Sonntag, 2. September 2012

THE GIANT GILA MONSTER (1959 Ray Kellog)


Eine übergroße Echse tötet Menschen und wandert auf eine Kleinstadt in Texas zu. Eine Gruppe Jugendlicher hilft dem Sheriff der Lage Herr zu werden.


Echse trifft auf Katzenmusik...

Dieser Monsterfilm gehört genau zu jenen, die man als Fan dieser Sparte nicht gesehen haben muss. Das Monster ist eine echte Echse, die schlecht getrickst an Miniatursträuchern u.ä. vorbeiläuft und Miniaturlandschaften kaputt macht. Der Trick echte Tiere größer erscheinen zu lassen wurde trotz höherem Budget bereits in "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" nicht brauchbar eingesetzt. Dort machten die Echsen allerdings auch nicht den Löwenanteil der Geschichte aus. Sie waren nur eine von vielen hervorragenden Ideen. "The Giant Gila Monster" besitzt mit der Echse jedoch ihren einzigen Horrortrumpf, und damit kann man bei solch plumpen Spezialeffekten nur verlieren.

So wundert es nicht wirklich, dass dieses Werk keine deutsche Veröffentlichung bekam und somit in unseren Breitengraden unbekannt blieb. Das Problem bei besagter Art Monstertrick ist das selbe wie in Filmen, in welchen echte Tiere hochprojiziert werden (z.B. geschehen in "In der Gewalt der Riesenameisen"): es gibt keine Körperberührung mit den Opfern und den Helden.Während man in Filmen mit hochprojizierten echten Tieren zumindest Monster und Mensch im selben Bild zeigen kann, kann man mit den in "The Giant Gila Monster" angewendeten Tricks alles nur getrennt zeigen. Das macht die Wirkung dementsprechend lächerlicher.

Man nutzte nicht einmal die Möglichkeit die Echse im Hintergrund zu zeigen, während vor einer Leinwand die menschlichen Darsteller agieren. So kann weder Spannung noch Monster-Feeling aufkommen. Und der Spaß an unfreiwilliger Komik bleibt ebenso auf der Strecke, ist die Pausensetzung zwischen den Monsterszenen doch zu lang geraten. Die Dialoge liefern meist nur Leergeschwätz anstatt kurzweiliger Unsinnigkeit, so dass sie trotz eingebrautem freiwilligen Humors großteils öde anzuhören sind.

Viel schlimmer als jeder lahme Dialog ist jedoch die ständig singende Hauptrolle. Mit diesem Manko könnte ich eventuell noch leben, wenn die Lieder etwas flotter ausgefallen wären. Aber in einem ohnehin schon öden Film auch noch lahme Schnulzen von einem Möchtegern-Elvis zu hören ist dann doch definitiv zu viel des Schlechten.

Der restliche Soundtrack ist um so besser ausgefallen. Er erinnert etwas an eins der Hintergrundlieder aus "Die Klasse von 1984" und wäre in einem Alien-Invasionsfilm wahrscheinlich besser aufgehoben gewesen als in einem Riesenechsenfilm. Das ändert aber nichts daran, dass einem hier sympathische Nostalgie in die Ohren geweht wird. Da hört man gerne zu. Das wäre jedoch auch das einzig Positive, das mir zu „The Giant Gila Monster“ einfällt. Gerade zur Zeit seines Erscheinens gab es nun schon zwei „Godzilla"-Filme, und Amerika war mit dessen Vorreiter "Panik in New York" selbst schon tätig in diesem Bereich.

Und das Ende, das in manch anderem schlechten Film dem leidenden Zuschauer wenigstens noch ein Zückerchen präsentiert, steht dem Rest in nichts nach und wird deshalb nun von mir gespoilert: Da kommt etwas Explosives in ein Auto. Der Held fährt mit dem Fahrzeug auf die Echse zu, springt ab und der Wagen prallt schlecht getrickst auf das böse Riesenvieh und es verbrennt. Ende! Das einzig überraschende an diesem Schluss war, dass der Hauptdarsteller zur Freude aller Mitleidenden nicht schon wieder mit dem Singen anfing. Dass dieser US-Monsterfilm-Trubadix diesmal stumm bleibt, verdankt er der Dreistigkeit des Regisseurs mit dem brennenden Monster urplötzlich und sofort zu schließen. Eine Sequenz zum sanften Ausstieg aus dem Film gibt es nicht.

„The Giant Gila Monster“ ist keine Empfehlung und nur absoluten Komplettisten ans Herz gelegt. Gerade zu dieser Filmschaffenszeit gab es deutlich bessere Produkte dieser Art.


Trailer,   OFDb

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