Sonntag, 30. März 2014

WICKED LAKE (2008 Zach Passero)


Eine Gruppe junger Frauen mietet eine einsame Hütte am See, um dort Urlaub zu machen. Eine Bande Frauenschänder lauert ihnen dort auf, doch ab Mitternacht dreht sich der Spieß um...


Der Teufel tanzt um Mitternacht...

Eine Bande degenerierter Frauenschänder, unter Anleitung des Klügsten der Familie, in Ehren des noch vor sich hin vegetierenden Vaters fortführend was er ihnen gelehrt hat, das hat es schon das ein oder andere Mal nett umgesetzt gegeben, ebenso die Idee, dass nicht alles ist wie es scheint und aus Opfer Täter und aus Täter Opfer werden. Ein Independent-Film des neuen Jahrtausends lebt fast ausschließlich vom Wiederkäuern bereits Vorhandenem in kostengünstigerer Umsetzung, kann als Zwischendurch-Verzehr mit niedrigen Ansprüchen also häufig auch mal unterhalten. Leider gehört „Wicked Lake“ nicht zu dieser Gattung Film, und er erhält mit seiner Nähe zum Amateurfilm-Niveau bei solch mieser Umsetzung auch keinen Anfänger-Bonus.

Wohin „Wicked Lake“, in dem der titelgebende See kaum auftaucht, tendiert, darf man gleich bei der ersten Aufnahme erfahren, sichten wir ganz zu Anfang doch erst einmal eine nackte, junge Frau. Wir befinden uns in einem Zeichenkurs mit einem Aktmodell, so dass ich meine erste böse Vorahnung revidierte, aber nein, auch außerhalb des Zeichenunterichts wimmelt es nur so von Möpsen, ergänzt durch lesbische Erotik. Selten schafft es ein Film damit Zeit zu strecken und am Ende dennoch ein passables Ergebnis abzuliefern. Dass man von Schauspielerseite nichts zu erwarten hat, zeigt kurz darauf das dilettantische Spiel eines jungen Mannes, der einen Minderbemittelten spielen soll. Liegt am Alter? Dann würde spätestens sein alter Vater im Rollstuhl Talent versprühen. Aber auch hier: Fehlanzeige!

Dank einer schlechten Beleuchtung, eines dümmlichen Drehbuchs und dem Unvermögen dem Ganzen auch nur den Hauch von Atmosphäre zu bescheren, ist das aber auch nicht weiter wild. „Wicked Lake“ ist das Paradebeispiel eines schlechten Filmes, in welchem klar wird, dass die Verantwortlichen schnell Kohle machen wollten, anstatt zu wissen was man als Horror-Nerd sichten möchte. Viel zu lange dauert es bis die entscheidende Wende erreicht ist, zu lange musste man zuerst uninspirierte Erotik sichten und hinterher das öde Erniedrigen der Frauen ertragen, ehe die Wandlung vom Opfer zum Täter für einen Umwurf der Story taugen soll.

Doch auch damit wird der Film nicht besser. Nackedei-Monster-Frauen, irgendwo pendelnd zwischen Hexe und Vampir, knabbern nun einen nach dem anderen an. Spätestens hier nervt besagte schlechte Beleuchtung endgültig, denn im Wald bei Nacht und in einer recht dunklen Hütte sieht man bei den Attacken nie konkretes was zumindest dem Gorehound hätte schmecken können. Damit die Opfer nicht zu schnell ausgehen, schickt man noch ein paar Rednecks vorbei (woher auch immer die wissen wo die Mädels aufzufinden waren) und lässt man zwei Cops auf die Fährte der dämonischen Weiber kommen.

Die werden zunächst jedoch zu kurz eingestreut und gewinnen erst kurz vor Schluss an Bedeutung, als dass man mit ihnen jene Identifikation aufbauen könnte, die uns mit jeder anderen Figur verweigert wurde. Scheinbar hielt man den Darsteller des älteren Polizisten für ein richtig dolles Zugpferd am Rand, immerhin wurde ihm die Ehre zuteil im Vorspann bei der Darstellernennung mit seinem Rollennamen zusammen ganz am Schluss gelistet zu werden. Wahrscheinlich war er tatsächlich der talentierteste Akteur von allen. Aber nennenswert war seine Leistung nicht.

„Wicked Lake“ ist pure Zeitverschwendung. Es wird nie spannend, man sieht kaum Blut, und Titten kann man woanders ebenfalls aufregender sichten. Auch als Teeniefilm für Möchtegern-Hexen a la „Der Hexenclub“ taugt der Streifen nichts. Macht also bloß einen großen Bogen um dieses Werk, auch als Vielseher des Genres Horror. schlecht


Weitere Reviews zum Film:

TERROR TRAP - MOTEL DES GRAUENS (Terror Trap 2010 Dan Garcia)


Ein zerstrittenes Ehepaar landet durch eine Notsituation in einem Motel, in welchem die Gäste als Opfer für Snuff-Movies herhalten müssen...


Terror als Paartherapie...

Drei Jahre nach „Motel“ versucht sich Dan Garcia an fast exakt dem gleichen Plot, was erklären könnte, warum er neben Drehbuch und Regie auch gleich die Produktion übernehmen musste. Andererseits: wer diese Hauptfaktoren alle selbst im Griff hat, ist auch Herr über sein Projekt. Und da es bei „Motel“ an manchen Ungereimtheiten in der Logik mangelte, hätte „Terror Trap“ eine angenehme Alternative zum bekannteren Streifen werden können. Nach Sichten weiß ich aber nun: „Motel“ ist der wesentlich bessere, da spannendere Film.

In „Terror Trap“ weiß man schnell was los ist und was die Hintergründe sind, während das zentrale Paar eigentlich nur begreift, dass ihm nach dem Leben getrachtet wird. Es entdeckt nicht die Kameras und versteht nicht die Ausweglosigkeit seiner Situation. Und Dan Garcia versteht nicht, dass es dem Spannungsbogen wesentlich mehr nützt nah am Opferpaar zu arbeiten, anstatt nah an den blutgeilen Rednecks. Und um Spannung schien es ihm theoretisch zu gehen, verzichtet er doch noch mehr auf Folterszenen als im diesbezüglich bereits zahmen Vorbild, das sich wie eine Lightversion von „Hostel“ schaute. Und da „Terror Trap“ im Ergebnis weder sonderlich spannend noch sonderlich blutig ist, kann er als billige Kopie eines erst kürzlich zuvor erschienenden Filmes gleicher Story nur verlieren.

Leider holt Garcia auch nichts aus den wenigen eigenen Ideen heraus, wie dem eher unsinnigen Szenario, dass hier nicht der Videokunde bedient wird, sondern ein Livepublikum vor Ort, das ebenfalls im Motel sitzend auf die Monitore starrt um Snuff serviert zu bekommen. Wenn unser Held am Ende, ohne zuvor eine halbwegs clevere Idee gehabt zu haben, wie ein Stallone bewaffnet durch das Motel laufen darf um Rächer, Richter und Henker in einem zu spielen, werden die glotzenden passiven Mittäter durch ein paar Schüsse verjagt, mehr passiert ihnen in dem sonst so selbstgerechten Horror-Genre nicht. Dass diese für Snuff-Aufnahmen zahlenden Hinterwäldler anbei das unglaubwürdigere Klischee vertreten, als die Alternative, dass seelenlose Yuppies eine gehörige Geldsumme dafür zahlen würden, ist eine weitere Fehlentscheidung Garcias.

Waren die Protagonisten in „Motel“ gefordert ideenreich zu handeln, was sowohl Opfer- als nach fehlerhaftem Ablauf auch Angreiferseite betraf, so folgen wir dem anfangs zerstrittenem Paar, das ebenso wie in der Vorlage durch diese Extremsituation wieder zueinander findet (jedoch unglaubwürdiger und emotional distanzierter erzählt als im Film mit Luke Wilson), bei ihren ewigen Fluchtversuchen. Die Mörder handeln bei ihrer Verfolgung zunächst absichtlich passiv, um sie zurück ins Motel zu drängen, doch kaum ist das Paar im Besitz eines zur Waffe umzuwandelnden Gegenstandes, haben die Feinde keine Chance mehr. Kaum auszumalen was passiert wäre, wenn die Snuff-Organisation im gern bewaffneten Amerika mal auf ein Paar gestoßen wäre, welches im Besitz einer Pistole ist.

Wie bereits erwähnt bekommen wir im Finale so eine Art Antwort auf diese Frage serviert. Es wird geballert bis der Arzt kommt. Der Mann darf klassisch die eigentlich recht taffe Frau retten. Alle sind tot, man flieht vom Ort der schlechten Erfahrungen und gegen alle Zuschauererwartungen war es das nun auch. Da wartet keine böse Überraschung mehr auf das Pärchen, sondern lediglich auf den Zuschauer, der nun noch gefühlte 5 Minuten mit dem Restfilm verbringen muss, der uns weitere Hintergründe der Organisation zeigt mit dem bereits in der Hauptgeschichte eingeführten wahren Drahtzieher, nur dass man diesbezüglich nichts ansatzweise interessantes präsentiert bekommt. Letztendlich beweist Garcia mit diesen letzten Szenen nur erneut, dass ihm die Bösewichter wichtiger waren als die Opfer. Und da die Zuschauer trotz mittelmäßigem Ergebnisses von meiner Seite aus ebenfalls als Opfer bezeichnet werden können, kann man diesen Satz auch gerne sie bezüglich anwenden. schlecht


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Mittwoch, 26. März 2014

ADAPTION. (2002 Spike Jonze)


Charlie Kaufman will ein Drehbuch zu einer literarischen Vorlage schreiben, ohne diese zu verfälschen. Da es in dem Buch vordergründig lediglich um Pflanzen geht, stößt er an die Grenzen seines Könnens...


Die böse Stimme aus dem Off...

Nicolas Cage, nein, was wird er immer Opfer von Gespött, weil er es liebt zu übertreiben, selbst dann wenn man es nicht sollte. Somit passt er hervorragend in diesen Film hinein, einen den man gesehen haben sollte, wenn man nicht glauben kann oder will, dass dieser Mann auch anders kann. Er tut etwas das er nicht darf, jedoch nicht in diesem Film und deswegen passt er hinein? Was für ein wirres Zeug schreibt Schlombie da?

Drehbuchautor Charlie Kaufman arbeitet zunächst an einem Drehbuch zu einem Buch, im nächsten Schritt schreibt er hierfür über sich selbst. Der Drehbuchautor von „Adaption.“ ist Charlie Kaufman, der für diesen Film also über sich schreibt, bzw. über ein Fake-Ich, so wie Malkovich in „Being John Malkovich“ sein eigenes Fake-Ich spielte, in einem Film der übrigens auch aus der Feder Kaufmans stammt. Ein Erfolgsrezept wird damit nicht plump wiederholt, auch wenn zudem der Regisseur beider Filme der selbe ist. „Adaption.“ geht als Tragikomödie in eine völlig andere Richtung und zeigt anhand authentischer Monologe und eigentlich recht belanglos wirkender Passagen, was in Menschen vorgeht, speziell im Kopf eines einfallsreichen Autors ohne Ideen.

Kaufman ist der Mann wilder Ideen. Seine Filme treten gängige Erzählstrukturen mit den Füßen, Strukturen für die Theoretiker morden würden um ihre Richtigkeit zu unterstreichen. Und Kaufman stellt uns im hier besprochenen Streifen einen solchen Mann seinem eigenen Ich gegenüber, einer der glaubt zu wissen wie ein Drehbuch auszusehen habe, und der den Bruder Kaufmans (auch von Cage gespielt) inspiriert ebenfalls ein Drehbuch zu schreiben. Der eigene Bruder verlässt sich auf vorgekaute Formeln, während Kaufman, berühmt für seine schrägen Ideen, diesmal so wenige hat, dass selbst das braven Mustern folgende Drehbuch seines Bruders besser ausfällt als seine bisherigen Entwürfe zum aktuellen Projekt.

„Adaption.“ erzählt davon dass man anders sein muss als das was angeblich richtig ist. Er erzählt davon dass man sich verändern muss, oder es tut ohne es zu wollen, was auch immer. Aber auf jeden Fall dass es kein richtig oder falsch gibt. Und damit passt Nicolas Cage hervorragend in diese Geschichte, zumal er gegen seinen Ruf besetzt ist und stille Töne in Mimik und Gestik einbaut anstatt wie verhasst überzuagieren. Er pfeift auf das Erwartete ebenso wie der Fake-Kaufman, der innerhalb der Geschichte nicht nur ein Seminar seines mentalen Feindes aufsucht, sondern auch noch einen seiner Ratschläge beherzigt, der so unsinnig klingt, der Geschichte aber Recht geben soll. Somit wird das grundlegend Falsche richtig wenn es in der Ausnahme der tut, der sich sonst dem richtigen zuwendet. Alles läuft konsequent gegen den Strich in einer Erzählung, die uns vorgaukelt man wäre als Zuschauer gerade bei der wahren Entstehung jenen Drehbuches beteiligt, dessen Film man gerade sichtet.

Das ist alles nur halb so verwirrend umgesetzt wie es sich in diesem Text lesen mag, und es ist auf seine ganz eigene Art einfallsreich, tiefsinnig und keineswegs gewöhnlich. Und doch hat „Adaption.“ nicht das Kaliber eines „Being John Malkovich“ oder „Vergiss mein nicht!“, beides Werke die vor Ideen nur so übersprudeln und beide auf ganz eigene Art zu bewegen wissen. Der eine als bösartige Satire, der andere als lebensbejahende Satire mit einem ungewöhnlichen Mix aus Science Fiction und Lovestory. „Adaption.“ ist im direkten Vergleich zu gewöhnlich, lässt auf ruhigere Art die kreativen Wellen höher schlagen, und ist damit im Vergleich zu den anderen Kaufman-Werken ein Abbild dessen wovon er erzählt: das Gegenteil servieren zum Entgegensetzen von Erwartungen.

Hier spiegeln sich Ebenen wieder aus Filmrealität, Buchrealität, Traumsequenzen und eine uns vorgegaukelte Realität, die wir freilich nicht sichten, da wir einen Film sehen. Kaufman provoziert mit diesem Realitätskarussell, provoziert gleichzeitig mit Banalität und damit dass sein Film vordergründig nichts erzählt bevor er gegen Ende ins absichtlich Reißerische abgleitet, um einem vorzugaukeln nun würde doch etwas passieren. Und dabei passiert das Eigentliche versteckt, versteckt und doch offen vorgetragen per Off-Kommentar, ein Stilmittel das von Theoretikern, zumindest laut Film, als billiges Stilmittel eines Autors gilt, ist ein Off-Kommentar doch der leichteste Weg etwas unkreativ auszudrücken.

Doch auch wenn ich das eigentliche Herzstück des Streifens in der zweiten, bzw. fast dritten Reihe parkend für mich entdeckt habe und damit für mich herausgefunden habe wie tief „Adaption.“ tatsächlich geht, mehr als ein sich wohlfühlend gekitzelter Intellekt kommt für mich dabei nicht heraus. Kino, das eigentlich aufwühlen und bewegen könnte, so wie es Kaufman mit seinen in dieser Review erwähnten Vergleichsfilmen geglückt ist, ist „Adaption." nicht geworden, solche Gefühle kommen in mir beim Sichten von der hier besprochenen Tragikomödie nicht auf, ebenso wenig wie ein Identifizieren mit Situationen und Figuren. Letztendlich guckt sich der Film einfach zu theoretisch, vielleicht etwas vergleichbar mit „Human Nature“, der, ebenfalls aus der Feder Kaufmans stammend, ebenfalls vor Ideen nur so übersprudelte, als Komödie zudem mit hervorragendem Humor versehen war und doch zu distanziert blieb, da er keine wirklichen Emotionen beim Zuschauer duldete.

Dass Kaufman-Filme aufgrund ihres kreativen Geistes auch in der distanzierten Ausfertigung interessant sind und unterhaltungstechnisch einen gewissen Spaß versprühen, will ich ihnen gar nicht abstreiten. Trotzdem ist es verglichen mit seinen Werken die dies zulassen traurig wie viel Potential dabei verloren geht, wenn man den Zuschauer nicht tief genug eintauchen lässt. „Adaption.“ ist ein interessantes Werk, weit weg vom Durchschnitt. Aber er ist mir zu theoretisch um ihn wirklich als Empfehlung empor heben zu können. Der intellektuelle Geist eines Filmes bleibt eben doch nur ein Gerüst, wenn die Figuren, die Emotionen und die Situationen nicht zu Fleisch werden. Klingt das jetzt zu sehr nach Cronenberg? interessant


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Dienstag, 25. März 2014

DAS UNSTERBLICHE MONSTER (The Undying Monster 1942 John Brahm)


Ein unheimlicher Familienfluch beschäftigt einen Spezialisten von Scotland Yard...


Im Bann der Bestie...

Parallel zu den erfolgreichen Universal Monsterfilmen wollte auch 20th Century Fox etwas vom Geldkuchen des damals wenig anerkannten Genres Horrorfilm abhaben, und einer ihrer ersten Beiträge diesbezüglich war „Das unsterbliche Monster“, ein Film ein Jahr nach „Der Wolfsmensch“ mit einem Hauch Werwolf-Thematik versehen, mehr jedoch an „Sherlock Holmes“ aufgrund der rätselhaften Krimi-Thematik und an „Das Cabinett des Dr. Caligari“ aufgrund der Auflösung erinnernd. So spukt einem noch am ehesten „Der Hund von Baskerville“ als verwandter Stoff durch den Sinn, unterstützt dadurch, dass der hier vorliegende US-amerikanische Film, wahrscheinlich aufgrund der literarischen Vorlage, ebenfalls in England spielen soll.

Für Amerikaner sprechen unsere Helden sogar recht nuschelfrei, ein authentisches England bietet uns deren Auftreten dennoch nie, aber was soll man sich da beschweren, funktionieren doch auch die deutschen Wallace-Filme meist, obwohl sie diesbezüglich ebenfalls ein (charmantes) Makel besitzen. Da „The Undying Monster“ (Originaltitel) für einen Billigfilm recht professionell inszeniert ist, verzeiht man auch ihm dieses Wackeln in der Glaubwürdigkeit gern, ist er doch optisch und akustisch ansonsten stimmig umgesetzt.

Der Soundtrack ist freilich übertriebendste Terrormusik, wie sie zu den 40erJahren genauso dazu gehört wie das Schwarz/weiß im Bild. Die Optik hingegen ist eine positive Überraschung: unheimlich wirkende Studioaufnahmen die das Außen darstellen sollen und ein uriges Setdesign von Schloss und Laboratorien, hier schaut man gerne hin, zumal die Beleuchtung und das Spiel mit Licht und Schatten über Durchschnitt gehalten sind.

Die Geschichte um einen alten Fluch war schon seinerzeit klassisch zu nennen, und die einzelnen Elemente am Rande sind es ebenso. Vom wehenden Vorhang über ein Geheimzimmer im Keller ist jegliches charmante und zum Genre einfach dazugehörende Klischee vorhanden, auch wenn das Geheimzimmer ein schlechter Vergleich zu sein scheint, weiß doch jeder der Protagonisten über den angeblich geheimen Raum bescheid, nur ein Beispiel einiger im Film enthaltener Faktoren, die trotz sonst so gelungener Umsetzung für unfreiwillige Komik sorgen.  Auch freiwilliger Humor wird als Randerscheinung integriert, und der weiß sogar zu wirken, lediglich der Schluss-Gag wirkt unangebracht, da zu aufgesetzt.

Dass der Horrorfilm, der sich eher wie ein Grusel-Krimi guckt, trotz der eigentlich sehr positiven Elemente und akzeptabel agierender Schauspieler nicht wirklich zünden mag, liegt an seinen letzten 20 Minuten, die inhaltlich nicht wirklich zu überzeugen wissen und sich eher mit einer schlichten Ausrede aus der Affäre ziehen, anstatt der stimmigen Geschichte ein passendes Ende zu bescheren. Dass der Film zu geschwätzig wäre, wie ihm gerne des öfteren vorgeworfen wird, kann ich hingegen nicht bestätigen, im Gegenteil: durch den Hauptaspekt der Forschung wirken die zahlreichen Dialoge sehr passend und erfrischend. Ein schwach umgesetzter Spezialeffekt am Ende zeigt zudem deutlich auf, dass es gut ist nicht vermehrt auf Effekte gesetzt zu haben und die Story stattdessen mehr über Worte vermittelt zu bekommen.

Ein zu unrecht vergessener Streifen ist „The Hammond Mystery“ (Alternativtitel) nicht, wirklich interessant ist er eigentlich nur aus nostalgischen und aus cineastischen Gründen. Ein Reinfall ist John Brahms Werk jedoch bei weitem nicht, dafür sieht man ihm zu sehr die deutsche Herkunft der Grusel-Handschrift an und dafür wissen die ersten 40 Minuten zu stimmig zu unterhalten. Wie für die 40er Jahre typisch läuft der Film auch gerade einmal leicht über eine Stunde, so dass „Das unsterbliche Monster“ trotz vergeigtem Ende flott zu gucken ist. Freunde klassischer Horror-Kunst, die auch gerne mal Durchschnitt genießen, sind also dennoch herzlich eingeladen sich Brahms Werk einmal zu Gemüte zu führen. unterhaltsam


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Montag, 24. März 2014

EIN JAHR VOGELFREI! (The Big Year 2011 David Frankel)


Vogelbeobachter nehmen sich ein Jahr Zeit um den Wettbewerb im Birding zu gewinnen, bei welchem jener der Sieger ist, der die meisten Vogelarten gesichtet hat...


Amsel, Drossel, Fink und Kinostars...

In manchen Ländern, wie z.B. in den USA, ist das Birding, das wir hier schlicht als Vogelbeobachtung kennen, ein heißbegehrtes Hobby unter Gleichgesinnten. Und obwohl sich diese Leute für ihre Freizeitbeschäftigung teilweise so viel Zeit nehmen, dass sie sogar mit dem Flugzeug durch die Gegend ziehen um in bestimmten Jahresabschnitten seltenere Vogelarten an ganz speziellen Orten aufzuspüren, darf man sich als Cineast berechtigt die Frage stellen: lohnt sich ein Film über Menschen, die Vögel gucken?

Nun ja, klingt als Drama plump, mag aber sicher als Komödie funktionieren, denkt man sich im nächsten Schritt. Und Jack Black, Owen Wilson und Steve Martin auf der Besetzungsliste klingen dann doch verführerisch, auch wenn sie alle ihre beste Zeit hinter sich haben. Aber scheinbar lockten diese Stars nicht nur das Publikum, sondern auch die Produzenten. Schaut man sich das müde und ereignislose fertige Produkt an, bekommt man das Gefühl, dass da nur Geld wegen der Stars floss. Warum sollte man sonst Kapital in dieses Projekt fließen lassen? Weil man den ersten Film über das Birding als Hauptthema fertigstellen wollte? Wohl kaum! Andererseits: wer weiß?!

„Ein Jahr vogelfrei!“ ist nun nicht die Schlaftablette, die man nach diesen Zeilen vermuten würde, auch wenn ich nach 30 Minuten dachte, dass ich eine komplette weitere Stunde nicht überstehen würde. Ab einem gewissen Punkt interessiert man sich als hartnäckiger Zuschauer dann schon wie die recht vorhersehbare Geschichte ihr Ende findet, zumal keine der Figuren bösartig gezeichnet ist. Wer soll also gewinnen?

Jedoch geht alles so versöhnlich vonstatten dass die Geschichte ohne Schmackes erzählt wird. Selbst die Schurkenrolle, die Owen Wilson zugeschrieben bekommt und auch schon des öfteren zur Zufriedenheit des Publikums bewerkstelligt hat, wird viel zu nett dargestellt, was zwar zum Ende hin für einige Überraschungen sorgt, aber statt dieser hätte ich definitiv lieber eine etwas schwungvollere Geschichte gesichtet.

Dass bei diesem Hobby in der Ruhe die Kraft liegt und der Film deswegen nicht der „Speed“ der Komödienwelt werden konnte/durfte, ist mir schon klar, aber ein Film über ein kaum nachvollziehbares Hobby, bei dem es lediglich darum geht mitzufiebern wer denn nun gewinnen mag, der scheint tatsächlich nur deswegen umgesetzt zu sein, weil irgendwer mit Geld das Birding irre aufregend findet. Somit ist „The Big Year“ (Originaltitel) ein Film mit schrulligen Figuren für schrullige Menschen, Menschen die rein zufällig voll aufs Vogelbeobachten abfahren. Bitte, soll‘s ja geben. Aber um mich zu unterhalten waren weder die Figuren schrullig genug, noch die Situationen a la Coen-Brüder  schrullig genug umgesetzt. mittelmäßig


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Sonntag, 23. März 2014

HOUSE OF CARDS - STAFFEL 1 (House Of Cards 2013 David Fincher u.a.)


Der Kongressabgeordnete Underwood erhält nicht wie versprochen den Posten des Außenministers nach gewonnener Wahl, also heckt er einen hinterlistigen Plan aus, um sich innerhalb der eigenen Reihen zu rächen...


Machtspiele...

Die auf einer 90er Jahre Mini-Serie basierende Serie „House Of Cards“ ist gerade zu Beginn keine leichte Kost, kommt die erste Folge doch sowohl etwas wackelig als auch etwas umständlich daher. Der Charakter des Underwood bekommt zu extreme Sprüche in den Mund gelegt, die ihn als Schurke kennzeichnen sollen, die Begebenheiten werden recht kopflastig abgearbeitet, und da nebenbei noch die Charaktere ein wenig zu kurz kommen, bzw. eher die Identifikation mit ihnen, startet die Serie derart schwierig durch, dass manch einer vielleicht danach schon ungeduldig das Handtuch wirft.

Das wäre allerdings schade, denn was der ersten Episode folgt ist eine rundum gelungene Serie, die sich, im Gegenteil zur Vorlage, dem dramatischen Bereich der Geschichte widmet. Zwar ist das Ergebnis nicht so gut ausgefallen wie bei „Dexter“ und „Breaking Bad“, aber auch „House Of Cards“ ist gehobene TV-Unterhaltung jenseits des Fernseh-Niveaus unseres Landes. Für eine professionelle Umsetzung sorgen die Produzenten Kevin Spacey und David Fincher, die nicht die einzigen prominenten Teilnehmer dieser Politserie sind. Auch Regisseur Joel Schumacher lässt es sich nicht nehmen mit Hand an zu legen, und Robin Wright, die Jenny aus „Forrest Gump“, spielt an der Seite von Spacey.

Sympathiefiguren gibt es nicht. Das ist auch gar nicht gewollt. Und wie Underwoods exakter Plan aussieht erfahren wir auch nicht. Wir bekommen ihn Häppchen-weise mit, mal kurz vorher aufgeklärt, mal erst hinterher begreifend. Und ein gutes Drehbuch sei Dank kommt die Rache schleichend, Schritt für Schritt. Beweisen die Verantwortlichen damit Mut zur Ruhe, überraschen sie auf der anderen Seite mit Charakterentwicklungen von Randfiguren, die in anderen Serien über mehrere Staffeln stattgefunden hätten. Damit verlieren die Figuren jedoch nicht ihre Glaubwürdigkeit, und das Tempo auf der einen Seite, unterstützt die ruhige Hand auf der anderen.

Politik und Intrigen, da rutscht man schnell ins Klischee ab. Davon kann sich „House Of Cards“ auch sicherlich nicht freisprechen, aber es ist auch ein in Klischees schwimmender Beruf um den es hier geht, und die Korruption amerikanischer Politik ist ja nun tatsächlich in eine extreme abgerutscht, die keine Satire mehr toppen könnte. Von daher wirkt „House Of Cards“ trotz der anvisierten Bösartigkeit doch immer recht authentisch, was zum souveränen Look, den die Serie in ihrem Stil ausstrahlt, wunderbar passt.

Während die erste Hälfte der ersten Staffel sich schon fast wie die Taten eines Superhelden schaut, der allem Kommenden einen Schritt voraus ist, lernen wir zur zweiten Hälfte der Serie die menschliche Seite Underwoods kennen, die selbstverständlich selbst nicht frei von Fehlschlägen ist. So kommt es immer wieder mal zu Änderungen ursprünglicher Pläne, und die können, wie sich gerade zum Ende hin zeigt, auch mal recht düster ausfallen, düsterer als man es dem Schurken zugetraut hätte.

„House Of Cards“ bleibt also bis zum Schluss überraschend, bietet eine interessante Geschichte, die in mehreren Erzählsträngen gehalten ist und wird unterstützt von Profis ihres Fachs. Ob das nun die Darsteller, die Regie, die Verantwortlichen der Optik sind oder der Komponist des Titelliedes, ein Song der in seiner unterkühlten Art sehr gut zur Psychologie der Serie passt: die Chemie weiß zu stimmen. Also: einmal die erste Folge überstehen, und einer guten gehobenen TV-Unterhaltung steht nichts im Weg. sehenswert


DIE VÖGEL (The Birds 1963 Alfred Hitchcock)


In einer kleinen Küstenstadt fallen ohne ersichtlichen Grund Vögel über die Menschen her. Manch einer kommt bei diesen Attacken um...


Erst mit dem Hund Gassi gehen, dann wird mit den Vögeln gespielt...

„Die Vögel“ ist nicht nur mein bislang liebster Alfred Hitchcock-Film, er ist auch meiner Meinung nach bisher der beste Tier-Horror der je gedreht wurde. Dass selbst ein solch geglücktes Werk wie „Der weiße Hai“ nicht an die Genialität eines „The Birds“ (Originaltitel) heran reicht, obwohl beide nahezu perfekt umgesetzt sind und über einen ungeheuren Spannungsbogen verfügen, liegt, so lässt sich zumindest vermuten, daran, dass es Hitchcock hier nicht bloß um den Kampf Tier gegen Mensch geht. Hier geht es um eine geradezu apokalyptische Situation.

Die komplette Menschheit ist möglicher Weise dem Untergang geweiht.  Tiere organisieren sich, ähnlich wie im Kinderfilm „Konferenz der Tiere“, um uns den Kampf anzusagen. Zwischen den Zeilen spiegelt sich immer wieder die Aussage wieder, dass der Respekt zurück gefordert wird, den der Mensch den Tieren gegenüber verloren hat. Sehr deutlich wird dies im Finale, wenn ihnen dieser Respekt entgegen gebracht wird, die Menschen jedoch inmitten einer zurückhaltenden Situation immer wieder kleine Kostproben einzelner Vögel dessen erhalten, wie es sich anfühlt respektlos behandelt zu werden.

Um seinen Film zu einem theoretisch recht lächerlichen Thema effektiv wirken zu lassen, greift Hitchcock zu recht einfallsreichen Tricks. Neben den obligatorischen und heute noch wirksamen Spezialeffekten und dem oft an anderer Stelle erwähnten Trick einen Film komplett ohne Musikuntermalung zu inszenieren und stattdessen die Geräusche der Vögel wirken zu lassen,  arbeitet Hitchcock mit etwas, das er schon zuvor in „Psycho“ als psychologischen Methode angewendet hat: er lenkt mit einer völlig anderen Geschichte vom Hauptgeschehen ab. Wusste man in „Psycho“ nicht so genau was einen erwartet, so ließ ein Titel wie „Die Vögel“ nur wenig Fragen offen, so dass der Zuschauer um so intensiver von diesem Vorwissen abgelenkt werden musste. Deswegen ist es so konsequent zu nennen, dass Hitchcock einen humoristischen Einstieg wählte, um einem das hereinbrechende Chaos um so intensiver spüren zu lassen. Ähnlich bereitete Cameron später das „Titanic"-Unglück vor.

Wenn die Hauptrolle urplötzlich aus dem Nichts von einer Möve attackiert wird, schafft es Hitchcock aufgrund dieses Überraschungsmomentes aus einer recht harmlosen Szene eine sehr effektive zu zaubern. Ohnehin arbeitet Hitchcock eigentlich mit recht simplen Effekten und setzt lieber auf Akustik und bedrohliche Vorzeichen, um den Zuschauer zu verunsichern und ihn die so banal klingende Bedrohung als Grauen spüren zu lassen.

Seinen intensivsten Moment besitzt „Die Vögel“ dementsprechend in jener Szene, in welcher wir den Großteil einer Vogelattacke lediglich hören, während die Protagonisten, noch Jahre vor (!!!) „Die Nacht der lebenden Toten“, sich im Haus verbarrikadiert haben, um sich vor den Angreifern von draußen zu schützen. Hin und wieder darf ein Vogel mal durch ein Fenster durchbrechen. Das ist jedoch schon das Maximum dessen was wir in dieser besagten Szene von den Tieren gezeigt bekommen.

Dementsprechend wichtig ist es auf gute Darsteller zu bauen, die es schaffen die Panik in ihrem Gesicht derart intensiv und authentisch wirken zu lassen, dass man sie nachempfinden, ja geradezu spüren kann. „Die Vögel“ geht ins Mark, und er wird jeden überrumpeln, der aufgrund des frühen Erscheinungsjahres vermutet er hätte ein harmloses Filmchen vor sich. Nichts könnte ferner der Wahrheit sein. „Die Vögel“ lässt sich viel Zeit zur Vorbereitung, aber legt er erst einmal los arbeitet er sich von spannungsgeladenen Vogelattacken zu einer pessimistischen Endzeitstimmung vor, die in einer Finalszene endet, wie sie wohl kaum besser hätte ausfallen können.

Dass auf den Weg dorthin die Geschichte trotz wiederholender Vogelattacken nie monoton ausfällt, liegt am Einfallsreichtum Hitchcocks und an einem Drehbuch, welches beweist wie wichtig es in gerade recht banale Geschichten ist mit griffigen und interessanten Charakteren zu arbeiten und ihnen auch scheinbare Unnötigkeiten innerhalb der Figurenzeichnung zu bescheren. Die guten Filme von heute verstehen diese Bedeutung noch. Das Blockbuster-Kino von heute hat diese wichtige Lektion leider längst verlernt.

„Die Vögel“ ist Hitchcocks bislang intensivstes von mir gesichtetes Werk. Er benötigt keine ellenlangen Erklärungen am Schluss wie sein ansonsten sehr geglückter „Psycho“. Er braucht keine reißerischen Mörder, sondern quetscht aus einer banale Bedrohung das Maximum dessen heraus, was im Kino an Spannungspotential möglich ist und erreicht dies nicht rein über einen Horrorfilm-typischen Spannungsbogen, sondern auch ergänzend über eine Art Unwohlsein des zukünftig Hereinbrechenden, sprich über das Unbehagen dessen was wohl kommen mag, hochschaukelnd in eine Aussichtslosigkeit die der Zuschauer immer intensiver zu spüren kriegt, dabei auf eine Erlösung oder zumindest Lösungsmöglichkeit hoffend und doch immer wieder von Hitchcock im Stich gelassen - übrigens auch in Banalitäten.

Die Vogelexpertin bleibt uns nicht nur eine Erklärung schuldig warum passieren konnte was sie immer für unmöglich abtat, sie wendet sich auch von uns, dem Zuschauer, ab, sobald sie eine Vogelattacke miterleben muss und schenkt uns lediglich einen beschämten Blick, bevor sie so schnell aus dem Film verschwunden ist wie sie auch kam. „Die Vögel“ ist Terror-Kino verpackt im klassischen Kino-Stil seiner Zeit, guckt sich deswegen auch nicht wie die später in den 70er Jahren losgetretene und bis heute anhaltende Terrorwelle, die für den modernen Horrorfilm typisch werden sollte, legt ihren zu Beginn absichtlich zugelegten naiven Panzer jedoch ab um in Sachen Wirkung dieser später aufkommenden, wesentlich blutigeren Welle, in nichts nach zu stehen. herausragend

Samstag, 22. März 2014

ESCAPE PLAN (2013 Mikael Håfström)


Breslin testet als Häftling getarnt die Ausbruchssicherheit in Gefängnissen. Bei seinem neuen Auftrag wird er jedoch gelinkt. In einem Hochsicherheits-Knast für die übelsten Fälle muss er beweisen wie gut er wirklich ist. Denn aufgrund einer Verschwörung lässt man ihn dort nicht gehen - wissentlich wer er ist...


Kino auf Video-Niveau...

Auch wenn die meisten Ergebnisse der Filme von Stallone und Schwarzenegger passabel sind, oftmals sogar richtig gelungene Filme waren, so haben die beiden Schauspieler innerhalb ihrer Karriere doch schon immer Böcke geschossen, sprich in Werken mitgewirkt, die vor unfreiwilliger Komik nur so sprudeln, und die man beim besten Willen nicht ernst nehmen konnte. Sie gingen weit über das hinaus, was ohnehin schon an den besseren Filmen der beiden belustigte. Bei Schwarzenegger wären diesbezüglich „Running Man“ und „Phantom Kommando“ hervorzuheben, Stallones größte Trash-Trümpfe waren „Rocky 4“ und „Driven“.

Klar freue ich mich auch über solche Ausrutscher, bieten sie doch einen hohen Grad an anspruchsloser Unterhaltung, aber wenn man die Action-Ikonen endlich einmal gemeinsam in einem Film erleben darf, weit über das Maß eines „Expendables 2“-Blenders hinaus, dann enttäuscht es schon etwas, dass diese erste wirkliche Zusammenkunft so unterirdisch ausgefallen ist.

Und überhaupt! Was ist in den großen Planer Schwarzenegger geraten, der in seiner Karriere nur selten unüberlegte Schritte gegangen ist? Wie konnte er bei einem solch kritischen Prozess wie dem eines Comebacks, so kurz nach dem geglückten „The Last Stand“, auf ein Pferd setzen, dem derart die nötige Kohle fehlte, dass er sich rein optisch wie ein billig zusammengeschustertes Digital-Werk für den DVD-Markt anschaut? Weit entfernt von dem Niveau eines Asylum-Filmes ist man nicht - rein von der Optik her betrachtet. Und in Sachen Unsinn ist man auch nicht allzu weit von der Klasse der gefürchteten Billigschmiede entfernt.

Allein die Grundidee des Streifens ist schon völliger Blödsinn, wenn mächtige Menschen Söldner engagieren, um ihre Feinde für immer weg zu sperren anstatt sie sofort umlegen zu lassen. Aber dies ist nur die Grundlage für allerhand anderen Nonsens wie viel zu schnell rostendes Metall, ein Profi-Brain, dem man nur mit dem Argument „Ach komm!“ kommen muss, damit er innerhalb von 3 Sekunden seine zuvor geäußerte Meinung ändert, Zellen eines High Tech-Sicherheitsgefängnisses, in denen man die Häftlinge nicht einmal belauschen kann und einem für Söldner arbeitenden Arzt, der trotz dieser Berufswahl auf das Argument des Hippokratischen Eides eingeht, auch wenn er in einem Buch erst einmal nachschlagen muss was er da einst geschworen hat.

Es hagelt Irrsinn hoch zehn, und wie so oft hält man auch den Zuschauer für zu dämlich. Beispielsweise traut man ihm nicht zu, dass er eine wichtige Figur, die zu Anfang des Streifens auftaucht, nicht ohne Rückblick wieder erkennt, wenn diese am Ende des Filmes noch einmal erscheint. Und wer noch immer nicht von der Plumpheit dieses Streifens überzeugt ist: die One-Liner, die am Genre Action so wichtig sind, erhalten einen neuen kreativen Tiefpunkt wenn Schwarzenegger am Ende sagen darf: „Auf Wiedersehen, Arschloch!“

Positives gibt es auch zu verkünden. Der Gegner ist nicht nur gut gewählt, er bekam auch eine wunderbar passende Synchronstimme beschert, die sein Fiesling-Dasein noch einmal um einen weiteren Aspekt unterstreicht. Trotzdem ist es gut, dass es der gelungenen Dinge nicht zu viel gibt, denn „Escape Plan“ macht als Vollschrott viel Spaß, wenn auch nicht auf dem Niveau der zu Beginn der Review aufgezählten Filme.

Und der Unterschied liegt meiner Meinung nach an den Produktionsbedingungen. Waren die von mir genannten Vergleichsfilme professionell produziert und damit in ihrer unfreiwillig komischen Wirkung um so intensiver, so zündet das Hereinreiten durch Unsinn nicht ganz so gut, wenn bereits die Kosten den Film wie eine cineastische Baustelle wirken lassen. Billig umgesetzte Actionszenen und übelste Digital-Optik ohne das Händchen für eine stimmige Bildüberarbeitung lassen einen verwundert die Augen reiben, wenn man  bedenkt dass „Escape Plan“ im Kino gelaufen ist.

Sollte ein solches Niveau im Kino Standard werden, sind wir nicht mehr weit von der Realität von „Idiocracy“ entfernt. Dann hat The Asylum doch mehr Anhänger, die den Scheiß ernstgemeint konsumieren, als ich bislang gedacht habe. Gegen Werke wie „Escape Plan“ wirken die (gar nicht mal so üblen) 08/15-Statham-Filme wie große Kino-Kunst. mittelmäßig

Sonntag, 16. März 2014

BACHELOR PARTY MASSACRE (2006 Schumacker Halpern Overdrive)


Auf eine Junggesellen-Abschiedsfeier verläuft sich eine gestörte Serienkillerin, die aus der Nervenheilanstalt ausgebrochen ist und nun fälschlicher Weise für die fehlende Stripperin gehalten wird...


Ein tödlicher Irrtum...

Filme über Psycho-Killer, die einen nach dem anderen im Zehn kleinen Negerlein-Verfahren umbringen, gibt es wie Sand am Meer, werden sogar recht oft im Amateursektor umgesetzt und im Independent-Bereich, der oftmals irgendwo zwischen diesem und der Profiproduktionen liegt, erst recht. Werke wie „Sleepover Nightmare“, „Bloody Murder“ und „American Nightmare“ stehen Pate für diese semi-professionellen Produktionen, fallen sie meist doch eher dürftig aus. Positive Überraschungen wie „Bloody Murder 2“ gibt es auf diesem Produktionsniveau nur selten zu sichten. Zu denen gehört „Bachelor Party Massacre“ freilich nicht, was bereits ein Blick auf die Durchschnittsbewertung der OFDb verrät. Man mag mit solch statistischen Zahlen nicht immer konform gehen, aber wenn ein Film bei 37 Stimmen einen Schnitt von 1,59 bei möglichen 10 Punkten erhält, darf man ruhigen Gewissens misstrauisch werden.

Okay, eine solch miese Bewertung hat der olle Streifen nun nicht verdient, aber er ist alles andere als ein halbwegs tauglicher Vertreter seiner Gattung. Das fängt bei den Dingen an auf die andere bei solchen Filmen achten: recht einfallslose Morde in zu zahmen Bildern. Mich interessiert das bei brauchbarer Umsetzung nicht wirklich, sind mir doch andere Dinge viel wichtiger. Dennoch zählt dieser Bereich definitiv zu den Negativpunkten des Streifens.

Wesentlich mehr genervt war ich jedoch von der Optik, die mich von der ersten Szene an aufgeregt hat. Der Film ist nonstop in unruhigen Bildern gehalten, oftmals dabei viel zu häufig die Sicht wechselnd, so als ob man das in anderen Werken vollzogene Filmverbrechen des schnellen Schnittgewitters diesmal auf die langsame Art erleben würde, jedoch ohne dabei Szenenwechsel präsentiert zu bekommen. Als wäre das nicht alles unangenehm genug geht der Kameramann auch immer viel zu nah an die Protagonisten heran, so dass Bilder durch diese penetrante Nähe sich zu ungenau schauen. Eine unterdurchschnittliche Digitalisierung der DVD, welche den Verlauf der Bewegungen etwas abgehakt wiedergibt, geben der Optik den Rest.

Schafft man es dies alles zu ignorieren, um für sich selbst die Frage beantwortet zu bekommen, ob die Verantwortlichen des Streifens ansonsten ein halbwegs ambitioniertes Werk abgeliefert haben, kommt man zu der Ernüchterung dass auch dies nicht der Fall ist. Outtakes im Abspann verraten zwar den Spaß beim Dreh vor Ort, im Film selbst wirkt alles jedoch unmotiviert angegangen. Selbst für das Genre besonders dümmliche Dialoge (die dank der lauten Musikeinspielung oftmals gar nicht richtig verstanden werden können) werden in der deutschen Synchronfassung wie herunter gelesen vorgetragen, und die Gesichter der „Schauspieler“ sprechen dabei Bände, so dass man erahnen kann, dass der Originalton nicht viel besser sein wird.

Der Verlauf der Geschichte wirkt ebenso unmotiviert. Ein großer Teil der Laufzeit wird mit allerhand schlechter Erotik gestreckt. Die Prostituierten wirken dabei ebenso desinteressiert und unsympathisch, wie die notgeilen Proleten der Party und die zickigen Freundinnen, die ihren Lebensgefährten eine solche Feier nicht gönnen. Aber nicht nur sie wirken selbst für US-Verhältnisse besonders bieder. Auch die Aktionen der Erotik-Tänzerinnen werden auf die verklemmte Art vorgetragen, so dass sich das muntere Partytreiben nur hin und wieder in der Ausnahme halbwegs anregend guckt.

Nun braucht auch niemand zum Zeitvertrösten auf eine humorvolle Umsetzung hoffen, wenn man schon mit „Erotik“ totgeschlagen wird und dabei schlechten Dialogen lauschen darf. Aber zumindest schlägt der Killer gelegentlich zu, lässt nach der Eingangssequenz nicht all zu lange auf sich warten, aber auch er ist nicht das Gelbe vom Ei. Er ist eine Sie, das erfahren wir bereits beim ersten Mord, und Genre-typisch maskiert ist die Frau auch nicht. Das würde vielleicht gar nicht enttäuschen, wären die Verantwortlichen des Streifens nicht derart davon überzeugt, dass die Mörderin eine bösartige Ausstrahlung besitzen würde. Das tut sie freilich gar nicht, aber bereits eine kurze Szene zu Beginn zeigt, wie sehr Regie und Produktion auf das angebliche Talent ihres „Stars“ bauen. Da wird die gute Frau von einem gut gebauten Kerl angesprochen, sie guckt auf höchst zahme Art bösartig, trotzdem sucht der starke Muskelmann ängstlich zurückschreckt schnell das Weite. Hallo?

Diese unfreiwillig komische Wirkung behält sie auch im Rest des Filmes bei. Ständig sind Figuren geschockt von der angeblich bösen Mimik der Killerin, teilweise sind zukünftige Opfer aufgrund ihrer Erscheinung gar so lethargisch angeschlagen, dass sie nicht einmal den Versuch unternehmen sich gegen sie zur Wehr zu setzen, selbst wenn sie wesentlich stärker sind und die Wahl der Waffen bei der Psychopathin mal nicht klassisch auf eine Axt fällt. Dass man bei einem derartig fehlschlagenden Selbstbewusstsein im Finale darauf baut, dass diese „düstere“ Killerin auch eine Fortsetzung tragen könnte, erscheint nur selbstverständlich. Zu einer solchen ist es glücklicher Weise nie gekommen.

Und doch - auf seine unbedarfte tolpatschige Art guckt sich der Streifen teilweise recht charmant, gerade zu Beginn wo eigentlich nichts sonderlich dolles passiert. „Bachelor Party Massacre“ hat seine positiven Schundmomente, eben weil er sich jenseits einer glattpolierten Profi-Produktion guckt. Dass dieser angenehme Pulp immer mehr der unfreiwilligen Komik weicht ist schon schade, lässt sich bei der Anhäufung der Makel jedoch nicht verhindern. Zumindest aber rettet ihn diese unfreiwillige Komik vor der Langeweile, zumindest bei gestörten Geistern wie mir, denen man mit solch misslungenen Werken tatsächlich 90 Minuten lang so eine Art Freude bereiten kann. Allerdings zähle ich „Bachelor Party Massacre“ von dem Regisseur mit dem bescheuerten Namen Schumacker Halpern Overdrive, der bislang, zumindest unter diesem Pseudonym, keinen weiteren Film fertiggestellt hat, nicht zu den wirklich partytauglichen Höhepunkten des unfreiwillig komischen Trash-Sektors. Der Film ist eher etwas für genügsame Freunde dieser Art Cine-Spaß, die auch auf weniger brauchbare Art gerne mal Lebenszeit für solchen theoretisch ungenießbaren Schund verschwenden. mittelmäßig


Weitere Reviews zum Film:

Trailer,   OFDb

Dienstag, 11. März 2014

NIGHT OF THE DEMONS 2 (1994 Brian Trenchard-Smith)


Einige Schüler eines katholischen Internats schleichen sich an Halloween heimlich ins Hull House, wo eine Party einst ihr blutiges Ende nahm. Nach unheimlichen Vorkommnissen gelingt es den Teens zwar den unheiligen Ort zu verlassen, in Sicherheit sind sie deswegen aber noch lange nicht...


Lippenstiftwürmer und Titten die zurück grapschen...

Sechs Jahre hat es gedauert bis der eher unbedeutende „Night Of The Demons“ fortgesetzt wurde. Im Jahrzehnt der 90er war die Beliebtheit des Horrorfilms ziemlich abgeflaut. Mit dem Ende der Kultfiguren Jason, Freddy und Michael suchte man immer wieder nach neuen Ikonen, die vom Fan kultig verehrt werden sollten, doch bis auf Chucky blieben die Versuche dieses Jahrzehnts eher unerfüllt. Weder der eigens dafür kreierte Bösewicht aus „Shocker“, noch der halbwegs erfolgreiche „Leprechaun“ in all seinen Filmen wussten die hinterlassene Lücke zu füllen, und Angela, die Gastgeberin aus „Night Of The Demons“, die von einem Dämonen besessen wurde, konnte es erst recht nicht.

Das hätte man vorher wissen können, besitzt sie doch weder einen mystischen Hintergrund, noch weiß sie optisch positiv auszufallen, wirkt sie doch eher wie eine Witzfigur, ähnlich der boshaften Frau aus den mäßig erfolgreichen „Camp des Grauens 2“ und „Camp des Grauens 3“. Scheinbar wusste man gar nicht mehr worauf man setzen musste, um eine neue Kultfigur zu kreieren, für „Night Of The Demons 2“, der bei uns aufgrund des unbekannten ersten Teils seine Videopremiere unter dem Alternativtitel „Night Of The Demons“ erfuhr, bedeutete der Versuch Angela zur Queen Of Horror zu machen die Einschränkungen seiner Möglichkeiten, denn eigentlich ist es immer der Hype um sie, der den Film ausbremst und das gar nicht so ernst gemeinte Werk in die unfreiwillige Lächerlichkeit lenkt.

Als Zwischendurchverzehr geht die Fortsetzung jedoch in Ordnung, weiß sie doch einige Ideen mehr vorzuweisen als ihr etwas arg lahmer Vorgänger. Trotzdem sieht man auchTeil 2 an, dass er nicht wirklich weiß was er erzählen will, so willkürlich und uninspiriert da die Schauplätze gewechselt werden, um ein Fortschreiten der Geschichte vorzugaukeln.

Überraschen tut da recht wenig. Interessant ist zumindest die Verwendung von Weihwasser-Pistolen vor dem Erfolgs-Hit „From Dusk Till Dawn“. Und auch mancher Spezialeffekt, so simpel er auch umgesetzt ist, weiß zu gefallen. Ob da Brüste zu Händen werden, die einem Grapscher die Finger wegätzen, ob da ein ekliger Wurm in gewollter Verbeugung vor „Tanz der Teufel“ einem Lippernstift entweicht, um in eine Frau über ihre ganz persönliche Öffnung zu gelangen, hin und wieder beweisen Drehbuch und Regie Einfallsreichtum. Schade, dass der Film sich trotzdem immer wieder ausbremst, immer dann wenn er den Eindruck macht nun endlich zur Horror-Party zu werden.

Als Teenager fand ich den Film großartig, in meiner strengen Zeit vor 10 Jahren fand ich ihn ziemlich langweilig, und nun bei meiner dritten Sichtung muss ich sagen, dass ich zwar nicht positiv überrascht bin, der Film aber immerhin 90 Minuten zu unterhalten weiß. Auf kleine Abstriche im Tempo-Bereich muss man wie gesagt eingestellt sein, dass der Religionsglaube wieder Wahrheit bescheinigt bekommt geht aufgrund der Thematik in Ordnung, und dass eigentlich keine der Figuren Sympathie beim Zuschauer entfacht ist auch nicht wirklich wichtig. Lediglich dass Angela selbst dann schon nervt, wenn die eigentliche Geschichte noch gar nicht losgegangen ist, ist schon ein wenig schade. Der Tiefpunkt ist auch gleich mit der Eröffnungssequenz erreicht, die der komplette Film nie gebraucht hätte. mittelmäßig

NIGHT OF THE DEMONS (2009 Adam Gierasch)


Eine Halloween-Party an einem verfluchten Ort wird Teenagern zum Verhängnis als diese von Dämonen besessen werden. Sieben an der Zahl müssen es bis Sonnenaufgang sein, um die Hölle auf Erden zu errichten...


Eine Vagina ergänzt den Zaubertrick, der einst mit einem Busen begann...

Im Zuge der Horror-Remake-Welle werden immer wieder Filme neu aufgelegt, die der europäische Filmfreund kaum kennt. Streifen wie „Night Of The Demons“, den seinerzeit Regie-Routinier Kevin Tenney inszenierte, scheinen im biederen Amerika etwas bekannter zu sein als im freien Europa, ansonsten lässt es sich nicht erklären, warum gerade dieses doch eher stimmungsarme Werk eine Neuverfilmung erfuhr. Schließlich ist es nun nicht so, dass man bei besagtem Film von einer echten Handlung sprechen würde, die es wert wäre noch einmal erzählt zu werden, war es 1988 doch schon die x-te Version einer immer wieder leicht variiert erzählten Geschichte.

Schaden kann ein Remake dem Original nie, auch wenn man diesbezüglich hin und wieder andere Meinungen liest. Ist das Original so sehr Durchschnittsfilm wie im hier vorliegenden Fall, ist es fast schon egal wie gut oder schlecht eine Neuauflage ausfällt. Und wenn, wie bei „Night Of The Demons“ geschehen, das Remake gar besser ausgefallen ist als die Vorlage, hat sich die Sache sogar eigentlich gelohnt.

Bei einem schwachen Original bedeutet ein besseres Remake noch lange kein guter Film. Das niedrige Niveau lässt sich bei Gieraschs „Night Of The Demons“, dessen andere Filme ich bislang nicht kenne, auch gar nicht erst übersehen. Klasse sieht anders aus, Anspruch sowieso. „Night Of The Demons“ will lediglich der kleine Partyfilm für zwischendurch sein, und wie es sich heutzutage gehört bedeutet dies, dass auch ordentlich auf den Erotikbereich gesetzt wird. Küsse unter Frauen und Nacktszenen dürfen dabei ebensowenig fehlen wie manch abartige Idee, wie z.B. die interessanteste von allen, die eine Szene aus dem Originalfilm erweitert. Verschwand dort ein Lippenstift eingedrückt in eine Frauenbrust, so holt die Dämonin der Neuverfilmung ihn auch gleich mal innerhalb einer blutigen Prozedur aus ihrer Vagina wieder heraus.

An solchen Szenen merkt man immer wieder wie viel freier Amerika im Umgang mit vulgären Situationen geworden ist. Gleichzeitig merkt man wie lange sie unter der Fuchtel von Religions-Zensoren standen, denn der Nachholbedarf in diesem Bereich wird so derbst angegangen, dass er für Film-Fans aus unserer Region immer ein wenig nervig und aufgesetzt wirkt.

In „Night Of The Demons“ ist es egal, ebenso wie der Mangel an echten Charakteren und einer wirklich erwähnenswerten Handlung. Der Film will Party sein, und dieses Ziel erreicht er eigentlich recht ordentlich, auch wenn ihm die Klasse eines „Piranha“ von Ajas fehlt, um innerhalb seiner Nische wirklich erwähnenswert zu sein. Wer kurzweilige Sinnlos-Unterhaltung benötigt ist hier aber absolut richtig. Langeweile kommt merkwürdiger Weise nie auf, was man eigentlich erwarten müsste bei einer solch monotonen und innovationslosen Erzählung. Aber irgendwie stimmt das Tempo. Die Musik und die Erotik wissen das Werk ebenso zu bereichern, und außerdem fällt es positiv auf, dass sich inmitten von Computereffekten auch so einige handgemachte Ekelszenen eingeschlichen haben.

„Night Of The Demons“ geht ordentlich zur Sache, spart auch nicht an Humor (ohne wirklich zur Komödie zu verkommen), und mit Edward Furlong und einer Darstellerin des Originalfilms hat man auch in der eher routiniert agierenden Schauspielerriege zwei Hingucker für Film-Fans eingebunden. Dass hier jeder Teenager wie ein Pornostar in den 20ern wirkt, kümmert ebenso wenig wie der eigentlich hohle Ablauf der Geschichte. Wer beklagt das Remake sei etwas arg plump ausgefallen, der hat Kevin Tenneys Original entweder übelst überschätzt, oder er kennt es nicht. „Night Of The Demons“ braucht man nun wirklich nicht gesehen haben. Aber bei ein paar Bier mit einigen guten Kumpels kann ein Reinschalten eigentlich kein Fehler sein. unterhaltsam

NIGHT OF THE DEMONS (1988 Kevin Tenney)


Teenager erwecken an Halloween in einem verwunschenem Haus Dämonen und werden von ihnen besessen...


Angela lag richtig...

Zwei Jahre nachdem Regisseur Kevin Tanney mit seinem spießigen „Witchboard“ einen halbwegs akzeptablen Beitrag im Bereich der biederen Horrorfilme abgeliefert hatte und damit seinen Einstieg in das Berufsfeld Regisseur gab, setzte er mit „Night Of The Demons“ ein etwas wilderes und freizügigeres Werk um. Die Ähnlichkeit inhaltlich zu „Dance Of The Demons“ ist durchaus gegeben, wenn man denn überhaupt ernsthaft von einer Handlung sprechen kann, den Kultstatus von dem von Dario Argento produziertem italienischen Werk besitzt Tenneys erster Teil einer bis in die 90er Jahre hineinreichenden Trilogie jedoch nicht. Zwar kennen eingefleischte Horror-Fans den Titel des Streifens, überragend bekannt ist er jedoch nicht.

Das muss auch nicht sonderlich überraschen. Zwar passiert in „Night Of The Demons“ immer etwas, inklusive Mutationen in tollem Dämonen-Make Up, Titten und blutigen Sequenzen, eine wirklich dynamische Erzählung, die das muntere Treiben auch munter wirken lässt, ist Regisseur Tenney jedoch nicht geglückt. Mit Blick auf spätere bessere, wenn auch nicht überragende, Filme wie „Pinocchio - Puppe des Todes“ und „Anthony 2“, kann man dem guten Mann nachsagen, dass er im Bereich des konservativem Horrorfilms mehr Talent besitzt, als in dem Bereich des Party-förderndem.

Eine schlechte Beleuchtung ist der Regie ebenso im Weg ein besseres Ergebnis abzuliefern wie die arg routinierten Kameraaufnahmen, die nie mit interessanten oder wenigstens psychologisch wirksamen Blickwinkeln zu trumpfen wissen. Der stumpfe, nie Atmosphäre versprühende Synthesizer-Soundtrack, wirkt so träge, dass auch er die gemäßigte Stimmung nicht hochschaukeln kann. Und selbst der recht putzig animierte Vorspann will nicht wirklich ziehen, auch wenn dort im Hintergrund ein richtiges Lied spielen darf, welches aber ebenfalls nicht wirklich zu rocken weiß. Da zudem auch noch die Darsteller recht hölzern spielen und die Synchronisation für die damalige Zeit ebenfalls recht kostengünstig und damit unwirksam umgesetzt ist, braucht man sich über das magere Ergebnis nicht mehr wundern.

Ein Total-Reinfall ist „Night Of The Demons“ trotz dieser vernichtenden Aufzählung nicht geworden, als Durchschnittsfilm ohne wirkliche Hoch- noch Tiefpunkte ist er Allesfressern des Genres gerade noch zu empfehlen, auch wenn er sich eigentlich zu theoretisch guckt. Identifikationsfiguren gibt es nicht, und zu den Dämonen hält man eher als zu den Helden. Die weibliche Hauptfigur ist gar so bieder gezeichnet, wie sie heutzutage nur noch in Parodien vorkommen würde. Da kann man jeden Mann verstehen, der diese Frau während einer Party für eine andere sitzen lässt, so sehr nervt sie mit ihrer jungfräulichen Art.

Da ist es fast schon schade, dass Tenney keinen bösen Schluss-Gag die Überlebenden betreffend bereit hält. Damit gerechnet habe ich schon, da die Heldin kurz vor ihrer Flucht von einem Dämonen gekratzt wird. Ist es nun gut, dass die altbackene Idee dass das Böse in der Heldin weiterlebt weggelassen wurde? Keine Ahnung, aber es wäre sicher besser gewesen als das was uns Tenney stattdessen als Pointe beschert.

All zu streng sollte man mit „Night of The Demons“ jedoch nicht umgehen, war er doch seinerzeit für ein Teenpublikum konzipiert, und ein solcher Film hat nun einmal nur eine geringe Haltbarkeitszeit, da Teenager älter werden und zukünftige Teenager-Generationen einen ganz anderen Kick im Horror-Genre suchen. Allesgucker des Genres oder Leute die den Streifen einst zu Teenager-Zeiten sahen, werden sicherlich noch ein wenig Freude beim Gucken empfinden, der Rest braucht sich dieses angestaubte Stück 80er Jahre-Kost aber nicht wirklich antun. Wer es trotzdem tut: Langeweile sieht anders aus. Ein wirksamer Partyfilm jedoch auch! mittelmäßig

Sonntag, 9. März 2014

DIE NACHT DER CREEPS (Night Of The Creeps 1986 Fred Dekker)


Außerirdische Parasiten nisten sich in die Gehirne von Toten ein und lassen sie wieder umher wandeln. Ein Student und ein Polizist sagen den Viechern den Kampf an...


Würmer wollen Gehirn! Gehirn! ...

Mitte und Ende der 80er Jahre war im US-amerikanischen Kino die Hochzeit für den Bereich der Horror-Komödie. Harte Werke wie „Tanz der Teufel 2“ waren dabei ebenso Alltag wie leicht harmlosere Filmchen a la „House“. Gerade der Bereich des Zombiefilms, ein zu diesem Zeitpunkt beim Zuschauerinteresse abflauendes Sub-Genre, konnte mit dem Mix beider Filmrichtungen letzte Atemluft schnuppern, bevor er danach zunächst Jahre lang ein Dasein im Amateursektor hegte. Werke wie „Re-Animator“ und „Return Of The Living Dead“ sollten letzte Höhepunkte sein, sind sie doch nicht so würdelos und albern ausgefallen wie der völlig überzogene „C.H.U.D. 2“, der geradezu Pate dafür steht wie schlecht sich der Mix macht, wenn der Komödienpart zu dominant ausgefallen ist.

Sicherlich war der Bereich der Horror-Komödie als Kompromiss bei manchem Genre-Freund nicht all zu gern gesehen, aber verglichen mit ernsten Zombie-Werken dieser Zeit, wie der unterirdische „Rebellen des Grauens“ und der lahmarschige „After Death", boten die gelungenen Horror-Komödien dieser Zeit, trotz der Symbiose mit Humor, das was der Horror-Fan sehen wollte, und allein schon wegen der Härte weniger das was ein Freund von Komödien sichten will.

„Die Nacht der Creeps“ ist etwas harmloser ausgefallen als die eben erwähnten „Re-Animator“ und „Return Of The Living Dead“. Aber auch er genießt einen Kultstatus, und den hat er meiner Meinung nach auch verdient, so treffsicher wie er sich im Horrorbereich auskennt. Da weht einen allerhand Ironie an, am deutlichsten wohl im Kommentar des agierenden Polizisten zu bemerken, der kurz die Grenze der Leinwand durchbricht, indem er einen Spruch darüber bringt, dass er sich wie im B-Film fühlt. Die Komik wird grundsätzlich als Unterstützung des Horror-Parts eingesetzt, nie hat dieser unter der Komik zu leiden, nie rutscht Regisseur Fred Dekker in zu alberne Bereiche ab.

Und wenn man sich so anguckt was der Film zu bieten hat, braucht man für ein solches Ergebnis auch ein gutes Händchen, würden doch so manche Ideen geradezu die Grundlage dazu bieten falsch umgesetzt all zu albern zu wirken. Ob es nun der Killerhund und die Killerkatze sei, die etwas arg plumpen Oneliner des Polizisten oder solch wunderbar unnötig lustige Szenen wie ein klärendes Gespräch unter Teenagern nach dem Schlussmachen, bei welchem der weibliche Part nicht bemerkt, dass er sich gerade mit einem Zombie unterhält. Fred Dekker inszeniert solche Momente stets mit der nötigen Würde.

Dass die eigentliche Idee ein wenig an den berühmten Ed Wood-Science Fiction „Plan 9 From Outer Space“ erinnert, wird von Dekker gar nicht erst verheimlicht, werden als Verweis doch einige Szenen besagten Werkes im Fernsehen innerhalb des Filmes gezeigt. Aber nicht nur in solch deutlichen Momenten beweist die Geschichte Kenntnisse im Horror- und Science Fiction-Bereich, immer wieder weht einem eine Anspielung an prägende Werke an, immer wieder spielt Dekker mit dem Klischee, manchmal um ihm den Stinkefinger zu zeigen, ein anderes Mal um es als Teil des Genres zu ehren und um zu zeigen, wie man es positiv anwenden kann.

Ähnlich wie „Critters“ beginnt „Die Nacht der Creeps“ zunächst im Weltraum. Hier wie dort gab man sich, trotz der Tatsache dass diese Szenen lediglich als Randerscheinung dienen, bei der Umsetzung der dazugehörenden Spezialeffekte Mühe, so dass die Bilder an Bord einer uns fremden Zivilisation wunderbar anzusehen sind. Sicherlich wirken sie etwas nostalgisch naiv, und doch schauen sie sich in dieser Naivität charmanter als es jede zu ernst umgesetzte Computeranimation heutiger Tage leisten könnte.

Auch die Spezialeffekte der Hauptgeschichte können sich sehen lassen. Zudem sind sie gut über den Film verteilt. Durststrecken gibt es diesbezüglich keine. Immer wieder wird einem ein Monsterhappen zugeworfen, immer wieder bietet „Night Of The Creeps“ (Originaltitel) trotz seiner eigentlich recht monotonen Grundidee etwas neues. Mögen die großen Überraschungen innerhalb der Geschichte auch fehlen, als Fan des Genres wird man immer wieder mit interessanten Gymmicks bei Laune gehalten, so dass einem das arg bekannt vorkommende Szenario gar nicht erst auf den Wecker gehen kann.

Das tut es ohnehin nicht, sind doch dafür auch die Mimen viel zu brauchbar ausgewählt, die Charaktere gerade sympathisch genug um ihnen nicht den Tod zu wünschen und die Geschichte durch den Zusatzaspekt von Vorkommnissen aus den 50er Jahren um ein weiteres Element bereichert, so dass die Zeit nur so im Flug vergeht.

Allein mal wieder langsam schluffende Zombies zu sichten, anstatt die hyperschnellen Untoten heutiger Produktionen, tat einfach gut. Mögen die Monster auch nicht die klassische Wiedererweckung widerfahren haben, mögen sie aufgrund des Alien-Hintergrundes theoretisch gesehen sogar gar keine echten Zombies sein, rein vom Anblick her wirken sie viel klassischer, als so manche „echte" wiedererweckte Tote moderner Werke.

Gesichtet habe ich die Kinofassung, auch wenn der Director‘s Cut ebenfalls auf meiner DVD vorhanden war. Da ich mit dieser Art Schnittfassung mit Ausnahme von „Abyss“ und „Léon - Der Profi“ eigentlich nur Negativerfahrungen gemacht habe, hielt ich es für die richtige Wahl. Der Schluss des Streifens sollte mir auch Recht geben. Ich habe mir nach dem Film mal kurz den Schluss der Director‘s Cut-Fassung angesehen, und der war auch gleich wesentlich schlechter, trotz (oder wegen?) aufwendigerer Ideen und größerer Verwendung von Spezialeffekten. Das große Pamm-Pamm ist halt nur selten besser als die subtile kleine Idee. Sicher mag die Schluss-Szene des Streifens nicht gerade einfallsreich ausgefallen sein, sie war schon zu ihrer Zeit der Standard, der auf eine mögliche Fortsetzung hinwies. Aber eine solch abgenutzte Idee nett umgesetzt inszeniert weiß halt eher zugefallen als das was Dekker gerne als Schluss gehabt hätte.

Da ich das Wort Fortsetzung gerade selbst verwende, möchte ich zum Schluss noch einmal kurz auf den in den 00erJahren erschienenden „Night Of The Creeps 2“ zu sprechen kommen: der besitzt mit Nacktschnecken, die Menschen zu Zombies machen, zwar eine ähnliche Thematik, aber er ist keine Fortsetzung des hier besprochenen Streifens. Ohnehin trägt er den Fortsetzungs-Titel nur in der deutschen Fassung, im Original heißt er lediglich „Zombie Town“. Außerdem sollte man bei Interesse nur zu jenen deutschen Veröffentlichungen greifen, die nur den Originaltitel ohne Fortsetzungsschwindel verwenden, denn nur diese Fassungen sind auch wirklich uncut. So gut wie Dekkers „Die Nacht der Creeps“ist er nicht, aber als kleiner Zombiefilm für zwischendurch geht er schon in Ordnung. sehenswert

Samstag, 8. März 2014

VAMPIRE GIRL VS. FRANKENSTEIN GIRL (Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken 2009 Yoshihiro Nishimura u.a.)


Das Vampirmädchen Monami hat sich in Mitschüler Jugon verliebt und macht ihn zu ihresgleichen. Keikon, die ebenfalls in Jugon verliebt ist, findet Monamis Geheimnis heraus und muss kurz darauf sterben. Ihr Vater erweckt sie mit Hilfe vom Blut des Vampirs jedoch wieder zum Leben und der Kampf der Untoten um die Liebe Jugons beginnt. Der weiß zunächst gar nicht zu wem von beiden er halten soll...


Mary Shelley auf Extasy...

Dass der moderne Vampirfilm sich oftmals einen Dreck um die alten Regeln kümmert, zeigen Erfolge wie „Twilight“ und scheinen ihnen recht zu geben. Was meiner Meinung nach dort aufgrund mangelnder anderer Pluspunkte und einer eher typischen Erzählweise jedoch negativ auffällt, wird in einem Werk wie „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ zum Pluspunkt, ist der Streifen der Regisseure Nishimura und Tomomatsu doch alles andere als ein Durchschnitts-Film geworden, selbst für asiatische Verhältnisse.

„Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken“ (Originaltitel) ist aber umgekehrt auch nicht das erste Werk seiner Art, er gehört lediglich einer Welle von Veröffentlichungen an, die an ein relativ kleines Publikum gerichtet sind, ein Publikum welches Streifen jenseits des Jenseits von Mainstream konsumiert. Ein Film wie der hier besprochene ist noch verstrahlter als ein „Invasion aus dem Innern der Erde“, hektischer als der wirre „Kung Fu Zombie“ und einfach so eine Sache für sich.

Ob mir das was ich da sah gefällt, konnte ich beim Sichten eine Zeit lang gar nicht für mich beantworten, so sehr hat mich der poppige Stil ertränkt im Extremklamauk überrannt. Ich war auf vieles eingestellt, aber auf solch eine irrsinnige Umsetzung nicht. Nachdem ich ihn gestern in fröhlicher Runde tapfer bis zum Schluss gesehen habe, kann ich aber behaupten, dass er mir durchaus Spaß gemacht hat, zumal sich die zweite Hälfte (ob nun durch Gewöhnung oder durch einen Gang zurück geschaltet) angenehmer geguckt hat als die erste.

„Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ pfeift wie erwähnt auf die gängigen Vampir-Regeln, erschafft aber so herrlich schräge neue, dass es ein Spaß ist zuzusehen. Da flüchtet der Bluttropfen eines Vampirs auf dem Fußboden vor einem Schrubber, da benötigt ein Vampir einen Mantel um, flugunfähig wie man als Blutsauger hier ist, von oben zur Erde gleiten zu können, da wird das eigene Blut als eine Art Schwertwaffe im Kampf gegen den Feind verwendet und vieles mehr.

Der Einfallsreichtum findet sich jedoch auch in anderen inhaltlichen Bereichen: Wiedererweckung funktioniert über Schrauben, Vampir-infizierte sehen Menschen als Blutadergefäße umherwandern, Augäpfel dienen als Brustwarzen-Waffen und mein persönliches Lieblingsbeispiel an abgedrehter Ideen: ein Zombie bastelt sich zur besseren Fortbewegung aus Körperteilen einen Propeller mit dem er umherfliegt. Den debilen Schwachsinnsideen sind hier keine Grenzen gesetzt. Manches Mal bedient man sich auch an Ideen anderer Werke, so z.B. an das Kombinieren diverser nicht zusammengehörender Körperteile zum Erwecken einer selbst kreierten Kreatur, ganz im Sinne von „Bride Of Re-Animator“.

Insgesamt macht das muntere, wenn auch arg anstrengende, Treiben das einen vom Bildschirm her anstrahlt Spaß, letztendlich war ich aber auch froh als der Film endlich vorbei war. „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ ist ein Film für sich, und wer Japankost der sehr anderen und arg albernen Art mag, der wird hier bestens bedient, auch wenn die deutsche DVD-Fassung um 3 1/2 Minuten gekürzt ist. Ich weiß nicht was da fehlt, aber an morbiden Ideen und Blutfontänen mangelt es hier nicht. Viel extremer können die fehlenden Effekte kaum sein. Vielleicht fehlen aber auch nur Handlungsstränge, die man an europäische Sehgewohnheiten angeknüpft weggekürzt hat. Da der Streifen jedoch so gar nicht den Sehgewohnheiten Europas entspricht, wäre dies allerdings eine besonders unsinnige Aktion innerhalb einer grundlegend unsinnigen Unart mit Kunst umzugehen.

Wer es beim sehr gelungenen „Let Me In“ übrigens schade fand, dass der Junge für das Vampirmädchen nicht nur Mittel zum Zweck war, der wird sich über die finalen Überraschungen in „Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken“ freuen. Mit der Art wie dieser Schlussgag in Kombination mit der Gleichgültigkeit seines männlichen Helden vorbereitet wird, kann man diese Überraschung definitiv als gelungen betrachten, so dass selbst in einem überdrehten Popkorn-Film der chaotischsten und überdrehtesten Art noch ein Hauch wirksamer Psychologie durch den Raum schwebt.

Um zum Schluss aber noch einmal auf den eingangs erwähnten „Twilight“ zu sprechen zu kommen: trotz der im Zentrum stehenden Lovestory besitzt „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ übrigens genau so viel romantisches Potential wie dieser, nämlich gar keines. Der Unterschied: das hier besprochene Werk denkt nicht eine Sekunde daran romantisch sein zu wollen (trotz des üblichen Drangs der Japaner selbst in Extremwerken wie „The Happiness Of The Katakuris“ in Kitsch baden zu wollen, ein Drang der hier einfach nicht auftauchen möchte). „Twilight“ setzt es ins Zentrum um daraufhin gnadenlos daran zu scheitern. Ach, da darf man als Cineast ruhig mal schadenfroh werden. unterhaltsam

Sonntag, 2. März 2014

SUPERMAN 4 - DIE WELT AM ABGRUND (Superman 4: The Quest For Peace 1987 Sidney J. Furie)


Lex Luthor baut mittels der Gene Supermans und der Energie der Sonne einen künstlichen Menschen, der über zerstörerische Solarenergie verfügt...


Superman auf den Spuren Kirks...

Entgegen der Gerüchte Christopher Reeve habe seine Rolle als Superman dicke, war es besagter Schauspieler der die Idee der Geschichte von „Superman 4“ beisteuerte, scheinbar aber nur als einer von wenigen an solch ein Projekt glaubend, war es nach dem eigentlich mutigem, vom Publikum aber abgelehnten, Teil 3 schwer überhaupt noch Geldgeber für eine dritte Fortsetzung zu gewinnen. Dass Geld Mangelware war erkennt man bereits an den Spezialeffekten, die im Erstling von vor 9 (!!!) Jahren besser ausgefallen sind als hier.

Ärgerlich ist dies ganz besonders in den Flugsequenzen, die nur noch wie ausgeschnitten ins Bild gesetzt wirken. Und obwohl man sich scheinbar einer günstigeren Effektschmiede anvertraute, wurde trotzdem an der Anzahl von Effekten gespart. Viele wunderliche Vorgänge erleben wir als schlicht getricksten Budenzauber, beispielsweise die Vereisung Supermans im All und die Befreiung aus diesem Zustand, alles ohne sichtbaren Vorgang umgesetzt und stattdessen darüber mittels künstlichen Nebel bzw. durch banale Bilder einer Explosion hinweggetäuscht.

Manch andere Effekte entlieh man sich aus Archivmaterial oder umging sie komplett, indem man das Drehbuch schlicht hielt. Letzteres lässt sich nicht anwenden, wenn der Solarmann wüten darf. Doch die Apokalypse, die er im Kampf gegen Superman über die Menschheit bringt, wird über ein paar gelegte Feuerchen und billige Expolisionen gezeigt. Das ist etwas schlicht für einen Kinofilm und wird versucht zu kompensieren, indem wir einen endlosen Kampf zwischen Superman und dem Solarman beiwohnen müssen, was das Finale endgültig ruiniert, so dass in diesem Punkt Teil 3 und 4 ihren gemeinsamen Schwachpunkt besitzen.

Dass der Kampf gegen solch einen Solarmenschen nicht sonderlich vom Hocker reißt nachdem Superman in Teil 2 gegen drei Supermänner kämpfen durfte, dürfte nicht verwundern. Aber „Superman 4“ ist ohnehin so sehr als Lightversion seiner Vorgänger umgesetzt, dass er sich insgesamt sowieso nur wie ein kleiner TV-Film guckt, und das ist schon etwas schade, schaut er sich doch trotz seiner Schlichtheit etwas entspannter als der arg bemühte Teil 3, auch wenn dieser qualitativ dem hier besprochenen Teil 4 um Längen voraus ist.

Dass man sich in den „Superman"-Filmen stets dem simplen, naiven, kindlichen Kern der Comics zuwandte, war immer Pluspunkt der Filme und rettet den so schlicht gestrickten Teil 4 ein wenig vor seinem totalen Absturz, macht es doch Spaß das banale Abenteuer zu sichten, welches mal wieder von Lex Luthor ausgelöst wird (allein er als ständiger Gegner wäre in einem Superhelden-Film von heute nicht mehr denkbar, wo man ewig nach neuen Gegnern lechzt). Gene Hackman spielt zwar nicht mehr mit selber Freude wie in den ersten beiden Filmen, ist aber noch immer Pluspunkt, wenn im Vorspann mittlerweile auch nur noch an zweiter Stelle nach Christopher Reeve genannt.

Ein wenig Zeitgeist beweist der Streifen in seiner Thematik, geht es parallel zum Solarman doch auch um die nukleare Bedrohung, die sich im kalten Krieg immer mehr hochgeschaukelt hat. Und obwohl es Superman untersagt ist sich in die Entwicklung des Menschen einzumischen, geht er einer Mission nach alle Atomraketen der Welt zu zerstören. Damit begeht er den selben Bruch den Captain Kirk in „Raumschiff Enterprise“ in so ziemlich jeder Folge begeht und den man als geradezu ur-US-amerikanisch bezeichnen kann. Eine solche Geschichte ist freilich ganz besonders naiv erzählt, entschuldigt jedoch nicht den obligatorischen Wandel von Supermans Meinung im Finale, von der man nicht weiß woher sie plötzlich kommt.

Es ist nicht schwer heraus zu lesen, „Superman 4“ ist ein arg simples Produkt. Aber mit dem Kind im Herzen und einem zugedrückten Auge kann man auch mit dem vierten Abenteuer des stählernen Blitzes seine Freude haben, nur ist dies eher kurzweilige Unterhaltung für langweilige Sonntag-Nachmittage und damit weit entfernt von der großen Kino-Kost des Teil 1. Verpasst hat man nichts wenn man Teil 4 ignoriert, zumal der fünfte Teil „Superman Returns“ ohnehin an Punkten ansetzt, die in Teil 4 nie angesprochen wurden. Wer nur die guten Filme der Reihe gucken mag, muss sie aber ohnehin bereits nach Teil 2 beenden. mittelmäßig


Samstag, 1. März 2014

THE PURGE - DIE SÄUBERUNG (The Purge 2013 James DeMonaco)


Die Zukunft: einmal im Jahr zur selben Zeit ist für 12 Stunden jegliches Verbrechen legal. James, Verkäufer von Sicherheitssystemen, bereitet sich zusammen mit seiner Familie auf diese Nacht vor. Die Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen. Aber es kommt alles anders als erwartet...


Immunität für Politiker...

Ganz weit entfernt erinnert die Idee von „The Purge“ an John Carpenters Erfolgsfilm „Die Klapperschlange“, auch wenn er sich vom Szenario her eher wie dessen „Das Ende“ guckt. Wesentlich mehr erinnert der Stoff um eine Bevölkerung im planmäßigen Ausnahmezustand  jedoch an eine längst vergessene Folge von „Raumschiff Enterprise“, eine Serie die mit so einigen Ideen ihrer Zeit voraus war. Doch mag der Grundgedanke des hier besprochenen Films auch nicht mehr der neueste sein, der erhobene Zeigefinger über die legalen Fragwürdigkeiten, wie so oft im Science Fiction-Genre präsentiert durch Übertreibungen mittels eines uns heute erschreckenden Zukunftsbildes, weiß in seiner Form zu wirken, guckt sich die an sich so realitätsfern klingende Idee doch recht authentisch und ist sie doch nicht völlig undenkbar, erst recht wenn man bedenkt wie oft man in seinem Leben über Unterhaltungen auf Menschen stößt, die Selbstjustiz gut heißen.

Mag sein dass in „The Purge" manch gesprochenes Wort fleißiger Säuberer etwas zu sehr nach Gehirnwäsche klingt, so als bete man Texte für einen Gott herunter, aber die mediale Manipulation in der Endlosschleife an sich, die Saat dieser nachgeplapperten Worte, ist schon ein treffender Fakt den wir bereits heute in Amerika und Europa beobachten können. Dass „The Purge“ in solchen Punkten zu Übertreibungen neigt, ist ein wenig schade, allerdings will der Film auch kein reines Werk der Moral sein. Regisseur James DeMonaco fühlt sich dem Unterhaltungsbereich verpflichtet, und der ernste Hintergrund arbeitet in zweiter Reihe mit.

Das ist auch gar nicht ärgerlich, wissen doch beide Bereiche zu wirken. Allerdings verärgert es mich schon ein wenig, dass die an sich nette Idee etwas arg extrem dem typischen Handlungsmuster gängiger Filme entspricht und dementsprechend recht überraschungsfrei vonstatten geht. Um so mehr kann man es DeMonaco hoch anrechnen, dass er es schafft spannende Suspense-Momente zu kreieren, Momente der Ruhe, meist in Dunkelheit gehalten, ein Aspekt der Vor- und Nachteile bietet, ist manche Szene für die ein oder andere Tat dann doch wieder etwas zu dunkel gehalten, so dass man nicht immer auf Anhieb begreift was nun konkret passiert ist.

„The Purge" hat also durchaus seine Fehler und Lücken, wird somit nicht zur cineastischen Besonderheit seiner Zeit, bietet aber immerhin solide Unterhaltung für einen spannenden Abend an dem man sich nicht entscheiden kann ob man lieber tiefgründig oder oberflächlich unterhalten werden will. Am Ziel vorbei geht die Gesellschaftskritik nicht, zu ernst nehmen kann man sie aufgrund nicht zu Ende gedachter Ideen jedoch auch nicht. „The Purge“ lässt nur an der Oberfläche Gut und Böse verschwimmen, geht im Kern aber dann doch zu sehr einer klaren Trennung beider Extreme nach. Manche Wissenslücke, die dadurch entsteht dass sich DeMonaco lobenswerter Weise auf ein festes Szenario konzentriert anstatt die Säuberung landes- oder städteweit zu zeigen, eignet sich wunderbar für alternative Fortsetzungen. An Ideen, Örtlichkeiten und Opfer-Täter-Bildern würde es nicht mangeln. unterhaltsam