HYPOTHERMIA - THE COLDEST PREY (Hypothermia 2010 James Felix McKenney)


Wie jedes Jahr, so kommt auch in diesem Jahr Ray mit seiner Familie an den zugefrorenen See zum Eisangeln her. Diesmal beißt kein Fisch an, und auch eine unerwartete Konkurrenz, in Form eines anderen Vaters mit seinem Sohn, die auf modernere Fischfangmethoden setzen, hat kein Glück. Der Grund dafür liegt in den Tiefen des Sees, denn dort haust eine Kreatur, die auch vor Menschenfleisch nicht halt macht...


Das Ding unter der Eisplatte...

Zwei zerstrittene Familien auf dem Eis, während unter ihnen ein Monster lauert, das klingt so klassisch wie interessant und weckte bei mir ein wenig zu viel Neugierde, wie sich zeigte, ist "Hypothermia" doch alles andere als geglückt. Und das muss schon was heißen, immerhin hält er eine nostalgische Mensch-im-Kostüm-Kreatur bereit, jene Art Monsterdarstellung, die mir besser schmeckt als das Gepixel aus dem Computer, selbst bei detailreicherer Umsetzung - und damit jene Art Umsetzung, die heutzutage Mut erfordert, so sehr wie das aktuelle Horrorpublikum modernen Sehgewohnheiten zugewandt ist. Während die oberflächlich geratene Charakterzeichnung der Mitglieder beider Familien, trotz ihrer Herkunft aus dem Stereotype-Lager für einfallslose Autoren, noch als interessant genug durchgeht, um durchschnittliche Filmkost zu präsentieren, ist es leider der eigentliche Hauptaspekt, die Geschichte um die Gefahr aus der Tiefe, welche die Rechnung selbst als belangloser Durchschnittsverzehr nicht aufgehen lässt und den weiter oben erwähnten Mut vermissen lässt. 

James Felix McKenney arbeitet in seinem fünften und bislang letzten Film leider nie mit der unterschwelligen Bedrohung zu Beginn. Da darf kein ungewisses Unbehagen herrschen, da darf nicht mit dem Unsichtbaren oder dem eventuell sogar noch nicht anwesenden Bösen gespielt werden, nein, von Anfang an muss er klar machen, dass da definitiv etwas unter der Erde ist. Ein Schatten durch das Eis, ein Blick aus der Perspektive der Kreatur, viel zu schnell spielt er mit offenen Karten. Und trotz der Anwendung klassischer Monsterdarstellung verwendet er für die Perspektive aus der Sicht des Monsters die ewig ätzende computerentfremdete Technik, die bereits etlichen Werken wie "Mexican Werewolf" keinen atmosphärischen Touch bescherten. So etwas sieht lediglich billig aus, beeindruckt weder, noch weiß es Stimmung zu erzeugen. Reißerisch wird immer wieder auf die Kreatur verwiesen, indem wir mehr wissen als die Protagonisten, dabei wäre bei einem Horrorfilm der tagsüber wie nachts auf dem Eis spielt, das Gegenteil vorteilhaft gewesen, dann hätte der Streifen zumindest ansatzweise Gruselfilm-Flair versprühen können. Für ein solches interessiert sich McKenney jedoch überhaupt nicht und liefert stattdessen dumpfe, einfallslose und deshalb austauschbare Monsteraction aus der Masse ab.

Mag der ein oder andere diplomatisch angegangene Zwist der zwei sehr unterschiedlichen Familien noch seinen Reiz besitzen, eben weil hier zumindest ein Hauch von Feingefühl unterschiedlichem Empfindens zu spüren ist, so weiß die Umsetzung des eigentlichen Horrorparts mit nichts zu trumpfen. Ohne eigene Ideen hämmert man den schon x-mal erzählten Plot etlicher anderer Horrorfilme herunter, und trotz ungewöhnlicher Fangmethoden weiß nicht einmal jene Phase zu gefallen, in welcher die Menschen noch daran glauben die Kreatur zu jagen. Hier hätte man einiges von Spielbergs "Der weiße Hai" lernen können, verschenkt diese Möglichkeit jedoch, um sich auf uninteressantere Aspekte der Geschichte zu konzentrieren, so z.B. auf die Mutation eines vom Wesen gebissenen Menschen, der nach seiner Verwandlung ohnehin schnell wieder ableben darf. Orientiert sich die Handlung schließlich auf die Jagd des Monsters auf die Protagonisten geht "Hypothermia - The Coldest Prey" endgültig die Puste aus und aus einem hauchdünnen Restinteresse wird komplette Gleichgültigkeit für das Geschehen. Aus dem schlichten Aufhänger der Geschichte hätte ein begabter Geschichtenerzähler weitaus mehr ernten können.


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