Mittwoch, 2. Januar 2013

CREATURE FROM BLACK LAKE (1976 Joy N. Houck Jr.)


Zwei Forscher machen sich im Sumpf auf die Suche nach Bigfoot, nachdem mehrere Fischer von einer solchen Kreatur attackiert worden sein sollen...


Da vermisst man die Hendersons...

Die Mitte der 70er Jahre, eine andere Art Horrorfilm etabliert sich gerade im amerikanischen Kino: der Terrorfilm. Doch nicht jeder springt auf die neue Welle auf. Auch Freunde klassischer Formen des Horror-Genres wollen unterhalten werden, und da scheint ein Film über einen bösen Bigfoot doch genau das Richtige zu sein.

Zu Zeiten des ebenfalls aktuellen Tierhorrors kann sich ein Film mit dem menschenähnlichen Affenwesen, oder was auch immer ein Bigfoot ist, sich halbwegs dazuzählen. Damit vergrößert sich das Publikum, jedoch nicht für lange Zeit, sonst hätte man den Titel schon das ein oder andere Mal gehört. Und wahrscheinlich wäre „Creature From Black Lake“, der sich im Titel eng an den Erfolgsfilm „Creature From The Black Lagoon“ von Jack Arnold orientiert, in diesem Falle auch in Deutschland erschienen. Doch der Flop kam nicht über den großen Teich zu uns in die Lichtspielhäuse, und nach Sichten kann ich dies auch durchaus verstehen.

Es passiert einfach nichts. Uninspirierte Darsteller nuscheln sich einen ab, fahren ewig mit ihrem Kleinbus durch das ländliche Hinterwäldler-Amerika und weiter passiert nichts. Mit viel Geduld gibt es nach längerer Zeit eine Szene, in welcher eine Familie auf einem Ausflug in die Wälder der Bestie begegnet. Mehr als einen schattenhaften Umriss gibt es jedoch nicht zu sehen.

Das mag in anderen Produktionen die Erwartungshaltung erhöhen. Da die Szene jedoch komplett unspannend und ohne jegliche knisternde Atmosphäre stattfindet, enttäuscht sie lediglich im Meer an Langeweile als erhoffte kurze Insel des Geschehens.
Der Regisseur muss gewusst haben wie öde sein Film ist. Denn er trennt die übliche Eingangssequenz der ersten Opfer, in dem er parallel zu einer anderen Szene wechselt. Beide Szenarien wechseln sich immer wieder ab. In der einen passiert überhaupt nichts interessantes, in der mit den baldigen Opfern ist die Wartezeit zu lang, bis die Kreatur zuschlägt. Der Trick hat nicht geholfen. Die Langeweile konnte mit dem Szenenmix nicht umgangen werden. Dass die erste Tat der Kreatur bis auf einen Arm recht unsichtbar bleibt, brauche ich wohl kaum erwähnen, so üblich wie das Hinhalten zu dieser Zeit im routinierten Horrorbereich war.

Aber auch später, wenn die Studenten während ihrer Forschungen auf den Bigfoot stoßen, gibt es nicht wirklich viel zu sehen. Das Bild wird immer schnell recht düster, wenn eine Szene mit dem Ungeheuer naht. Damit verspielt der Streifen seinen einzigen Trumpf. Gerettet hätte es dieses Stück Filmmüll trotzdem nicht, denn dauerhaft öde Passagen, nerviger Singsang einer Filmfigur und jede Menge Aufnahmen inhaltlichem Nichts haben dem Zuschauer schon jegliche Stimmung zerstört, und der Glaube dass auch nichts mehr zu erwarten ist, kommt extrem früh hoch.

Bei Bigfoot-Filmen habe ich einfach kein Glück. Der einzige der mir bisher gefallen hat ist ein etwas trashiges, aber immerhin sympathisches B-Filmchen namens „Abominable“. „Demon Of The Lake“, so der Alternativtitel des hier besprochenen Filmes, ist jedoch jedem abzuraten. Dem Gras beim Wachsen zuzuschauen ist spannender.


Trailer,   OFDb 

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