Sonntag, 10. August 2014

HATCHET 3 (2013 BJ McDonnell)


Marybeth hat das Massaker in den Sümpfen als einzige überlebt, wird für den Täter der Greueltaten gehalten, und da ihr niemand glaubt eilen auch gleich allerhand Gesetzeshüter zum Tatort und werden Opfer des totgeglaubten Wiedergängers. Eine Reporterin glaubt zu wissen wie man Victor endgültig besiegen kann, doch dafür benötigt sie die Hilfe von Marybeth, die nicht gerade begeistert ist die Erlöserrolle aufgezwungen zu bekommen...


Asche zu Crowley und Crowley zu Staub...

Hatchet“ geht in die dritte Runde und es ist noch alles beim alten? Nein, nicht wirklich. Nicht nur dass hinter den Kulissen „Hatchet“-Erfinder und Regisseur der ersten beiden Teile Adam Green Regie-Neuling und Darsteller aus Teil 2 BJ McDonnell das Ruder überlässt und den Streifen selbst nur produzierte, auch an den Unterhaltungsschwerpunkten wurde ein wenig herumgeschraubt. Auch „Hatchet 3“ ist noch immer eine Horror-Komödie, aber der Humor kommt großteils unterschwellig daher und nicht mehr mit dem Holzhammer bearbeitet wie in den Vorgängern. Wer auf Gore und Gewalt steht muss nun jedoch nicht mehr bis zum letzten Drittel warten, Crowleys Greueltaten sind diesmal über den kompletten Film gut verteilt worden.

Wer jedoch hauptsächlich wegen des Blutgemetzels einschaltet sollte gewarnt sein, ist „Hatchet 3“ in der DVD-Veröffentlichung Deutschlands doch nicht nur heftigst geschnitten, sondern auch noch so schlecht dass man die Lücken ständig bemerkt. Hier ist jemand tot der es zuvor nicht war, dort bricht die Hintergrundmusik plötzlich ab. Die Sittenwächter haben mit dem Filmmaterial ein ähnliches Massaker angerichtet wie Victor Crowley im Film selbst, aber das ist für Freunde des Genres ja nur ein altes Stück traurige Geschichte Deutschlands, einem Land das keinen Zugang zu moderner Kunst zu haben scheint.

Durch den Mangel an wirklich lustigen Charakteren und spritzigen Dialogen, meiner Meinung nach die Haupttrümpfe der Vorgänger, schaut sich Teil 3 nicht mehr ganz so kurzweilig wie seine beiden Vorgänger, und auch eine teilweise recht lustlos betonte Synchronisation arbeitet zusätzlich kontraproduktiv gegen ein besseres Ergebnis an. Horror-Ikone Danielle Harris kommt trotz Erstnennung im Vorspann viel zu kurz und darf lange Zeit nur mürrisch vor sich her schimpfen, und Richtung Finale ärgern einige unglaubwürdige Verhaltensweisen, obwohl der restliche Streifen für einen Fun-Horrorfilm versucht seine Handlung relativ logisch zu halten und gerade unsinniges Verhalten auf irgendeine Weise zu rechtfertigen. Schade dass es solche Bemühungen nicht bis zur Ziellinie geschafft haben.

Insgesamt ist aber noch immer ein solides Werk für die Dauergäste im Horror-Genre entstanden, eines zu einer Reihe an die man ohnehin nicht größte Erwartungen hegt. Die „Hatchet“-Filme machen Spaß, nicht mehr und nicht weniger. Aber ähnlich wie die asiatische „The Call“-Reihe, so ist auch in dieser Trilogie bemerkbar wie sehr sich Teil 3 stilistisch von den Vorgängern unterscheidet, wohingegen „Hatchet 2“ eher wie ein Zwillingsbruder von Teil 1 wirkte.

Kommentare:

  1. Die Zensur regt sowas von auf! Die hatten ja schon den zweiten Teil komplett entstellt. Zum Kopfschütteln!

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    1. Ja, ich weiß. Allerdings habe ich nicht in Erinnerung, ob mich die Schnitte da so extremst genervt haben wie hier - logischer Weise ganz davon abgesehen dass schneiden immer Scheiße ist.

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