Sonntag, 23. Dezember 2012

FRANKENFISH (2004 Mark A.Z. Dippé)


Ein großer Riesenfisch, der auch an Land aktiv sein kann, treibt in einem Sumpf sein Unwesen...


Fischfutter Mensch...

„Frankenfish“ klingt im Titel trashiger als er eigentlich ist. Nichtsdestotrotz war es gerade der Name, der mich lockte. Die FSK 16 weist bereits darauf hin, dass man keinen blutrünstigen Streifen vorgesetzt bekommt, im Subgenre Tierhorror ist das aber ohnehin eine Seltenheit.

In diesem Streifen gibt es eigentlich nichts, was es nicht schon tausend mal zu sehen gab. Menschen werden von Fischen bedroht, das ganze findet fernab der Zivilisation statt, die Fische sind nicht auf natürlichem Wege zu Menschenfressern geworden, die Menschen die sie fressen haben kaum mehr Persönlichkeit als mein rechter Zeigefinger, die Tiere sind am Computer animiert.

Trotzdem schafft es „Frankenfish“ auf die komplette Laufzeit gesehen zu unterhalten. Etwas mehr Individualität hätte ich mir vielleicht gewünscht, als kleiner Streifen für zwischendurch geht das allerdings in Ordnung. Denn was hier keinesfalls fehlt ist der nötige Schwung. Die eher mauen Charaktere werden in witzige Situationen und Dialoge gesteckt (zwar nie auf dem Niveau eines „Lake Placid“, aber genug um den Film zu tragen), einige wenige ungewöhnliche Randcharaktere sorgen für einen kleinen Hauch Irrsinn (ein Mexikaner mit uns fremd erscheinenden Ritualen, ein Pärchen, das für Woodstock zu spät geboren wurde) und so ziemlich jedem Aspekt dieses Streifens voran ist die Computeranimation zu nennen.

„Frankenfish“ ist nicht „Jurassic Park“, aber wenn man bedenkt was man in diesem Jahrzehnt so alles an mauen bis miesen Animationen ertragen musste, hebt sich der hier besprochene Film von anderen B-Horrors seines Subgenres doch erfreulich deutlich ab. Die Viecher sind nicht nur gut animiert, sie kommen auch interessant zum Einsatz. Nicht jede Attacke ist vorhersehbar, nicht jeder Angriff Routine. Und dass die Viecher so schlau sind, wird diesmal wenigstens recht augenzwinkernd erklärt.

Da in der gewählten Location recht wenig potentielle Opfer hausen, ist es gut, dass später auftauchende Zusatzopfer nicht erst mit ihrem späten Erscheinen eingeführt werden, sondern schon recht früh in einem Nebenplot auftauchen dürfen. Es sind Bösewichter, jene, die uns die bis dahin verschwiegenen Hintergründe liefern (Infos, wie man sie erwartet hat und die keinerlei Aha-Moment verursachen), aber auch jene, die etwas interessanter hätten charakterisiert werden können.

So witzig manche Situation und mancher Dialog noch zu Besuch bei den Einheimischen war, so routiniert (nah am drögen) sind die Situationen sobald die fiesen Burschen dazustoßen. Klar, nun geht es auf Fischjagd, der Actiongehalt wird erhöht und die Spannung planscht auf Routineniveau daneben her, aber man hätte sich eben nicht nur auf diese Punkte allein verlassen sollen. Nun haben wir nur noch Helden (auch zu blass charakterisiert) und Bösewichter die einfach des Bösewegen böse sind.

Wer da aufgefuttert wird und überlebt überrascht nicht! Aber das hat ja eigentlich auch der komplette Film nicht, was soll’s. „Frankenfish“ rettet sich aus der zu banalen Routine durch einen flotten Erzählstil, netter Computeranimation und einer Portion Humor. Routine, wenn auch von der angenehmen Art, bleibt das Endprodukt dennoch.



Trailer,   OFDb

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