Dienstag, 5. Februar 2013

POPULATION 436 (2006 Michelle Maxwell MacLaren)


Volkszähler Kady kommt in die Gemeinde Rockwell Falls und stellt fest, dass dort die Einwohnerzahl immer konstant bei 436 steht. Was ist der Hintergrund dieses Rätsels? Kady will es herausfinden...


Von einem Stepford-ähnlichem Schlumpfendorf...

Ein geheimnisvolles Dorf, kultige Einhaltung bestehender Gesetze, wer anders denkt wird geheilt! Diese stichwortartige Zusammenfassung zeigt recht deutlich, dass wir hier für das Jahr 2006 einen Grusler haben, der nicht gerade mit neuen Ideen arbeitet. Manches erinnert an „Die Frauen von Stepford“, anderes an „Kinder des Zorns“, „Teuflische Engel“, „Dich kriegen wir auch noch“ und, und, und.

Dennoch ist der Aufhänger reizvoll: Eine bestimmte Stadt hat immer 436 Einwohner, was auch passieren mag. Das klingt nett und mysteriös, dieser Aufhänger verpufft allerdings recht schnell, da er nur für den Eingangsmoment wirksam ist. Danach wird alles wieder routiniert wie gewohnt: Jemand ist neu im Dorf, die Leute verhalten sich merkwürdig, man stößt auf den Kult, man versucht zu fliehen.

Verwandt ist diese Gattung Horrorfilm mit Werken wie „Delphinsommer“. Was hier erzählt wird, ist nicht mehr oder weniger als eine reine Sekten-Geschichten, wenn auch Horrorelemente davon ablenken sollen. Allerdings kann eine solche Geschichte in Form eines reinen Dramas besser wirken, denn es darf im stillen Stil arbeiten, während ein Horrorfilm ständig Aktion bieten muss, es muss Aufhänger geben.

„Population 436“ ist für einen Horrorfilm leider zu routiniert erzählt. Ab der zweiten Hälfte wird der Streifen immerhin etwas interessanter als zuvor, meist ist es in diesem Genre ja eher umgekehrt. Man bekommt mehr Einblicke hinter die Kulissen und darf bei den Fluchtversuchen der Hauptperson mitfiebern. Dies zwar alles nur bedingt, Nervenkitzel darf da suchen wer will, aber wenigstens ist es interessant.

Die theoretisch mystische erste Hälfte wird kaputt gemacht mit falscher Musik zur falschen Zeit, durch seine Ideenlosigkeit, durch einen zu lieben Hauptcharakter und ganz einfach dadurch, dass es die Regie nie schaffte, dem Zuschauer ein unbehagliches Gefühl zu vermitteln. Das ist sehr schade, denn auch in der xten Version der selben Story hätte noch mehr Potential dringesteckt.

Mit dem Schluss wendet sich das Blatt, des bisher von mir berichteten. Alpträume und Infos aus der Eingangssequenz haben schon darauf hingedeutet, deswegen kann man nicht von einem überraschenden Ende sprechen. Dennoch ist es interessant, denn es dreht Gewohntes auf den Kopf und wer recht hat oder nicht wechselt die Fronten. Ebenso verhält es sich mit dem Bereich des Wissens. Das ist einfach einmal etwas anderes und wird manchen Zuschauer sicherlich gekonnt vor den Kopf schlagen. Ob der Hintergrund positiver oder negativer Natur ist müsste ein Teil 2 erklären, denkbar wäre zumindest ein ähnlicher wie in „Kinder des Zorns“.

Schade dass hier nicht spannender und mit interessanteren Figuren gearbeitet wurde. Das hätte schon vollkommen gereicht, um „Population 436“ interessanter zu gestalten. Klar war die Musik nicht toll und Kamera und Schnitt arg gewöhnlich, aber das muss bei einem TV-Film wohl so sein und würde bei besserer Umsetzung der von mir genannten Punkte auch nicht so gravierend stören. So aber ist der Streifen lediglich eine zu lange Episode „Akte X“ oder „Twilight Zone“ geworden.


Trailer,   OFDb

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