Mittwoch, 26. Dezember 2012

KUNG FU ZOMBIE (Wu long tian shi zhao ji gui 1981 Hwa I-Hung)


Der Geist eines Gangsterbosses weicht einem Magier nicht von der Seite, da dieser schuld an seinem Tod ist und ihm nun einen toten Körper suchen soll, in dem er wieder leben kann. Versehentlich erwecken die beiden beim Versuch des Körperübernehmens einen mächtigen Vampir, der es auf einen jungen Kung Fu-Kämpfer und dessen Vater abgesehen hat, da deren Vorfahren im Krieg mit seinen lagen. Als der Vater des Kung Fu-Kämpfers stirbt und der Verbrecherboss dessen Körper übernehmen will, läuft während der schwarzen Zeremonie etwas falsch, und der Verbrecherboss, halb Geist, halb Mensch, sinnt Rache am Zauberer und den anderen Schuldigen der fatalen Situation. Dass der Gauner nun im Körper des verstorbenen Vaters des Helden umherläuft, sorgt nun endgültig für Verwirrung...


Gehirn! Gehirn! Schenkt dem Filmteam Hirn...

Als Freund von Trash stößt man hin und wieder auf Filme, die eine harte Prüfung sind. „Kung Fu Zombie“ ist so schlecht, dass man glaubt Hirnkrebs zu bekommen. Abwenden möchte man sich andererseits auch nicht, dafür ist der Streifen wieder zu ungewöhnlich. Es ähnelt einer bescheuerten Mutprobe diesen Film zu Ende zu gucken, und ich habe sie bestanden. Darf ich nun stolz sein?

Italien hatte seine Bud Spencer-Filme, in denen Komödie mit Prügelei gemixt wurde, Hongkong hatte seine Kung Fu-Spaßfilme. Beide Varianten waren mit unterschiedlicher Qualität gesegnet, ein Bud Spencer-Film ging aber nie derart bergab, wie dieser Müllfilm. Der Humor des Werkes von Hwa I-Hung geht in eine andere Richtung. Auch hier kann man wieder auf Italien schielen, erinnert der derbe Klamauk doch arg an den Schund der „Flotten Teens“-Reihe und vergleichbarem Geblödel.

In solchen Filmen wird nicht überlegt was witzig ist, sondern man inszeniert alles so derbe, übertrieben und laut, in der Hoffnung nun eine Komödie fertiggestellt zu haben. Hier reihen sich Zoten an Zoten, niemand schämt sich für irgendetwas, dabei gäbe es dafür allen Grund, so peinlich wie der komplette Inhalt gestaltet wird. Dass inmitten infantilem Geblödels auch einmal ein Lacher zu ernten ist, ist nichts ungewöhnliches. Das selbe Ergebnis hat man auch, wenn man lange genug Spaßbremse Fips Asmussen hört. Retten kann das ein Werk jedoch nicht.

„Kung Fu Zombie“ ist schon etwas ungewöhnlich. Er nervt, ist aber kurzweilig und kurz genug, um ihn bis zum Schluss zu schauen. Die Story ist völlig banal, aber man folgt ihr. Der Klamauk ist derbe, aber mit seltenen Glücksgriffen gesegnet. Der Film ist scheiße, aber zu ertragen. Zwar ist er unfreiwillig komischer Trash, weiß aber nicht wirklich zu belustigen, um geschmacksgestörten Individuen wie mir einen unterhaltsamen Abend zu bescheren. Auf der einen Seite will ich sagen: Das muss man selbst gesehen haben! Auf der anderen Seite will ich sagen: Lasst bloß die Finger weg!

„Kung Fu Zombie“ ist ein besonders lauter Film. Das mag in der von mir geguckten deutschen Version eine Spur extremer sein, als im Original, wundern würde es mich zumindest nicht. Denn wir Deutschen haben an dem Film fleißig herumgepfuscht. Da wird dreist Musik von James Bond geklaut, die Synchronisation ist schlecht (wenn auch nicht auf unterstem Niveau, es gibt immerhin bekannte Stimmen), nichtgesprochene Szenen outen sich stets als Originalton, da der Unterschied unüberhörbar ist, und bei all den vielen Storyelementen, auf die nicht mehr eingegangen wird und die sprunghafte Veränderungen erleben, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass hier für den europäischen, oder zumindest für den deutschen, Markt ordentlich herumgeschnipselt wurde. Wer weiß wie lange der Film im Original geht, es dürfte ein gehöriges Stück mehr sein.

In seinen Kampfszenen ist der Spaß-Horror am erträglichsten. Und das schreibe ich als jemand, der mit Handkantenfilmen recht wenig am Hut hat. Die Story um diese putzig zu guckenden Kämpfe ist wirr und banal zugleich, mixt asiatische Mystik mit lebenden Toten, einem Geist und einem Vampir. Die im Titel so dominanten Zombies sind eigentlich Nebensache. Wer sich da etwas passenderes gewünscht hat, sollte zu „Tokyo Zombie“ greifen, obwohl dieser auch nicht sonderlich gut ist.

Ich habe zumindest nun nur noch einen weichen Brei dort, wo einst ein Gehirn mit funktionierenden grauen Zellen war. Bei so viel debiler Hektik, kindischem Klamauk und bei so schnellen Schnitten und so vielen Zeitraffer-Szenen, dürften nur die widerstandsfähigsten Gehirne überleben. Spaßig ist das Endergebnis nicht, interessant, da faszinierend, aber doch wieder. Wer Spaß-Kung Fu mag sollte lieber zu den „Knochenbrecher“-Filmen greifen. Was an „Kung Fu Zombie“ eine FSK ab 18 rechtfertigt, weiß ich übrigens auch nicht.


OFDb

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