Sonntag, 13. Mai 2012

OUTPOST 2 - BLACK SUN (2011 Steve Barker)


Lena, eine junge Frau, die Altnazis aufspürt, landet bei einer ihrer Fährten mitten in einem Schlachtfeld der Nato gegen Nazizombies, die mit einer Maschine aus der deutschen Vergangenheit unverwundbar am Leben gehalten werden. Zusammen mit einem befreundeten Wissenschaftler verbündet sie sich mit den Nato-Soldaten, um die Maschine zu finden und sie unschädlich zu machen...


Schwarze Sonne am eisernen Himmel...

2007 erschuf Regisseur Steve Barker etwas seltenes. Mit „Outpost - Zum Kämpfen geboren“ drehte er einen interessanten Streifen über Nazi-Zombies, einem Sub-Genre des Horrorfilms, das eigentlich nur Gurken zutage fördert. „Outpost“ war nicht gerade frei von Logiklücken, aber er erzählte seine Geschichte atmosphärisch und mit dem nötigen Ernst umgesetzt.

Die Fortsetzung „Outpost 2 - Black Sun“, die bei uns ohne die 2 im Titel auf DVD erschien, wurde zur richtigen Zeit veröffentlicht, machten doch gerade Nazis vom Mond die Erde im Kino in „Iron Sky" unsicher, und damit war die Nazi-Thematik zumindest ansatzweise gerade wieder aktuell. Während die Billigfirma Asylum Nazis im Inneren der Erde wüten ließ, besann sich Autor und Regisseur Steve Barker auf seine Geschichte und setzte diese fort.

Dass die Zombies des Erstlings eher Phantomwesen waren, die materialisiert wurden, ist im Sequel nicht mehr von Belang. Hier sind die Nazis definitiv Zombies, und sie sind öfter im Bild als je zuvor. Was sehen sie schnuckelig aus in ihren Uniformen, und über die Gesichtsmaske kann man auch nicht meckern. Dementsprechend positiv ist auch das DVD-Cover ausgefallen, dass sicherlich so manchen Käufer locken wird.

Viele davon werden weder Teil 1 kennen, noch das Wissen besitzen, dass „Outpost - Black Sun“ überhaupt eine Fortsetzung ist. Das ist ein schlechter Start, um mit Teil 2 seinen Spaß zu haben. Nicht etwa weil die Story zu kompliziert wäre um die Fortsetzung zu verstehen. Bereits die Geschichte von Teil 1 war schlicht. Aber Teil 2 guckt sich mit Unkenntnis eines Teil 1 sicherlich recht schwachsinnig, so selbstverständlich wie immer wieder von einer Maschine gefaselt wird, einem Storyelement welches in Teil 1 erst auf mysteriösem Wege entdeckt wurde. Unwissende des Vorgängers könnten „Outpost 2“ dementsprechend als besonders unsinnig oder phantastisch empfinden.

Ein solch schlechter Einstieg wäre aber nur dann als tragisch zu bezeichnen, wenn die Fortsetzung ein gelungener Film wäre. Mit dem Projekt in den Händen des Autors und Regisseurs von Teil 1 schien zumindest die Vorraussetzung dafür vorhanden gewesen zu sein. Teil 2 lässt nach Sichten jedoch vermuten, dass das Erstling in seinem positiven Ergebnis wohl eher ein Glückstreffer war, der manch geglückte Eigenschaft bestimmt aus seiner Kostengünstigkeit erntete. „Outpost - Black Sun“ ist nun sicherlich auch keine überteuerte Produktion gewesen, aber mehr Geld als im Vorgänger stand Barker definitiv zur Verfügung.

Diesmal übertrieb man es ein wenig mit den Actionszenen und vernachlässigte dementsprechend den Thriller-Gehalt, der selbst auf Mittelmaß im Vorgänger für stimmige Atmosphäre sorgte. Damit hätte „Outpost 2“ aber zumindest das für Teil 1 werden können, was „Aliens“ für „Alien“ wurde: die Actionvariante des gleichen Stoffes. Aber von „Aliens“ würde heute keiner mehr reden, wenn man dort jegliche Actionszenen in unangenehme Wackeloptik gepackt hätte, ein Fehler der Barker im hier besprochenen Film unterlaufen ist. Was nutzen die wundervoll zurecht gemachten Zombie-Soldaten, wenn man sie weder bei ihren Untaten beobachten darf, noch dabei zusehen darf wie sie ihr Fett weg kriegen?

Leider wird die Nazi-Thematik diesmal auch wesentlich reißerischer präsentiert. Immer wieder rücken Nazisymbole viel zu aufdringlich ins Bild, der olle Altnazi aus der ersten Szene wird viel zu monströs dargestellt, und die Gräueltaten, wenn die Zombies gnadenlos auf ihre Opfer einstechen, werden ebenfalls viel zu übertrieben und zu oft dargestellt. Peinlich wird es dann, wenn ein weiblicher Obernazi-Zombie hexenhaft kichernd durch die Bunkergänge schleicht, und dabei einen ähnlichen Eindruck hinterlässt wie Augra aus „Der dunkle Kristall“.

Die Nazis sind Monster, zweifelsohne, in der „Outpost“-Reihe gar auf zwei Ebenen, aber trotzdem tut es einem Film nicht gut, selbst wenn er anspruchslose Unterhaltungskost sein möchte, wenn auf der Gegenseite jegliches Verhalten legitimiert wird. Da darf eine Nazijägerin den aufgespürten Opa foltern. Da darf im Finale eine Gräueltat der Heldin begangen werden, die scheußlicher nicht sein könnte und auch nicht aus dem Affekt kommt. So etwas hinterlässt einen bitteren Beigeschmack und beschert dem Film eine Selbstgerechtigkeit, die ihn nur noch mehr nach unten zieht.

Sicherlich wird „Outpost 2 - Black Sun“ nie langweilig. Aber seine Geschichte ist gewöhnlich (allein schon deshalb, weil man schon alle Geheimnisse aus Teil 1 kennt und keine neuen hinzu kommen), die Figuren sind austauschbar und die Optik wie bereits erwähnt des öfteren nervig. Zumindest weiß die Idee zu gefallen, dass das Kraftfeld sich ausweitet. In wie weit das sinnig in Bezug zu Teil 1 ist, sei einmal dahin gestellt, muss aber auch nicht interessieren, so unsinnig wie bereits dessen Geschichte war.

Als etwas ernüchternd darf man auch den Schluss bezeichnen, den man bereits erahnen kann, erst recht wenn man durch Teil 1 Barkers Haltung gegenüber Happy Ends kennt. Leider wird nun am Schluss mit Lena eine Filmheldin geboren, die eher in die „Resident Evil“-Reihe passt, als in die „Outpost“-Reihe, zumindest mit Blick auf Teil 1. Damit bekommt der Gedanke an eine mögliche weitere Fortsetzung bereits einen bitteren Nachgeschmack, wo zweite Sequels doch gerne auch mal besser sind als die ersten. Da ich aber auch ein ewig Gestriger bin, werde ich mir bei einer eventuellen weiteren Fortsetzung sicherlich auch diese angucken. Wir Cineasten können auch ohne Kraftfeldmaschine ewig dumm bleiben. Das haben wir den Nazis voraus.


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