STIRB LANGSAM 2 (Die Hard 2 1990 Renny Harlin)


Während McClane an Weihnachten am Flughafen auf die Maschine wartet, mit der seine Frau landen soll, entdeckt er zwielichtige Gestalten. Er kann sie zwar dingfest machen, aber keiner von der Flughafenpolizei glaubt dem Fremden aus L.A. dass es sich bei den Leuten um Profis handelt, die scheinbar mehr wollten als das Gepäck zu stehlen. McClane soll recht behalten. Kurz darauf ist der Flughafen in die Hände von Terroristen gefallen, die mit ihren elektronischen Tricks alles kontrollieren...


Landen auf den Leichen derer, die sie nicht landen ließen...

Ich hatte in Erinnerung dass "Stirb langsam 2" eigentlich nur die Geschichte des ersten "Stirb langsam" aufgebläht variiert, und verkehrt ist das mit Blick auf das hier präsentierte Szenario zwar nicht zu nennen, aber eigentlich funktioniert die Kopie des erfolgreichen Originals doch recht gut. Wo direkte Nachahmer wie "Passagier 57" und "Alarmstufe: Rot" eher flach imitierten, da darf der offizielle Nachfolger, den diesmal Renny Harlin inszenierte, eine Spur besser abschneiden, wenn auch nicht die Klasse des Vorgängers erreichend. Zumindest geht das Buch offen mit der Offensichtlichkeit eines ähnlichen Szenarios um. Immer wieder betont McClane, oder später auch seine Frau, ironisch die Wiederholung der Ereignisse, und da der Ton stimmt weiß dieser Vermerk zu gefallen. Dennoch hätte es ruhig etwas weniger Blaupause sein dürfen. Dass es wieder einmal die Ehefrau ist, die es zu retten gilt und außerdem auch noch der unangenehme Reporter aus Teil 1 im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord ist, was der Zufälle und Anbiederungen an den Vorgänger etwas zu viel des Guten ist, tut der Geschichte nicht wirklich gut.

Andererseits lässt der Film dem Zuschauer eigentlich kaum Atempausen, um sich dessen tatsächlich bewusst zu werden, ist "Die Hard 2" (Originaltitel) doch ein rasantes Happening, in welchem sich die Situation gekonnt immer weiter hoch schaukelt. Dank eines relativ ruhigen Einstiegs, einer Besonnenheit im Erzählstil selbst in flotteren Phasen und dank gekonnter Action weiß dieser bombastische Schwanzvergleich zu Teil 1 meist zu funktionieren. Erst gegen Ende, wenn die Bösewichter in ihrer Vorrausplanung etwas zu viel vorhergesehen haben, fängt die Glaubwürdigkeit etwas zu stark an zu kranken. Eine böse Überraschung innerhalb der eigenen Seite entpuppt sich eher als Schwachpunkt anstatt als Trumpf einer überraschenden Wende, aber auch das ist kein wirklicher Grund zur Klage, wenn man nicht all zu viel vom Film erwartet hat.

Kämpfe auf dem Flügel eines gestarteten Flugzeugs und ähnliche Situationen verdeutlichen, dass wir uns in der typisch übertriebenen Actionfilm-Realität befinden, die einzig unterhalten soll, und da der Vorgänger diesbezüglich nicht sehr viel anders vorging (wenn auch mit weit weniger deftigen Übertreibungen) geht das in Ordnung. Die Innovation des Erstlings ist freilich nicht mehr zu spüren. Und immer wieder biedert man sich etwas zu sehr am Vorbild an, sei es wenn der Motherfucker-Spruch erneut fallen muss, oder zu viele Figuren aus dem ersten Teil, bzw. Anspielungen auf diesen dem Zuschauer unübersehbar vorgeführt werden. "Stirb langsam 2" ist trotz seines hohen Kawumm-Anteils nicht mehr die 1A-Actionunterhaltung der besonderen Art, ein durchweg unterhaltsamer Actioner für zwischendurch ohne bei 120 Minuten Laufzeit an Längen zu kranken, ist er aber durchaus geworden. Da hatte ich den sympathischen Streifen weit weniger geglückt in Erinnerung.


Weitere Besprechungen zu Stirb langsam 2: 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen