Donnerstag, 17. Januar 2013

CODE RED - DER WEG INS VERDERBEN (Code Red 2001 Ian Gilmour)


Wegen seiner Ansichten ist er damals aus dem Militär entlassen worden. Nun als Einsiedler ein Leben als Schlangenforscher führend, bekommt Doyle die Chance für eine Mission zurückzukehren, die nur er bewerkstelligen kann. Ihm werden jedoch wichtige Informationen zurückgehalten, und so kämpft der Mann mit seiner kleinen Einheit im Dschungel unverhofft gegen außerirdische Wesen zweier Rassen...


Haben Sie den Titel Code Red befohlen?

Es war einmal 1980, da erblickte ein kleiner Film das Licht der Welt, der heute wie damals kaum beachtet wurde. Sein deutscher Titel hieß „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“, und er sollte mit seiner Geschichte um Außerirdische, die zur Jagd auf der Erde gelandet sind, einem Science Fiction diese Idee liefern, einer Produktion die weltberühmt werden sollte.

Predator“ war ihr Name, und ihr erging es so wie ihrem Ideengeber. „Predator“ wurde oftmals kopiert. Im Dschungel gegen fremde Kreaturen kämpfen war für Produzenten von B-Filmen ähnlich verlockend wie das Wüstenszenario von „Mad Max“ zu kopieren, bieten doch beide Kulissen die Möglichkeit sehr kostengünstig einen Genrebeitrag abzuliefern. Neben „Watchers 3“, um nur einmal ein Beispiel zu nennen, ist „Code Red“ ein solcher Film, der bei Schwarzeneggers Kampf gegen das intelligente Alien klaut.

Und wenn man in Punkto Diebstahl erst einmal Blut geleckt hat, dann kann man so schnell damit gar nicht aufhören. So wird die Anfangssequenz ein bisschen mehr aus „Rambo 3“ und ein bisschen weniger aus „Phantomkommando“ stibitzt, und beim Rest kann man kaum noch von Diebstahl reden. Der Rest ist zu Fleisch gewordenes, x-fach wiederholtes Filmklischee, das irgendwann einmal irgendwo seinen Anfang nahm. Wo dieser zu finden ist, weiß ich nicht, auf jeden Fall ist es ein berühmtes Rezept.

Dieses geht folgendermaßen: eine Gruppe Proleten geht in den Dschungel zum Kampfeinsatz. Es gibt Unstimmigkeiten in der Gruppe, u.a. über den Leutnant, der eine fragwürdige Vergangenheit hat. Diese hat mit einem Brüderzwist zu tun. Der eine Bruder benahm sich im Krieg fair, der andere unfair der Karriere wegen. Doch Hauptschurke bleibt der böse General, der allen falsche Informationen zugespielt hat und andere Ziele verfolgt. Dass das Finale in einer Forschungsstation spielt, ist ebenso endlos abgegucktes Klischee, wie die „überraschende“ Wendung im letzten Drittel, wenn sich die zweite Rasse Alien als etwas anderes entpuppt als zunächst gedacht.

Man braucht also gar nicht drum herum zu reden. „Code Red“ ist ein Billigfilm mit Schundwert, eines der leicht zu guckenden Sorte dank vieler alberner Dialoge, die zu belustigen wissen. Allerdings ist der Film, mit einem Titel, der mit dem Inhalt nichts zu tun hat, kein reines Kasperle-Theater geworden. Wer gerne einmal hin und wieder Billigproduktionen sichtet und diesen eine faire Chance geben kann, der wird sogar einen richtig unterhaltsamen Film sichten.

Mit Actionszenen wird nicht gegeizt, die Kreatureffekte sind nett umgesetzt, ja sogar von einer konstanten, dichten Atmosphäre kann man sprechen. Diese harmoniert sowohl mit dem gewollten Spannungsbogen des Streifens, als auch mit seinen unfreiwillig komischen Seiten. Lediglich einige kurze Momente von Videoaufnahmen verleihen dem Werk eine Billigkeit, die eher schlechten C-Filmen zuzuordnen ist. Da solche Videobild-Aufnahmen rar verteilt sind, ist dies jedoch auch kein gravierender Minuspunkt.

Das Genre wird nicht neu erfunden, und in Klischees wird gebadet anstatt sie zu ironisieren. Aber wer gerne Billigvarianten berühmter Vorbilder guckt, wird hier gut unterhalten, zumal auch der Konflikt um die militärische Vergangenheit Doyles Interesse zu wecken weiß. Mit den deutschen Stimmen von Matt Damon und Ben Stiller sind auch erfahrene Synchronsprecher mit an Bord. Die Angst um eine kostengünstige Übersetzung kann ich also direkt im Keim ersticken.


OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen