Freitag, 18. Januar 2013

DAS BLUTBIEST (The Blood Beast Terror 1968 Vernon Sewell)


Die Anzahl an Todesfällen mit mysteriösem Hintergrund häufen sich. Allem Anschein nach scheint eine Riesenmotte ihr Unwesen zu treiben...


Verdammt, keine Mottenkugeln im Haus...

Wenn Peter Cushing durch einen 60er Jahre-Horrorfilm stapft, kann man sich in der Regel auf eines verlassen: auf atmosphärische Locations. So ist es auch in „Blood Beast Terror“ (Originaltitel). Wir haben eine gut gewählte Waldkulisse, ein von außen wirksames Haus, im Inneren des Hauses ein stimmiges Setting, verstaubt, düster und voller Spinnweben. Passend dazu kommen klassische Elemente wie Kerzenschein, Türeknarren und andere unheimliche Geräusche hinzu. Haben wir hier ein Werk aus den Hammer Produktionsstudios?

Nein, denn trotz der Aufzählung stimmiger Elemente, die gerade zu typisch für einen Hammerfilm wären, haben wir einen gravierenden Unterschied: „Das Blutbiest“ bewegt sich nicht innerhalb der Grenzen naiven, wohligen und augenzwinkernden Gruselns, sondern überschreitet ungewollt die dünne Linie, die zur Seite der unfreiwilligen Komik führt. Wo Hammer auf klassische Schurken wie Vampire, Geisteskranke, Werwölfe und ähnliches setzte, wagte sich die für den hier besprochenen Film zuständige Produktionsfirma in ein anderes Gebiet des Horrors, eines, dass bereits längere Zeit Erfolge im internationalen Kino verbuchte: Dem Tiermutantenhorror, einem Subbereich des Monsterfilmes.

Da trotz alledem stark an den üblichen Cushing-Filmen orientiert, wagte man nicht den kompletten Schritt in die Tiermutanten-Richtung, sondern lässt das hier zuständige Vieh vampirähnlich auf den Zuschauer los. Der Film erzählt von einer Motte, die sich in eine Frau verwandeln kann und Blut trinkt. Und er erzählt von einem Wissenschaftler, der dem Wesen ein männliches Gegenstück erschaffen möchte. Ein verdrehter „Frankensteins Braut“ stößt auf den Bereich des Vampirfilms.

Gerade die Orientierung am Blutsaugerthema sorgt auch dafür, dass der Streifen zu Anfang und im Mittelteil punkten kann, da man sich dort an die klassischen Erzählelemente des Vampirfilms hält. Es wird zwar viel geredet, aber für Atmosphäre sorgen die oben erwähnten Pluspunkte. Der Unterhaltungswert könnte höher sein, aber er reicht um den Zuschauer bei Laune zu halten. Taucht nun aber die Menschenmotte auf, kann man noch so auf naiven Horror eingestellt sein, es wird peinlich.

Wo „Die Fliege“ es schaffte Würde zu behalten, rutscht der ohnehin schon recht groteske Streifen komplett ins Lächerliche ab. Ganz blöde wird es bei der Art und Weise, wie die Kreatur ihren Tod findet. Instinkt hin oder her, aber wenn ein solches Wesen zuvor als recht klug dargestellt wird, sollte man seine Fähigkeiten im Finalkampf nicht komplett ändern, sprich in diesem speziellen Fall sollte man das besagte Wesen nicht urplötzlich zu einem simplen Insekt degradieren.

Wie auch immer: Uninteressant ist dieser Horrorfilm auf keinen Fall. Peter Cushing spielt seriös und gekonnt wie immer, leichter Humor funkelt hin und wieder durch, und die Flugattacken der Motte im Wald sind zwar nicht als gruselig, aber immerhin als stimmig zu bezeichnen. Schade dass die Kreatur selbst zu bescheuert aussieht, besonders schade, da der in der Entstehung befindliche Mottenmann optisch im Gegenzug sehr reizvoll umgesetzt wurde, ganz besonders in jener Szene, in der er mit Blut gefüttert wurde.

Fans alter Streifen werden ihren Spaß haben, zumindest wenn sie Trash nicht völlig abgeneigt sind. Bereits die Grundstory an sich klingt schon recht schwachsinnig, die Mottenpuppe bestätigt diese Vermutung lediglich. Dennoch denkt man durch die stimmige Umsetzung zu Beginn zunächst eines besseren belehrt zu werden. Die „Katastrophe“ setzt relativ spät ein.


Trailer,   OFDb

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