Dienstag, 5. Februar 2013

TODES-DATE (Decoys 2003 Matthew Hastins)


Luke ist Collegestudent und bekommt spitz, dass einige sexy Studentinnen in Wirklichkeit Außerirdische sind, die nur wen zur Paarung benötigen. Für Menschen ist der Körperkontakt mit den eisigen Damen jedoch tödlich, so dass auch die Invasoren vor einem Problem stehen...


Auf den Spuren von Species...

Ein unerwartet kurzweiliges Vergnügen erwartet einen mit „Decoys“ (Originaltitel). Flotte, aber belanglose Rockmusik a la „American Pie“ stimmt in eine Horror-Teenie-Komödie ein, bei welcher der Horror im Vordergrund steht. Dass einen hier kaum etwas erwartet, das man sonst noch nicht sah, ist klar, der Film erfindet die Genres in denen er badet nicht neu. Aber er klaut seine Sache richtig.

Die Darsteller schlagen sich alle recht wacker, auch wenn man mit erwachsenen Augen die Alien-Darstellerinnen nicht ganz ernst nehmen kann, so viel Spaß wie sie daran haben verführerisch zu wirken. Teenies werden bei ihrem Anblick dafür sicherlich dahinschmelzen, ich wünsche Euch viel Spaß dabei. Zumindest dürfen sich die Blondies austoben, der Begriff Schlampe passt diesmal sehr gut, nicht nur in der Rolle, die sie spielen.

Die Story pendelt irgendwo zwischen „Faculty“ und „Species“. Trotz des frivolen Themas ist die präsentierte Nacktheit nicht Mittelpunkt. Es gibt Haut zu sehen, ja, aber die frivoleren Ansätze findet man in völlig anderen Bereichen, z.B. in Dialogen. Die Kunst liegt darin das Thema derart mit der optischen Verführung zu verknüpfen, dass es nicht unnötig oder langweilig wirkt, sondern die Story vorwärts treibt.

Die Spezialeffekte sind zwar alle am Computer entstanden, funktionieren aber erstaunlich gut. „Todes-Date“ selbst ist recht unblutig, die Story albern, deswegen erwartet man ohnehin nicht so viel in diesem Bereich, aber die Computereffekte sind hier mehr als bloßes augenzuzwinkerndes Ignorieren. Je nach Schreckhaftigkeit sorgen 1 oder 2 Effekte für gelungene Schockmomente, die Aliens in ihrer echten Erscheinung wirken glaubhaft und das Tentakelgetue ist ohnehin nicht allzu ernst gemeint, geht also in Ordnung. Anime-Fans werden vielleicht sogar ihre Freude daran haben, wer weiß!

Der Humor wandert nur in der zweiten Reihe, bietet aber köstliche Momente. Beispielsweise ist die Mimik eines der Toten so was von lustig eingefangen, dass man sich auch noch freut, wenn man es ein drittes Mal sichten darf. Der Horror findet auf die brave Teenie-Komödien-Art statt, was o.k. ist, wenn man bedenkt, dass der Soap-Gehalt dafür gut zurückgeschraubt wurde. So eine Art „Buffy“ auf Spielfilmformat mit Aliens ist „Todes-Date“ also nicht geworden.

Es gibt nur einen Soap-Aspekt, und der ist sogar recht gelungen, wenn man bedenkt, was für eine Ausnahme er in diesem Genre darstellt. Erst fragt man sich, warum das romantische Verhalten des besten Freundes des Helden derart herausgearbeitet wird, dann wird man plötzlich mit einer recht süßen Liebesszene überrascht, dieser folgt ein dramatischer Moment, der einen flink vergessen lässt, dass der Film eigentlich humororientiert erzählt wird, und dann kommt die große Finalüberraschung: Das Finale findet statt wie jedes andere eines Durchschnittsproduktes sonst. Aufgrund der Geschehnisse mit dem besten Freund wird dies Menschen mit üblichen Sehgewohnheiten sicherlich überraschen, suggeriert uns die Soap-Szene doch glatt, die Story würde nun in eine andere Richtung pendeln. Das Ignorieren des Geschehenen ist allerdings durchaus konsequent zu nennen. Der Held der Geschichte weiß nicht, was der Zuschauer weiß. Das betroffene Alien wiederum hat keinen Grund ihn aufzuklären. In solchen Momenten spürt man, dass dies kein US-Produkt ist, auch wenn es den Stil der Produktionen dieses Landes kopiert. Nein, dieser Film wurde in Kanada gedreht.

Schlussendlich erweist sich „Todes-Date“ als flotter, wenn auch irgendwie belangloser, Film, der seinem trashigen deutschen Titel auf angenehme Art gerecht wird, mit für einen B-Film ausnahmsweise mal positiven Computereffekten, einem etwas lahm gecasteten Helden, einer kurzweiligen und zusammengeklauten Story, einem routiniert fetzigen Pseudorock-Soundtrack und einer wirklich netten Todesart-Idee. Darauf hätte man auch in „Frozen Scream“ kommen können. Wer den Film nicht schaut hat nichts verpasst, der Horrorfan sollte aber ruhig mal ein Auge riskieren, auch wenn einem hier nichts blutiges oder sonderlich spannendes geboten wird. Erst "Todes-Date 2" ist die Art Routine, die man nicht sichten sollte.


Trailer,   OFDb

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