MONSTER X GEGEN DEN G8-GIPFEL (Girara no gyakushû - Tôya-ko Samitto kikiippatsu 2008 Minoru Kawasaki)


Während acht der mächtigsten Regierungschefs der Welt zu einem Gipfel in Japan zusammen treffen, landet ein außerirdisches Monster per Meteoriteneinschlag auf der Erde. Während es dabei ist eine große Stadt in Japan zu zerstören wechseln die Regierungschefs das Thema vom Klimawandel zur gemeinsamen Bekämpfung der monströsen Bedrohung aus dem All...


Ein durch Tanz erschaffener Gegner...

Das besagte Monster X im deutschen Titel ist niemand geringeres als Guila, eine der beliebtesten klassischen Kreaturen für Fans japanischer Monsterfilme, die sich, auch wenn andere Quellen von einer Fortsetzung sprechen, Regisseur Kawasaki und sein Autor Migita vom Film "Guila - Frankensteins Teufelsei" entliehen haben, um eine Parodie auf besagte Monsterfilme im Fahrwasser von "Godzilla" zu drehen. Wie es sich für eine echte Parodie gehört wird hierfür das Vorbild nicht nur veralbert, sondern auch geehrt, und so macht es Spaß dem Schauspieler im Guila-Kostüm dabei zu beobachten, wie er sowohl klassische Monsterbewegungen dieser Film-Ära imitiert, als sich auch mittels Übertreibungen und comic-orientiertem Klischeeverhalten per Überagieren einer theoretisch im Original schon überagierten Spielweise darüber lustig macht. "Monster X gegen den G8-Gipfel" gelingt der Spagat zwischen Albernheiten und echter Verehrung, und dabei ist dies nicht einmal der tatsächliche Sehwert des Streifens.

Denn erst die Verballhornung tatsächlich existierender politischer Prominenz, wenn auch in Alibinamen gekleidet, macht aus dem albernen Affentheater das was ihn letztendlich so liebenswert macht, orientiert sich Trash-Filmer Kawasaki zwar an Klamauk, der dem Feingeist nicht schmecken dürfte, dem humorvollen Part von Monsterfilm-Fan aber sehr wohl. Zumindest ist dies sehr wahrscheinlich, so nett wie der Streifen die Mentalität damaliger Filme atmet, bzw. sie orientiert an der uns bekannten Politprominenz parodiert. Die Menschheit muss im Kampf gegen die gemeinsame Bedrohung zusammen halten, und das kann sie inmitten von Egomanen nur durch jeweils einen Anführer. Der wechselt im Laufe der Geschichte ständig, da jedes einzelne Land seine eigenen Vorstellungen davon hat wie man eine Schlacht gewinnt, was in einem herrlichen Running Gag um ein Aushang-Pergament mündet, das ständig gewechselt wird. Eben erwähnter Schwanzvergleich wird genutzt um in einem Atemzug die jeweils gängigen Länderklischees durchzukauen, vom notgeilen Franzosen bis hin zum dummen, gewaltbereiten Ami.

Gerade der Merkel-Klon weiß treffsicher zu belustigen, aber auch das Schielen auf Berlusconi weiß zu gefallen. Zudem darf ein politischer Aggressor, der definitiv nicht zum G8-Gipfel gehört, das Szenario im letzten Drittel zusätzlich aufmischen, und das weiß den Unterhaltungswert in dieser späten Phase noch einmal deutlich hochzuschaukeln. Wenn die Bekämpfungsideen der Wirtschaftsmächte auf ein eher gleichgültiges Monster stoßen, das einfach nicht kleinzukriegen ist, dann geht die Rechnung humoristisch gesehen auf und katapultiert "The Monster X Strikes Back: Attack the G8 Summit" (Alternativtitel) zur Gattung der unterhaltsamen Variation dieser Art Film. Wo andere Projekte, gerade aufgrund ihrer überdrehten Art, eher nerven anstatt zu bespaßen, da stimmt die Chemie des hier besprochenen Streifens, auch wenn dieser sich nicht ganz von Leerläufen frei sprechen kann. Die sind jedoch kaum der Erwähnung wert. Und ein Sub-Plot um die wahren Helden des Streifens, die fast schon zur Nebensache verkommen, schafft es trotz trockenerer Thematik spätestens mit einem herrlich dämlichen Gruppentanz zu punkten, so dass jeglicher Handlungsstrang, und mag er auch noch so abgegrenzt von den restlichen sein, zu funktionieren weiß.


Weitere Besprechungen zu Monster X gegen den G8-Gipfel: 


Trailer,   OFDb

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