebendig, wird es doch getötet von jener Bestie, von der dieser Film handelt. Das ist dann wohl auch die beste Idee dieses Billigstreifens, der „Manticore“, „Raging Sharks“, „Python“ und „New Alcatraz“ in Sachen schundige Computeranimation locker die Hand reichen kann. Was uns hier als Monster präsentiert wird ist ein echter Witz. Noch unlustiger ist die Tatsache, wie oft diese zu Fleisch gewordene digitale Enttäuschung zu sichten ist. O.k., dies ist kein Tierhorror, dies ist eher ein Abenteuerfilm, dennoch hatte ich da etwas mehr Präsenz erwartet.

Die bösartige Riesenkreatur lauert also im legendären Monstergewässer. Wie kam sie dahin? Nun, in den Tiefen des Sees gibt es einen Erdspalt. Dieser ergibt eine direkte Verbindung zur Nordsee. Das Vieh ist also vom riesigen, salzhaltigen Meer ins schottische Süßgewässer geplanscht. Eine Unlogik? Jain, immerhin wird das Thema sehr deutlich aufgegriffen, wenn auch nicht erklärt. So oder so fällt es in der Masse unlogischem Gezeigten und ärgerlicher Verhaltensweisen der Filmfiguren kaum auf. Aber seien wir einmal ehrlich: Ein eher uninspirierter Billigfilm lebt gerade von seiner Idiotie. Auch wenn „Loch Ness“ sich hiermit noch halbwegs zurückhält, zumindest wenn man ihn da mit den oben erwähnten Filmen vergleicht, so reicht sein Potential doch trotzdem aus, auf seine ca. 90 Minuten gesehen zu unterhalten. Immerhin ist er nicht komplett strunzdumm, sondern weiß auch von seiner Geschichte her zu gefallen, wenn auch nur auf ganz plumper Ebene.

Zur Hilfe kommt „Creatures – Sixty Feet Of Prehistoric Terror“ (Alternativtitel) in seinem Unterhaltungswert die prominente Besetzung. Nun ja, nicht wirklich, aber es gibt eine Vielzahl gewollter oder ungewollter Promidouble.

Einer der Forschergehilfen sieht aus wie ein viel zu ernster Jim Carrey. Der Held selber hat etwas von Chuck Norris, spätestens wenn er im Finale im Taucheranzug steckt. Ebenso geht es dem ersten Toten. Der alte Mann sah hinter dem Taucherhelm fast original wie Robin Williams aus. Außerdem mit dabei ein Martin Sheen-Verschnitt. Der darf hier den ortsansässigen Profi mimen. Er begegnete der Kreatur schon vor x Jahren, verlor dabei seinen Sohn und kam mit einem blauen Auge davon und hält sich deshalb für erfahren genug, es mit der blutrünstigen Unterwasser-Gestalt aufzunehmen. Macht das Sinn? Nö, aber egal.

Der Gesetzeshüter vor Ort bekommt diesmal die Charakterrolle des Bürgermeisters zugeordnet. In „Der weiße Hai“ und seinen Kopien waren es ja stets die Leute aus der Politik, die von einer Bedrohung nichts hören wollten. Diesmal ist es also die Polizei. Und der Herr, der uns für diesen Bereich vorgesetzt wird, ist sturer als jeder Esel (anfangs berechtigt durch den üblichen Monsterhype zur Touristenzeit am Loch Ness, später trotz echter Beweise nicht mehr) und bekam zur allgemeinen, deutschen Belustigung die Synchronstimme von Arthur aus „King Of Queens“ beschert. Da beide ähnlich bockig sind, ist das schon sehr witzig.

Eine weibliche Rolle darf Angelina Jolie für Arme verkörpern, sie ist aber ohnehin kaum wichtig für die Geschichte. Die richtige weibliche Hauptrolle wird von einer kurzhaarigen Blonden verkörpert, wie sie in Hollywood wahrscheinlich schon heimlich geklont werden. Nun ja, diese sieht zwar keinem Promi ähnlich, hat aber dafür die bescheuertste Rolle, da sie vor Fragwürdigkeiten und Unlogiken nur so überquellt.

Am lustigsten dürfte als Beispiel wohl ihr Gespür für Journalismus sein. Da hat ein Forscherteam Aufnahmen, wenn auch keine sehr guten, von der Kreatur im Wasser und zudem ein versteinertes Ei gefunden, aber die Dame kann dennoch nur schimpfen. Darüber könne man keinen TV-Beitrag machen. Die Forschung müsse gestoppt werden! Wie erkläre sie dies nur ihrem Vorgesetzten... blablabla! Später ist sie über einen Monitor bei einem weiteren Tauchgang dabei, und was erblicken die Forscher dort? Das untergegangene Paddelboot des Ortsansässigen, welches vor ca. 15 Jahren unterging. Mit einem Mal springt die Dame auf und freut sich des Lebens. DAS ist Material für die Sendung. Hallo?

Ein ähnlich lustiges Beispiel ist jenes, wie die Crew überhaupt zu ihrem Video kommt. Die Kreatur im Wasser wurde nämlich nicht von Forschern gefilmt, sondern von Betreibern einer Internetseite. Diese locken mit gefaketen Beiträgen User auf ihre Seite. Nun haben sie Originalaufnahmen und geben diese an die Wissenschaftler weiter, unter der Begründung nicht zu wissen, was man damit anfangen soll. O.k., da gab es einen Trauerfall, aber Amateurjournalisten, denen es nur um reißerische Aufhänger geht, sollten ihr Gewissen doch schon in der Wiege verloren haben, oder? So oder so, es ist lustig.

Wie gesagt wird auch einiges richtig gemacht. Die Story wird recht ordentlich erzählt. Spannend wird es nie, aber die Musik versucht zumindest dieses Gefühl entstehen zu lassen (freilich ohne damit die Komposition des Jahrtausends vorzulegen, die Untermalung ist purer Durchschnitt), die Darsteller taugen teilweise etwas, Unlogiken werden hin und wieder ausgesprochen (wenn auch nicht erklärt, wie im Salzwasser/Süßwasser-Beispiel oben), und die Geschichte ist halbwegs nett erzählt. Es wird geforscht und geschwätzt. Das ist einigen sicherlich zu uninteressant, dies wird es allerdings erst wirklich zum letzten Drittel hin, wo nun wirklich mehr hätte passieren können. Die Kreatur sieht man selbst in dieser Phase recht selten, vielleicht auch besser so. Sie ist sehr schlecht animiert.

Was bleibt ist kurzweilige Unterhaltung für Trashfans und Freunden von Abenteuerfilmen und Tierhorror, die sehr geringe Ansprüche haben. Natürlich wird auch diesen Gruppen kein Highlight geboten. Jedem anderen wird diese Magerkost sogar überhaupt nicht schmecken. mittelmäßig

DUMM UND DÜMMERER (Dumb And Dumberer - When Harry Met Lloyd 2003 Troy Miller)


Harry und Lloyd sind zwei geistig minderbemittelte Teenager, die sich kennen lernen und Freunde werden. Gemeinsam nehmen sie teil an der neuen Förderklasse ihrer Schule. Dabei finden sie heraus, dass der Schuldirektor diese nur errichtet hat um an viel Geld zu kommen. Gemeinsam mit dem Rest der Förderklasse setzen sie dem fragwürdigen Treiben des Prinzipals ein Ende...


Dümmer geht’s noch immer...

Ich habe gar nichts von diesem Film erwartet, und das war wohl auch die beste Grundhaltung um sich über Routine noch überrascht freuen zu können. Der Vorgänger „Dumm und dümmer“ war lustig, aber bei weitem keine große Komödie. Bereits er erzählte keine Geschichte, sondern servierte idiotische Sprüche und Aktionen als Nonstop-Humoraction. Im groben wird in der Fortsetzung, welche die Vorgeschichte der Antihelden erzählt, das Grundkonzept beibehalten. Mit der schlichten Rahmenstory um den bösen Schuldirektor, die Richtung Ende immer bedeutender wird, verließ man sich allerdings nicht komplett auf das Konzept des Dauerregens an Idiotie und beging damit den größten Fehler.

Klar, „Dumm und dümmerer“ ist letztendlich nur eine Teenie-Komödie, aber schon bessere und ältere Werke zeigten uns, dass es dort nicht unbedingt eine wichtige Story geben muss. Vielleicht waren die Schreiber und Produzenten auch etwas verunsichert, da mit den zwei Antihelden keine Liebesgeschichte möglich war, ein Faktor der in anderen Teenie-Komödien häufig der einzige Handlungsstrang inmitten von pubertären Späßen ist.

Aber ebenso wie die körperlich erwachsenen Harry und Lloyd in Teil 1 reicht es im Prequel eigentlich vollkommen aus die beiden Außenseiter lediglich bei ihrem Dummsein zu zeigen. Dass das Niveau, was manch einer in Teil 1 nicht erkennen konnte oder wollte, in einer Fortsetzung für die schnelle Mark nicht mehr mitmischt war von Anfang an klar. Die Idiotien der beiden sind unsinniger aneinandergereiht, ergeben manchmal nicht einmal innerhalb der eigenen Welt der beiden Sinn, ein Fehler den das Original nie begangen hätte. Aber erstaunlicher Weise wissen einige der hier präsentierten Gags zu gefallen, auch wenn sie noch so plumper Natur sind. Dass man mindestens die Hälfte aller Witze in die Tonne kloppen kann ist klar, aber bei dem hier vorliegenden Konzept war ich mehr als überrascht, dass die Rechnung überhaupt halbwegs aufgeht.

Das liegt mitunter auch an der Maske, die den beiden Teens eine derartige Ähnlichkeit zu ihren späteren Ichs zaubert, dass dies schon ein Freudenfest für den Freund des Erstlings ist. Die Schauspieler sind beide nicht gerade mit Talent gesegnet, wissen aber wie man herumblödelt und mehr ist ja für diese Rolle auch nicht nötig, nicht in der plump angelegten Fortsetzung. Carrey und Daniels wurde da schon etwas mehr abverlangt: Grimassen schneiden, das Gefühl für Timing, Zurückhaltung und Übertreibung, das Verständnis für das große Warum (inkl. Humorverständnis) und, und, und. In einer ollen Teenieklamotte ist das alles nicht unbedingt nötig, zumindest nicht um Routine zu erzeugen.

Die Gefahr zu scheitern lag somit mehr am Drehbuch, und genau dieses weist ja nun auch die mangelhaften Zutaten auf, die den Film an einem noch besseren Ergebnis hindern. Wie erwähnt ist die Story um den Direktor, der recht plump von Levy verkörpert wird, völlig unnötig und nur ganz selten witzig. Viele der Gags sind Rohrkrepierer, und wie man auf die Idee kommen kann, den Vater der weiblichen großen Nebenrolle 20 mal öfter über Scheiße fluchen zu lassen, als das eine Mal, das noch Sinn gemacht hätte, ist mir schleierhaft. Der Verantwortliche gehört entweder in einen anderen Beruf oder in ein anderes Genre gesteckt.

Da „Dumm und dümmerer“ weder dem Teenie-Komödien-Bild der romantischen Art, der coolen Partykracher oder den pubertären Peinlichkeiten entspricht, erscheint es in der Umsetzung auch ziemlich sinnlos inszenatorisch einen auf „American Pie“ zu machen. Dies wurde von Produzentenseite dennoch als Pflicht angesehen. Also mussten Optik und Musik an die Erzählweise dieses Kinoerfolgs angelegt werden.

Der hier besprochene Film fällt jedoch viel mehr in die Kategorie der Chaotenkomödie innerhalb des Teenie-Genres. Es gab bis zu diesem Streifen hier nie einen Beitrag aus dieser Schmuddelecke, der mir auch nur Ansatzweise gefallen hat. Ich erinnere mich da nur ganz angewidert an „Die Chaotenhighschool“ und viele andere Werke auf diesen Spuren, die dem Wort Peinlichkeit völlig neue Bedeutungen gaben. Ich weiß nicht wie, aber die Fortsetzung von „Dumm und dümmer“ schafft es irgendwie diesen Abgrund zu umschiffen und zu einem halbwegs passablem Ergebnis zu kommen. mittelmäßig

 
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