Sonntag, 13. August 2017

SHERLOCK 11 - DIE SECHS THATCHERS (Sherlock: The Six Thatchers 2017 Rachel Talalay)


In der Zerstörung diverser Thatcher-Skulpturen, die alle vom selben Künstler angefertigt wurden, glaubt Sherlock Moriartys angekündigtes Spiel entdeckt zu haben. Doch hinter diesem mysteriösen Muster steckt etwas völlig anderes...


Der Stick, der gegenseitiges Vertrauen schenkt...

Dass ich von der dritten Staffel nicht sonderlich begeistert war, wird mancher Stammleser eventuell noch in Erinnerung haben, zu sehr konzentrierte man sich auf die Agententhematik, zu kurz kamen die klassischen Kriminalgeschichten. „Die Braut des Grauens“, ein Special zwischen Staffel 3 und 4 angesiedelt, welches inhaltlich dazwischen spielend geguckt werden kann aber nicht muss, beschritt wieder bessere Wege und machte somit Hoffnung auf die neuen Episoden, die mit einem Jahr Verspätung nun drei Jahre nach der Vorgängerstaffel erschienen, womit auch genügend Zeit für die Autoren gegeben war, sich wieder auf die guten Seiten der Serie zu besinnen.

Zwar interessiert sich auch die vierte Staffel, und ganz besonders ihr erster Spielfilm „Die sechs Thatchers“, erneut für den großen Agentenwirbel anstatt für einen klassischen Kriminalfall, aber das Ergebnis spricht für sich. Der Einstieg in die Staffel ist gewohnt flott, pointiert und stilsicher umgesetzt, immer zwischen poppig modern und besonnenem Grundton mit der nötigen Würde ausbalanciert und intelligent genug erzählt, so dass der Held der Geschichte glaubwürdig zu funktionieren weiß. Die Figuren stehen wie gehabt im Mittelpunkt, und in diesem ersten Teil der vierten Staffel arbeitet dieser Grundsatz einzig für das im Vordergrund stehende Ereignis, sprich der Soap-Gehalt hält sich in Grenzen.

„Die drei Thatchers“ ist im Vergleich zum Rest der Reihe recht Action-lastig ausgefallen, zumindest suggeriert er dies in seinem flotten Erzähltempo, dabei kommen die gewitzten Dialoge und eine möglichst logische Erzählung nicht zu kurz. Aufgrund der Fixierung Sherlocks auf den toten Moriarty gibt es relativ früh erste Überraschungen zu erleben, weitere folgen, inklusive der Täteraufdeckung am Schluss, die es trotz fehlender Kriminalhandlung diesmal zu erleben gibt. Zwar ergibt die Szene, in welcher die Person gestellt wird und redefreudig alles gesteht, wenig Sinn und bildet damit den Tiefpunkt des ansonsten geglückten Filmes, dennoch weiß die Auflösung zu gefallen, auch wenn sie weit mehr Nebensache dieser Folge ist, als man meinen sollte.

Der Schluss der eigentlichen Handlung wird Freunden der Reihe keine Ruhe lassen. Nicht nur dass die Episode der sechs Thatcher-Skulpturen äußerst dramatisch endet, sie lässt auch viele Fragen und Türchen für den Nachfolger offen, so dass Neugierde für die kommenden Teile geweckt wird. Als Stammzuschauer weiß man allerdings, dass von nun an nichts mehr so sein wird, wie es einmal war, dementsprechend geht man mit etwas Wehmut an die Nachfolger heran, während man sich gleichzeitig als Kenner der Serie fragt, wie Sherlock die Aufgabe, die ihm am Ende gestellt wird, bei seinen sozialen Defiziten lösen kann.


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