Montag, 4. Februar 2013

SANTA'S SLAY - BLUTIGE WEIHNACHTEN (Santa's Slay 2005 David Steiman)


Vor tausend Jahren hat der Weihnachtsmann eine Wette verloren, wegen der er zu jener Figur wurde, die wir heute kennen. In Wirklichkeit ist Santa ein brutaler Widerling, der es kaum fassen kann, dass die tausend Jahre nun vorbei sind. Jetzt kann er wieder Terror verbreiten...


Traue keinem Catcher im Weihnachtskostüm...

Dieser Weihnachtsmann war nicht ganz das, womit ich gerechnet hatte, als ich den Film in den Player legte, aber das war in diesem Fall auch gar nicht schlimm. Wer hier trotz Komödienausrichtung an einen mystisch psychopatischen Santa denkt, oder einem stillspielerisch fiesen mit lockerem Mundwerk, der irrt. Der Santa dieses Filmes wird von einem Catcher verkörpert, guckt grimmig, schlägt von Beginn an zu, ist grob, meidet keine Zeugen und strotzt nur so vor fiesen Ideen.

Und da kann es trotz einer FSK 16 schon recht derbe zur Sache gehen. Unter dem Deckmantel der Komik geht die FSK mit ihrer Altersvergabe ohnehin oft lockerer um, was meiner Meinung nach recht fragwürdig ist. O.k., hier fließt das Blut nicht literweise, aber ob ich manch arg brutale Idee von den Augen eines Jugendlichen geguckt haben möchte, wage ich dann doch zu verneinen.

Mein Problem soll es zur Zeit nicht sein, ich bin erwachsen und habe kein Kind in diesem Alter. Betroffene Jugendliche haben aus ihrer Sicht zumindest Glück, die Haudrauf-Komik des Streifens dürfte sie zum Zielpublikum machen. Allerdings muss ich gestehen mich ebenfalls köstlich amüsiert zu haben. Erzähl- und humortechnisch gibt es hier nichts für den Kopf, „Santa´s Slay“ funktioniert einfach als kurzweiliges Trivialwerk zum Kopfausschalten, vermeidet gleichzeitig aber auch die gröbsten Unlogiken, die manch anderer Genrevertreter oftmals gar nicht erst versteckt.

Die Story selber folgt im groben den Pfaden des unbekannten „Monster - Der Horror einer Stadt“ von John Lafia. Auch dort trat ein Enkel in die Monsterjagd-Fußstapfen seines Großvaters. Während „Monster“ mit einer etwas direkter bezogenen Genreparodie trumpft, fällt „Santa´s Slay“ in erster Linie durch seine kompromisslose Bösartigkeit auf. Diese lässt zur zweiten Hälfte zwar etwas nach, um die Geschichte Richtung Standart auszurichten, inklusive kleiner Kitschmomente (die aber nicht so sauer aufstoßen wie sie unter schlechter Inszenierung könnten), der Spaß an der Laune ist aber auch dort noch hoch genug, so dass man nicht von einem Unterhaltungsabsturz reden muss.

Neben der brutalen Wege Menschen ins Jenseits zu befördern, hat der Streifen auch kleine themenbezogene Gimmicks zu bieten. Dort ist der Film etwas mit „Space Invaders“ vergleichbar. Dort gab es Spielereien mit der Clownkultur (Popkorn als Schusswaffenmunition, Luftballonfiguren als böse Verfolger, Zuckerwatte als Leichenkonservierung), hier gibt es Spielereinen mit der Xmas-Kultur (Festbaumkugel-Bomben, Leucht-Zuckerstab, ...).

„Santa´s Slay“ darf zudem mit zwei Besonderheiten trumpfen. Zum einen haben wir einen toll animierten Rückblick in Form von Puppentrick-Stop Motion, der zu einer der besten Szenen erklärt werden darf, und das Zugtier am Schlitten ist nicht computeranimiert, zumindest nicht immer, denn wenn man im Abspann Filmpatzer serviert bekommt (eine Zugabe, über die ich mich ohnehin immer freue), bekommt der Zuschauer auch des öfteren Patzer aufgrund des störrischen Tieres zu sehen.

Die Mitwirkenden (alles keine hervorragenden Schauspieler) hatten sichtlich ihren Spaß, der Filmkonsument hat diesen auch, schade nur, dass das Drehbuch nur in Kleinigkeiten durch ungewohnte Dinge zu überraschen weiß. Der grobe Storyverlauf selber ist leider wieder viel zu routiniert ausgefallen. Horrorfreunde, die auch die humorvollere Variante ihres Lieblingsgenres konsumieren, werden trotzdem auf jeden Fall gut unterhalten. Längen kommen bei der kurzen Laufzeit sowieso nicht auf.


Trailer,   OFDb

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