Dienstag, 19. März 2013

BLUTWEIHE (The Initiation 1984 Larry Stewart)



Kelly nimmt mit anderen Studenten an einer Mutprobe teil, um Mitglied einer Studentenverbindung zu werden. Die Mädels müssen sich nachts in einem großen Kaufhaus aufhalten. Eine ähnliche Idee hatte auch ein Killer, der aus der Nervenheilanstalt ausgebrochen ist...


Studieren ist mörderisch...

Manchmal steckt hinter reißerischen Titeln ein überraschend angenehmes Filmchen, „Blutweihe“ ist jedoch einfach nur typische Dutzendware aus den 80ern. Das ist nicht unbedingt was schlechtes, immerhin gab es dort noch Horror ohne Humor, trocken erzählt und in nicht ganz so fröhliche, farbenprächtige Glanzbilder getaucht wie heute. Alles Elemente, die auch in „Blutweihe“ zu finden sind. Dennoch will der Streifen nicht wirklich zünden.

Das mag mitunter an der sehr seichten Musik liegen, die in den Nichthorrorszenen eingesetzt wird. In solchen darf man dann auch mal unnötige und langweilige Monologe hören, die das Werk lediglich in die Länge ziehen statt zu unterhalten.

In der ersten Stunde hält sich der Horrorgehalt stark zurück, pausiert aber nicht ganz. So werden dem Genrefan ab und an schön anzuguckende Mordszenen zugeworfen, die „Blutweihe“ zwischendurch etwas aufpeppen, vorausgesetzt man guckt nicht die alte deutsche Fassung, in der wirklich alles Richtung Lebenssaft zu fehlen scheint.

Die Schauspieler geben sich keine große Mühe, sind aber noch halbwegs brauchbar. Ein paar der Jungs nerven etwas extrem, und die deutsche Synchronisation ist auch nicht grade das Gelbe vom Ei. Zudem ist es etwas schade, dass Daphne Zuniga, wie eigentlich immer, in ihrer Rolle zu eingebildet wirkt. Das mag in „Spaceballs“ und „Der Volltreffer“ gepasst haben, da es ja dort auch immerhin Teil ihres dargestellten Charakters war, in „Blutweihe“ soll sie allerdings die sympathische Heldin sein, und da kommt kein positives Gefühl in ihrem Spiel bei rum. Sie soll selbstbewusst wirken, dennoch innerlich zerstört, aber das einzige was man sichtet ist Arroganz.

„Blutweihe“ wäre nicht der erste B-Film, der noch ohne die Sympathie der Hauptrolle funktionieren könnte, letztendlich kommt aber einfach nie der nötige Schwung auf, um den Film mögen zu können. Die Mordszenen sind stets auf Blut ausgelegt, Spannung kann da suchen wer will. Dafür stimmt die Musikuntermalung in den aktiveren Momenten. Erst Richtung Finale wird es einen Hauch spannender. Die Atmosphäre kann sich dort jedoch nicht richtig entfalten durch zu dominante Unlogik, nervige Soap-Momente und ewigen Autofahr-Szenen des späteren Möchtegern-Retters in der Not.

Der Schluss bietet immerhin noch eine nette Überraschung, die man eigentlich nicht vorausschauen kann. Die dazu gehörende Erklärung ist mir persönlich allerdings noch etwas zu lückenhaft, da fehlt mir die ein oder andere Info. Andererseits wurde die Erklärung immerhin so eingebracht, dass sie nicht im endlos nervigem Gebrabbel endet, da könnte sich so mancher Filmemacher ruhig eine Scheibe von abschneiden.

“Blutweihe“ ist ein kleiner Genrebeitrag für den Fan des 80er Jahre-Kinos, der theoretisch solide umgesetzt ist, aber einfach nicht vom Hocker reißen will. Da gibt es, selbst im Routinebereich, wesentlich interessanter gemachte Werke seiner Zeit (Beispielsweise „Todestrauma“, in dem Zuniga ebenfalls mitspielen durfte, auch wenn sie in „Blutweihe“ als Introducing auftaucht). Freunde trockenen Horrors können ruhig reinschalten, sollten aber nicht zu viel erwarten. Die Durststrecke zwischen den gelungenen Szenen ist zu dominant.


Trailer,   OFDb

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