Samstag, 22. Dezember 2012

PUPPET MASTER 8 - THE LEGACY (2003 Charles Band)


Peter ist der aktuelle Puppenmeister. Eine Frau, die das Geheimnis der erweckten Puppen erfahren will, bricht mit Gewalt in Peters Behausung ein und bedroht ihn. Die Frau fordert Informationen, und Peter bietet ihr diese in Form einer Zusammenfassung, was die Puppen bisher erlebten...


Eine Fortsetzung der anderen Art...

Man wird vom 8. Teil der Puppet Master-Reihe mit Sicherheit überrascht, bietet er doch nicht das, was der Fan der Reihe erwarten würde. Heißt dies, dass in der 7. Fortsetzung nicht das alte Rezept erneut zum achten Mal verwurstet wird? In gewisser Weise schon, jedoch kaum mit neuem Material.

Schon Episoden wie Teil 5 ließen sich viel Zeit mit dem Zeigen von Ereignissen aus vorangegangenen Teilen. Dies ist mit Blick auf bandtypische Gesamtlaufzeiten auch sicherlich unverschämt zu nennen. In „Puppet Master – The Legacy“ ist das Verwenden von altem Material jedoch anders gedacht. Der von Charles Band unter einem Pseudonym selbstgedrehte Streifen ist eine „Puppet Master“-Collage. Vergleichbar wäre dieser „Film“ mit den Slide-Show-Folgen diverser Serien: z.B. „Die Simpsons“ („Und jetzt alle singen und tanzen“, „Nur ein Aprilscherz“, ...), „Alf“ („Guten Tag, mein Name ist Schlegel“) uvm. Es gibt nur einige wenige neugedrehte Szenen, die dafür da sind, den Rückblicken einen Rahmen zu geben. Dieser ist jedoch sehr dünn und guckt sich in der billigen Umsetzung wie ein Porno ohne Nacktszenen: Schlechtes Schauspiel, dünne Kulisse, sehr dünne Handlung.

Das ist jedoch nicht weiter wild, denn die Zusammenstellung bereits verwendetem Materials ist hübsch zu gucken. Im Prinzip erlebt man ein Best Of der „Puppet Master“-Reihe. Man darf so viele Puppenszenen wie noch nie sichten, und die waren schon immer das Highlight der Reihe. Band begeht bei der Umsetzung den Kniff, die zeitlich wild zusammengewürfelte Reihe zu ordnen. Wir erleben die Anfänge in Teil 7, die ihre „Fortsetzung“ in Teil 3 fanden, dann ging es mit den Teilen 1, 2, 4, 5, 6 weiter. Die Lücken in der Logik (z.B. eigentlich tote Puppen, die für eine Fortsetzung einfach wieder da waren) werden umgangen, in dem belastende Szenen nicht gezeigt werden.

Viel interessanter ist es jedoch zu beobachten, wie viel sparsamer Mr. Band bei seinen Produktionen mit der Zeit wurde. Je neuer die Ausschnitte aus einem Film sind, desto plumper sind die Puppeneffekte. Wo man sich in den ersten Teilen noch die Mühe von Stop Motion-Effekten machte, bekam man später fast nur noch halbe Puppen im Bild serviert, was die Animation nicht einmal für einen Laien schwierig gestalten würde. Dem Gesamtbild von „Puppet Master 8“ macht das keinen Abbruch. Die Reihe war nie große Kunst, wusste auf simple Art zu unterhalten und dementsprechend sind die Highlights auch nur Highlights auf das Niveau der Reihe gesehen. Freunden der Filme wird die konzentrierte Puppenshow aber sicherlich gefallen.

Wer bisher nur die deutschen Filme der Reihe gesehen hat, wird sich bei dieser in Deutschland bisher nicht erschienenen Fortsetzung auch über blutige Szenen freuen können, die es in den deutschen VHS-Fassungen damals nicht zu sehen gab. Das könnte auch jene Fans freuen, welche die Filme bereits auswendig mitsprechen können und die Zusammenstellung von Teil 8 dementsprechend als langweilig empfinden könnten.

Mir wäre eine richtige Fortsetzung zwar lieber gewesen, aber Fans der Reihe kann ich dieses Best Of nur nahe legen. Es hat ungefähr das Flair des Vorspanns von Teil 6, in dem bereits eine Art Puppenszenen-Best Of durch reine Bilderflut angegangen wurde.


Trailer,   OFDb

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