Montag, 4. Februar 2013

DANCE OF THE DEAD (2008 Gregg Bishop)


Der Abschlussball steht bevor, aber nicht jeder kann oder will mitfeiern. Das ist auch gut so, denn Tote erheben sich aus den Gräbern und folgen den Klängen der Party um Menschenfleisch zu futtern. Freaks und Streber müssen nun die Coolen retten...


Tanz in den Tod...

Ziemlich desinteressiert folgte ich den Geschehnissen in „Dance Of The Dead“, auch wenn die Rezeptur zunächst verlockend klang. Erzählt wird eine Geschichte a la „The Return Of The Living Dead“, nur mit mehr Humor angereichert, etwa im Stil von „Die Killerhand“. Auch Troma kommt einem in den Sinn, wenn man das Atomkraftwerk nahe der Stadt sichtet, was sicherlich nicht zufällig an „Class Of Nuke ´em High“ erinnert.

Das sind alles drei tolle Filme, in denen Gregg Bishops Werk mitschwimmt, und mit dem nicht seltenen Mix aus Horrorfilm und Teenie-Komödie waren auch gleich zwei von mir gern gesehene Genres mit im Spiel. „Dance Of The Dead“ hat nur leider einen Fehler: er holt sich seine Lacher meist nicht aus gestreuten Witzen, sondern aus seinen Charakteren. Diese verkörpern jeweils grobklotzig albern ein Figurenklischee, bis auf einige wenige, die ziemlich normal wirken. Überdrehte Figuren in fast witzarmer Story, das ist eine ziemlich ärmliche Mixtur. Schade dass Witze wie „Hier, nimm Du die Machete!“ –„Ich weiß gar nicht wie man damit schießt!“ viel zu selten vorkamen. Letztendlich sind es solche Flachköpper, die das gar nicht mal uninteressant klingende Werk hätten retten können.

Das Ergebnis ist wirklich schade zu nennen. Die Darsteller wirkten brauchbar, die Effekte können sich sehen lassen, die Zombies sahen auch recht nett aus, nur der Humor wollte nicht zünden. Das wäre in einer Umsetzung wie „The Return Of The Living Dead“ nicht schlimm gewesen, brachte dieser doch auch jede Menge echtes Horrorfeeling mit ein. Gags gepaart mit abgekauten Fingernägeln! „Dance Of The Dead“ will jedoch nur eine Komödie sein. Und da nutzt es leider auch nichts mehr, wenn die Zombies klassisch dem Erdboden entsteigen, ein Szenario das im modernen Horrorfilm dank Infizierungsgrund viel zu selten Beachtung geschenkt bekommt.

Schauen kann man das Filmchen sicherlich trotzdem. Die Gagparade ist kein peinlicher Nonsens geworden der nervt. Ich war lediglich viel zu angeödet um dem Ganzen etwas abgewinnen zu können, lag der Humor doch ent-weder nicht auf meiner Schiene oder wirkte zu abgeguckt (so erinnerte z.B. eine Szene, in der eine junge Frau Zombies alle macht, nachdem diese ihr Kleid kaputt machten, doch deutlich an „Spaceballs“, wenn Prinzessin Vespa die Sturmtruppen erschießt, weil diese es wagten mit Laserschuss ihre Haarspitzen zu streifen).

Echt schade! Denn „Dance Of The Dead“ brachte einige Elemente mit ein, die in „The Return Of The Living Dead“ so schön kultig wirkten: Nicht tot zu kriegende Untote, wiederbelebte Tiere, Freaks auf dem Friedhof und flotte Zombies. Leider erlangt Bishops Film nie das Niveau von Dan O’Bannons Meisterwerk. Wer ein moderneres Stück Zombiekomödie gucken will, sollte lieber zum wenig beachteten „Fido“ greifen. Der baut auf der selben Grundidee auf wie ein Beitrag, den ich mal bei Google Video sichtete mit dem Namen „What To Do In A Zombie Attack“. Letztgenannter ist sogar noch mehr zu empfehlen, ist aber leider nur auf englisch zu bekommen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen