Montag, 4. Februar 2013

JUNK - RESIDENT ZOMBIES (Junk: Shiryô-gari 1999 Atsushi Muroga)



Kleingauner wollen Diebesgut an die Mafia verkaufen. Als Ort der Übergabe dient eine verlassene Fabrikhalle, in der bis vor kurzer Zeit versteckt vor der Öffentlichkeit Experimente mit Toten gemacht wurden. Dabei wurden Leichen lebendig. Nun fallen die Untoten über die Kriminellen her, und nicht jeder Zombie ist dumm...


Deutsch-Ton für die Tonne...

Mit diesem Film kann man als Horrorfan durchaus seinen Spaß haben. Aber man muss vorher gewarnt sein. Was einem in der deutschen Fassung erwartet, ist eine dieser unglaublich schlechten Porno-Synchronisationen. Sollte man also das Talent besitzen sie so gut wie möglich ignorieren zu können, kann man angenehm unterhalten werden.

"Junk" kann dem sehr geglückten "Versus" nicht das Wasser reichen, und diesen Vergleich muss "Junk" sich im selben Genre gefallen lassen, aber er besitzt genug eigene Einfälle und lustige Umsetzungen bereits bekannter Ideen.

"Junk" verschreibt sich im Gebiet der Zombie-Horrorkomödie mehr dem Trash-Bereich. Das lässt ihn manchmal wie einen Amateurfilm wirken, was durch die eben erwähnte Synchronisation verstärkt wird. Wenn die Toten in der Halle erwachen, alle zugedeckt mit Laken, ohne große Effekte oder unheimlicher Wirkung, wirkt dies auf witzige Art plump und dreist wie seinerzeit das Chemieunglück unvorsichtiger Araber in "Urban Scumbags vs. Countryside Zombies". Einige ärgern sich darüber, andere schmunzeln oder lachen drüber, weil sie erkennen, dass eine solche Dreistigkeit durchaus gewollt ist.

Die Komik des Films ist meist typisch japanisch, auch darauf sollte man sich einstellen. Für einen japanischen Film gibt es jedoch viel amerikanischen Einfluss. Von veramerikanisierten Japankino kann man allerdings nicht sprechen. So schlimm wie die deutsche Welle mit US-orientiertem Erzählstil ist dieses asiatische Werk noch nicht. Vielleicht ist es aber bereits einen Schritt in diese Richtung. Erwähnen sollte man diesbezüglich aber auch die aktive amerikanische Beteiligung an diesem Film.

Ebenso wie in "Versus" tritt auch in diesem Streifen die Mafia in Erscheinung. Nett, aber relativ talentfrei von nur wenigen Personen gespielt, das lässt die Kostengünstigkeit des Films spüren. Die Art wie die Mafia sich über die Amateurgauner lustig macht erinnert nicht ungewollt an kindischen Kindergartenumgang. Überall lacht uns die teilweise gewollte Billigkeit an. Das macht den Trashgehalt so genüsslich und einige plumpe Dinge in der Geschichte so verzeihlich.

Die Gags um das unmännliche Verhalten eines der Gauner und die eines sich kein Geschäft entgehen lassenden Autoverkäufers gehören zu den lustigsten Randerscheinungen von "Junk" und werden zum Schluss sogar vereint. Damit entlassen die Verantwortlichen den Zuschauer mit einem amüsanten Ende aus der Welt des Zombiefilms zurück ins reale Leben.

Bis es soweit ist, erleben wir herrlich idiotische Ideen, wie die Grundsituation des Militärs, die einfach nur dreist umgesetzt zu nennen ist. Das Labor soll ferngesteuert in die Luft gejagt werden mittels eines ollen Computers, und als diese Idiotie fehlschlägt wird uns das Militär mit nur ganz wenigen Personen und Möglichkeiten präsentiert, in einer Situation die globale Ausmaße annehmen kann. Noch billiger gedreht und man hätte auf die Militärbekleidung verzichten müssen. Herrlich!

Die Idee einen intelligenten Zombie mit einzubauen ist zwar seit Romeros Untoten-Reihe nichts neues mehr, wird aber auch hier recht positiv eingebracht. Diesbezüglich wird der Zuschauer zwar einige Zeit hingehalten, aber bis es zur ereignisreichen Begegnung mit dieser intelligenzbesitzenden Untoten-Frau kommt, werden einem die ein oder anderen witzigen Situationen präsentiert, oft in blutigem Gewand. Denn bei all seiner Billigkeit ist "Junk" eines nicht: unblutig! Im Gegenteil, hier wird auf etwas harmloserer und billigerer "Braindead"-Art mit ekeligen Gags experimentiert, immer nah an der Grenze des gewagt arg Plumpen.

Aber genau diese Dreistigkeit machte ja letzten Endes auch Werke wie "Ritter der Kokosnuss" und "Die nackte Kanone" zu einem genialen Erlebnis, natürlich Vergleiche denen "Junk" nicht ansatzweise das Wasser reichen kann.

Kurzum: untalentierte aber gut gelaunte Darsteller erleben lustige Situationen, oft wegen blutiger Gags, in einem Film der für nichts Geld hatte und der sich diese unliebsame Ausgangslage zu Nutze machte, um das ganze Geschehen im gewollten Trash-Format zu präsentieren. Da die Sympathie am Spaß an der Freude ganz klar durchschimmert und sichtbar Leute am Werk waren, die das Werk nicht einfach runterkurbelten, sondern auch ehrlich einen Beitrag zum Filmbereich beisteuern wollten, drückt man auch gerne mal ein Auge zu, in der deutschen Fassung sogar zwei (mit dem dritten sieht man besser), lehnt sich zurück und lässt sich einfach mal relativ geistfrei unterhalten.


Trailer,   OFDb

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