FINAL DESTINATION 2 (2003 David R. Ellis)


Die junge Kimberly sieht eine ausufernde Autokarambolage kurz vor ihrem tatsächlichen Geschehen voraus und rettet durch diese Vision verunsichert mehreren Menschen das Leben. Als die Überlebenden kurz darauf nach und nach anderweitig sterben, kontaktiert sie, wissentlich dass der Tod sich seine entgangenen Opfer zurück holen will, die einzige Überlebende des Fluges 180, die einst ähnliches erlebte...


Neues Leben als Ausweg...

Nach dem großen Erfolg von "Final Destination" war es nur eine Frage der Zeit wann eine Fortsetzung nachrücken würde. Drei Jahre nach dem Erscheinen des Erstlings war es so weit, und rein von der innereigenen Logik der mit Teil 1 begonnenen Phantasterei her, dem Plan des Todes entwichen zu sein und nun von ihm verfolgt zu werden, macht das Drehbuch von Teil 2 alles richtig. Je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird es den Ausrutscher des Planes wieder gerade zu rücken. Wir wissen nach wie vor nichts konkretes über die Hintergründe, die der Story als Mythos von Nutzen sind, und das ist gut so. Was sich aber herauskristallisiert ist die scheinbare Pflicht des Todes den Plan einhalten zu müssen. Was wir in Teil 2 erleben sind noch immer die Konsequenzen aus dem Überleben der als tot eingeplanten Personen aus Teil 1, da sie noch lebend handelten und beeinflussten, bis der Tod sie schließlich doch noch holte, und somit den Lauf der Dinge zu einem Zeitpunkt, an dem sie längst hätten tot sein müssen, verändert haben, was wiederum auf Kosten des Planes des Todes geht, dem immer mehr Menschen von der Liste abspringen.

Dementsprechend konsequent geht der Tod diesmal rückwärts vor, um das heillose Chaos eindämmen zu können, ohne ewig dem sich weiter ausbreitenden Dilemma hinterher laufen zu müssen. Allein diese Idee lässt das erst ein Jahr spätere Bemühen des Todes logisch erklären, wird er in der Zeit, die wir nicht mitbekommen haben, doch wohl kaum tatenlos herum gesessen haben. Seine Eindämmung nähert sich dem Ende, bzw. hätte dies, wenn nicht noch eine weitere Vorausahnung geschehen wäre. Was es mit der Gegenseite auf sich hat, welche den Protagonisten stets Hinweise auf kommende Todesfälle gibt und besagte Visionen ermöglicht, wird nach wie vor nicht geklärt, was auch besser so ist, muss sich die Geschichte bei ihrer Tragweite doch den weltlichen Geschehnissen zuwenden, und bereits die haben es in sich. 

Konsequent zur bereits in Teil 1 gelebten Logik erfährt diese hier Erweiterungen, die meist sinnvoller Natur sind. Der neue Aspekt des neuen Lebens zum Entweichen der zunächst unausweichlichen Situation macht ebenso Sinn, wie die Methode der einzig Überlebenden von Flug 180 dem Tod zu entkommen. Wenig Sinn hingegen macht es, dass Selbstmord für jemanden, der noch nicht dran ist, unmöglich ist, eben weil er theoretisch längst dran gewesen wäre und dem Tod die Reihenfolge eigentlich nicht wichtiger sein könnte, als das pflichtgemäße Ableben der vorgesehenen Personen. Aber was weiß ich schon von den Gesetzmäßigkeiten an die der Tod sich zu halten hat? Irgendwo hinter dem uns sichtbaren Universum gibt es sicherlich eine Erklärung für diese einzige tatsächliche Dummheit des Drehbuchs.

Ginge es in einer Fortsetzung lediglich darum logisch weiterzuführen was das Erstling angefangen hat sich zusammen zu spinnen, würde "Final Destination 2" als ebenso geglückt eingestuft werden können wie sein Vorgänger. Aber das allein macht eben keinen hervorstechenden Unterhaltungsfilm aus, denn was die Fortsetzung trotz all seines Respekts vor den Regeln von Teil 1 und seinem Einhalten der weiterhin makaber eingefädelten Ersatztode vermissen lässt, ist das wirkliche Mitempfinden dessen was hier flott und wild inszeniert vor sich geht. Weder beunruhigen Vorzeichen, noch schnürt einem die Vorstellung der Liste des Todes abgesprungen und von diesem von nun an verfolgt zu sein die Kehle zu, wie es eigentlich sein müsste und Teil 1 so wunderbar vorlebte. Der Gedanke wirkt so wie hier angegangen fast schon selbstverständlich, zumindest ist es nichts beunruhigenderes als die üblichen Ängste vor dem Tod. Das Drehbuch arbeitet pflichtgemäß die obligatorischen Stationen des zu Erzählenden ab, aber weder Nervenkitzel noch Dramaturgie offenbaren dem Zuschauer ein wahres Verständnis für das was es durchzustehen gilt. Da braucht es auch gar nicht verwundern, dass der leider wieder auftauchende Tony Todd mit selbigen Fehlern seiner Szene wie im Film zuvor, nicht mehr derart katastrophal inmitten eines rund laufenden Filmes wirkt, wie noch im Vorgänger.

Aufgrund der guten Geschichte, der sinnvollen Weiterführung des bislang Erzählten und selbstverständlich auch aufgrund der reizvollen Einfädelung der nachgeholten Tode, und der diesen vorausgehenden Massenkarambolage weiß "Final Destination 2" als sympathischer Zwischendurchverzehr durchaus zu gefallen. Aber man sieht ihm seine Bemühungen an mehr zu wollen. Vielleicht ist auch dies ein Grund dafür, dass "Final Destination 3" bei simplerer Vorgehensweise weit weniger verkrampft daher kommt, sich ganz im Gegenteil dessen was er ist und sein soll bewusst ist und aufgrund dessen den höheren Unterhaltungswert besitzt, als der anspruchsvollere zweite Teil. Aber mag Teil 3 auch eine rundere Sache sein und Teil 1 nicht erreicht worden sein, so ist doch Teil 2 ebenso wie der Rest der erfolgreichen Horrorfilm-Reihe ein nett anzusehender Genre-Beitrag, bei dem keine Langeweile aufkommen kann. Wenn das einzig wirklich nervige des Streifens darin besteht, der Überlebenden des Erstlings eine Frisur zu verpassen, die ihrer Charakterzeichnung nicht gerecht wird, obwohl sie in Teil 1 eine passende beschert bekommen hat, dann kann man nicht all zu viel falsch gemacht haben.


Weitere Besprechungen zu Final Destination 2: 


1 Kommentar:

  1. Seit diesem Film fahre ich auf Autobahnen immer schnell an Holztransportern vorbei. Ewiges Trauma...

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