Freitag, 28. Dezember 2012

C.H.U.D. 2 - DAS MONSTER LEBT (C.H.U.D. 2: Bud The Chud 1989 David Irving)


Studenten klauen eine Leiche. Diese war jedoch ein fallen gelassenes Army-Experiment. Dementsprechend schockiert und überrascht sind die Teens, als sie feststellen müssen, dass ihre Beute erwacht und umherwandert. Bud der Chud ist höchst bissig und seine Opfer werden ebenso zu lebenden Toten...


Auch eingefrorene Ware kann ihre Haltbarkeit überschreiten...

Dem kleinen sympathischen Trash-Horror „C.H.U.D.“ sollte 5 Jahre nach seinem Erscheinen eine Fortsetzung beschert werden. Schaut man sich dieses angebliche Sequel an, wird einem allerdings klar, dass Teil 2 überhaupt nichts mit Teil 1 zu tun hat. Das betrifft Story, Cast und (jetzt festhalten, man fast es kaum:) das Genre. Durch die Zombiethematik kommen zwar Horrorelemente auf, das Werk selbst ist allerdings eine Komödie, und zudem noch eine Klamauk-Komödie, also ein ziemlich extremes Werk seiner Gattung.

Obwohl die Horrorfangemeinde bereits zwei Jahre zuvor mit „Return Of The Living Dead 2“ verärgert wurde, weil das Verhalten der Zombies dort sehr trottelig war, entstand dennoch „C.H.U.D. 2“ der nicht nur fleißig bei der Reihe klaute, sondern den ungeliebten Klamauk des zweiten Teils hier noch zur Extreme aufbläht. Hier hampelt der Hauptzombie zu Morgengymnastik im Fernsehen, hier wird neugierig das Klo und das Hundefutter untersucht (im Film gibt es stets einen kruden Mix aus schlechtem Erinnerungsvermögen der Zombies und einem recht guten, Beispielsweise wenn die Zombies lesen können), da kickt ein kopfloser Untoter seinen Kopf fußballähnlich umher im hoffnungslosen Versuch diesen einzufangen, Zombies stolpern wegen ihrer Haltlosigkeit durch die Gegend, rutschen auf nassen Fußböden aus, ziehen comicartige Grimassen und, und, und.

Dass dies dem Freund üblicher Zombieunterhaltung nicht schmeckt dürfte klar sein. Erst recht wenn man bedenkt wie unglaublich unblutig das komplette Werk vonstatten geht. Das einzige sichtbare Blut war eine an die Wand gespritzte Dosis, wie dies halt gerne mal, meist in schlechten Filmen, gezeigt wird. Trotz eines Kopfaufspießens durch einen Bunsenbrenner (wovon der Zombie nicht tot ist, auch hier lässt „The Return Of The Living Dead“ grüßen) und einer Mistgabel durch einen Oberkörper, der daraufhin vom Zombie herausgezogen wird, gibt es keinerlei Blut zu sehen, im letzten Beispiel nicht mal eine Wunde.

Die Zombies knabbern die Menschen an, aber weder sie noch die neu angesteckten Untoten weisen Spuren von Blut auf. Da hätte man sich, auch in einer Komödie, gerne mehr gewünscht. Wo „Ghostbusters“ und andere Komödien mit Horrorelementen auch blutarm funktionieren, geht gerade die Zombiethematik nicht wirklich wirksam umzusetzen ohne den nötigen Lebenssaft. Weiß man worauf man sich einlässt kann „C.H.U.D. 2“ zum ein mal gucken funktionieren, aber selbst dann hat er seine kleinen Längen und ist streckenweise etwas arg blöde.

Der Haupt-C.H.U.D. ist toll gecastet. Es ist der Darsteller von Dr. Norman Panko aus der Serie „Parker Lewis“, manch einer mag ihn auch als Adoptivvater aus „Chucky 2“ kennen. Er weiß es mimisch den Klamauk auf amüsante Art wirken zu lassen, sein deppertes Aussehen der Maske hilft ihm dabei. Er ist blass und hat lächerliche spitze Zähnchen mit allerhand Zahnlücken. So sieht später auch jeder von ihm und anderen Zombies gebissene Mensch aus. Das ist im eigentlichen Sinne keine tolle Maske, da es insgesamt noch zu menschlich wirkt, aber das ist so gewollt und auf anderer Ebene o.k. zu nennen. Aus der Tatsache der noch sehr menschlichen Wirkung wurde Nutzen gezogen, in dem man mit dementsprechenden Verwechslungsgags arbeitet.

Die menschlichen Hauptrollen sind sehr mau besetzt. Der intelligente Teen mit seiner Brille wirkt besonders blass, die Frau an seiner Seite auch. Deren Kumpel, ein alter Draufgänger, wirkt schon etwas mehr, für seine Art Charakter aber immer noch übelst blass. Sie sind alle drei untalentiert und nur dabei, weil es scheinbar so sein muss. Wissenschaftler und Militär werden auf wenige Figuren reduziert, was das geringe Budget verdeutlicht. Auch wenn man versucht diese magere Anzahl staatlich Beteiligter zu erklären, wirkt das ganze recht dünn und unglaubwürdig.

Das ist eigentlich nicht weiter wild, denn die komplette Story wird, trotz seiner Einfachheit, unglaublich schlecht eingeleitet, weiter erzählt und zu Ende geführt. Da dank der humorvollen Inszenierung nie der Hauch echter Bedrohung aufkommt (trotz des möglichen weltweiten Ausmaßes der Situation) und von Spannung freilich auch nie die Rede sein kann, lebt das fertige Werk von seinen Witzchen, die neben allerhand plumper aber auch die nötige Dosis beinhalten, um gerade noch halbwegs interessiert dranzubleiben.

Etwas einfacher wäre dies sicherlich mit netter Hintergrundmusik gewesen. Aber hier wird der typisch seelenlose, langweilige Synthesizer-Sound der Billigfilme der 80er heruntergekurbelt. Ein Manko das manchen Film schon scheitern ließ.

„C.H.U.D. 2“ ist lediglich zum Schnellverzehr geeignet. Wer Klamauk mag kann reinschauen, dem Rest wird er zu blöde sein. Vielleicht kann man ihn da mit späten „Police Academy“-Folgen und „Heiß auf Trab“ vergleichen. In der englischen Fassung könnte „C.H.U.D. 2“ vielleicht noch eine Spur besser funktionieren. Die deutsche Synchronisation ist recht uninspiriert gesprochen, der Ton nicht wirklich echt. Außerdem habe ich das Gefühl dass viele dumme Sprüche einfach in die deutsche Fassung hineingesprochen wurden, die in Amerika sicherlich nicht vorkommen, halt so wie man es aus Synchronisationen diverser Spencer/Hill-Filme kennt, oder auch aus der unglaublich bescheuerten Sexfilmreihe der flotten Teens. Viele besonders schlechte Sprüche werden dann losgelassen, wenn die Figuren dem Zuschauer gerade den Rücken zukehren, oder nur von weitem zu sichten sind.

Seine gelungenen storytechnischen Zugaben klaut der zweite C.H.U.D. wie oben kurz angerissen fleißig bei dem sehr genialen „The Return Of The Living Dead“ und seiner schlichten, aber netten Fortsetzung. Statt Gehirn rufen die Untoten hier nach Fleisch, für Zombies sind sie ungewöhnlich flott (wenn auch nicht so schnell wie im Werk von Dan O´Bannon). Sie sind ebenso schwer tot zu kriegen, sie sind das Produkt eines Army-Experimentes, und da gibt es sicherlich noch das ein oder andere vergleichbare Pünktchen. Da „Return Of The Living Dead 2“, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, ebenfalls im Klamauk badet, liegt ein Vergleich zum zwei Jahre später entstandenen „C.H.U.D. 2“ sehr nahe. Der eine ist für Freunde des harten Horrors, der andere für die geringe Anzahl Filmfreund, die es gerne besonders albern mögen.

Im Gegensatz zu „Beverly Hills Body Snatchers“ oder den Horrorkomödien mit Eddie Dezeen ist „C.H.U.D. 2“ immerhin guckbar. Er hat ein paar kurze langweilige Momente, lässt sich aber sonst gut gucken. Leider bietet er keine Highlights, außer vielleicht dem Outfit des recht lustig eingesetzten Zombiehundes. Von der Geschichte bis hin zur Inszenierung her ist alles eine Spur zu lieblos und platt um länger im Gedächtnis zu bleiben oder gar ein Kultfilm für eine kleine Gemeinde schräger Filmfreunde zu werden (so wie es beispielsweise „Space Invaders“ schaffte). „C.H.U.D. 2“ ist der typische Film zum ein mal gucken für ein sehr kleines Publikum. Die meisten werden ihn grottenübel finden. Und mit dem kleinen, sympathischen ersten Teil hat das ganze leider nichts mehr zu tun. 


Trailer,   OFDb

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