Sonntag, 22. April 2012

PARANORMAL ACTIVITY 3 (2011 Henry Joost u.a.)


Der Hochzeitsfotograf Dennis wohnt mit seiner Freundin und deren zwei Töchter zusammen in einem kleinen Haus. Eines der Mädchen unterhält sich des öfteren mit einem imaginären Freund. Und da Dennis ohnehin das Gefühl hat, dass dieser „Freund“ mit ungewöhnlichen Dingen zu tun hat, die im Haus passieren, platziert er im Kinderzimmer eine Videokamera. Seine Lebensgefährtin Julie ist davon zwar nicht begeistert, aber trotzdem folgen recht bald weitere Kameras, die Unglaubliches zutage fördern...


Zurück in die Kindheit...

Paranormal Activity 2“ war nach dem gruseligen Teil 1 ein Schlag ins Gesicht. Komplett falsch angegangen und damit im Ergebnis höchst ungruselig, war dieser eine der enttäuschendsten Fortsetzungen der letzten Jahre, so dass ich mich an Teil 3 eher reserviert herangewagt habe. Dieser ist ein Prequel, über das Finden alter VHS-Bänder im Heute beginnend, und obwohl ich den Weg in die Vorerlebnisse bisheriger Teile eher nicht so gerne gucke (weshalb ich mich noch immer vor „Cold Prey 3“ drücke), muss ich doch sagen war „Paranormal Activity 3“ wieder ein Schritt in die richtige Richtung.

So unheimlich wie das Erstling ist auch diese zweite Fortsetzung nicht, aber zumindest wird es wieder gruselig, wenn auch nicht so dauerhaft wie beim großen Vorbild. Auch Teil 3 spielt großteils mit starren Kameras, was eines der Mankos von Teil 2 war. Aber diesmal werden diese besser eingesetzt und eine interessante Variante findet sich in jener Idee, in welcher eines der Geräte auf einem ehemaligen Ventilatorschwenker platziert wird. Die Bilder, die mit dieser Kamera eingefangen werden gehören zu den unheimlichsten, auch dann wenn nichts passiert.

Passieren tut diesmal wieder so einiges, und klagte ich in Teil 1 schon über ein nicht konstantes Spukgeschehen, so muss man diesmal urteilen, dass es der Dämon in Teil 3 doch gleich um einiges unsinniger angeht als jemals zuvor. Ein System innerhalb der Gruselgeschehnisse darf da suchen wer will, was jedoch nicht davon ablenkt, dass gerade die abgedrehteren Ideen jene sind, die für die stärksten Spannungs- oder Schockmomente sorgen. Ein plötzlicher Zusammenstoß mit dem unsichtbaren Wesen, ein an den Haaren ziehen aus dem Nichts, oder das unerwartete Auftauchen und Verschwinden eines Bettlakengespenstes sind alles Highlights des hier besprochenen Filmes. Wenn die Schwenkkamera plötzlich eine leere Küche aufnimmt und die Regisseure Joost und Schulman uns kurz daraufhin zeigen was mit dem Mobiliar geschah, dann ist „Paranormal Activity 3“ nicht zu toppen.

Inhaltlich wird erneut eine Brücke zu den beiden Vorgängern geschlagen. Der Spuk erfährt sogar einen genaueren Hintergrund, der wiederum nur recht kurz angesprochen wird, so dass er mehr Fragen aufwirft als beantwortet. So darf man sich jetzt schon auf einen Teil 4 freuen. Ich hoffe dennoch, dass auch dieser sich wieder mehr dem Spuk als dessen weltlichem Hintergrund widmen wird, auch wenn mich auf der anderen Seite eine genauere Auflösung der Ereignisse reizen würde. So oder so bietet der neue Blick auf die Geschehnisse eine tolle Grundlage wieder nach Teil 1 anzusetzen, der bekanntlich damit endete dass der Mann tot und seine Lebenspartnerin (besessen oder nicht) auf der Flucht war. Mit einer weiteren Prequel-Fortsetzung braucht man sicherlich nicht zu rechnen. Wer möchte schon auf geräuschlose Super 8-Bänder zurückgreifen?

Authentisch wirkt das VHS-Material im übrigen nicht. Die alten Bänder bieten alle Hochglanzmaterial mit stechend sauberem Bild. Da würde ich von träumen in einer Realität, in welcher man nur wenige Bänder abspielen kann ohne zur Reinigungskassette greifen zu müssen. Sicherlich ist „Paranormal Activity 3“ hauptsächlich für die heutige Jugend gedreht, aber ich denke selbst der hätte man ein paar verunreinigte Streifen im Bild und eine etwas grobkörnigere Optik zumuten können, um realistischer zu wirken.

An sich gibt es an Teil 3 nichts zu meckern. Er weiß zu unterhalten und zu gruseln, womit seine zwei Hauptanliegen erreicht sind, ein Ziel das u.a. deswegen erneut erreicht wurde, weil die Menschen untereinander vertraut und glaubwürdig wirken. Das ist eine Pflicht bei diesen Pseudo-Dokus, die Teil 2 vernachlässigte.

Man verpasst sicherlich nicht viel, wenn man diesen Film nicht geguckt hat, so aufregend wie Teil 1 ist er nun wirklich nicht, aber es wird nie langweilig und höchst wahrscheinlich sollte man Teil 3 geguckt haben, um Teil 4 im Gesamten folgen zu können. In Produktion ist die dritte Fortsetzung bereits. Ich freue mich nun wieder mehr auf eine Weiterführung als nach Teil 2.


Trailer,   OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen