Mittwoch, 20. März 2013

DEMON WARP (Demonwarp 1988 Emmett Alston)


Seit ein Komet tief in den Wäldern niedergegangen ist, schleicht ein affenartiges Wesen umher, welches Leute tötet. Eine Gruppe Teenager macht gerade Urlaub in den Wäldern und stößt auf einen offenbar verwirrten Mann, der seine Tochter durch das Monster verloren hat. Wie weit ihm zu trauen ist, wissen die Kids nicht. Hinter den Ereignissen um das mordende Affenwesen steckt ohnehin mehr, als die Teenager auf ihrer Flucht bislang vermutet hatten...


Ein wuscheliger Jason...

Mit „Demon Warp“ habe ich nun wieder etwas besonders Unglaubliches gesehen. Jeder der mit Trash nichts anzufangen weiß braucht schon gar nicht mehr weiter lesen. Und den letzten drei George Kennedy-Fans auf Erden kann ich auch nur sagen, dass seine Namensnennung an erster Stelle Fake ist. Der Mann hüpft ein paar mal durchs Bild, und das war es dann auch schon.

Zunächst stößt ein Pfaffe auf ein Ufo, dann erleben wir den Vorspann, um direkt danach zu erleben, wie die Rolle Kennedys seine Tochter verliert. Ein großer Affe drang in die Blockhütte ein, die der Mann für ein Vater-Tochter-Treffen angemietet hatte, und krallte sich die holde Dame. Nun erleben wir einen Zeitsprung von einigen Monaten, und dürfen erst einmal die Gruppe Jugendlicher kennen lernen, mit denen es hauptsächlich weitergeht. Einer der Kids ist Billy Jacoby, den manch einer eventuell aus der Serie „Parker Lewis“ oder dem herrlich hohlen „Dr. Alien“ kennt. Der Rest sind No Names.

Bis zur geschätzten 50. Minute geht es im Film nun darum, dass man den Kids und diversen Randfiguren beim Ableben zugucken darf. Der Affenmann läuft wie ein durchgeknallter Psycho durch den Wald und überfällt jeden, der ihm in die Quere kommt. Einmal reißt er auch wem den Kopf ab, aber meist reicht ein Genickbruch oder eine Ohrlasche, wie sie Bud Spencer nicht besser verteilen könnte. Im Grunde darf man hier eine ominöse Variante der „Freitag der 13.“-Reihe gucken. Allerdings ist der wuschelige Killer aus „Demon Warp“ wesentlich plumper. Ihm fehlt die Ausstrahlung eines Jason und er sieht zudem arg lächerlich aus. Das Kostüm ist albern und lediglich das Gesicht, welches auch menschliche Züge aufweist, ist etwas gelungener. Aber da vergleiche ich eigentlich nur Schund mit Schund. Mit der Präsenz des Affenmannes geht man zudem nicht behutsam um. Recht schnell bekommt man ihn zu Gesicht. Immerhin belustigt es. Für einen ernsten Film hätte man das Vieh besser im Dunkeln wüten lassen. Die unheimliche Atmosphäre der Jason-Filme fehlt, was mitunter an der mäßigen Musikuntermalung liegt. In ihren besten Momenten ist sie Durchschnitt, sobald der Film an Tempo gewinnt wird die Musik hektisch und nervig.

Nach 50 Minuten wird aus dem Mix von „King Kong“ und „Freitag der 13.“ etwas viel skurrileres. Ich möchte nicht spoilern, aber immerhin so viel verraten: Der Affenmann ist wer anders als erwartet, Hintergründe zum Ufo werden geklärt, und die Story mixt nun „Die Nacht der lebenden Toten“ mit „Invasion vom Mars“. In dem völligen Storyumwurf werden nun einige Unlogiken geklärt, auf der anderen Seite aber auch unheimlich viele neue Fragen aufgeworfen, die nicht beantwortet werden. Der Film wird arg wirr, weiß eigentlich gar nicht mehr was er erzählen will und verläuft sich in einen immer bekloppter werdenden Plot, bis sich selbst Regisseur und Drehbuchautor hinter einem Pseudo-Ende verstecken. Zurück bleibt der Zuschauer mit lauter Fragezeichen über den Kopf, sofern er versucht sich ernsthaft mit diesem Stück Trash zu beschäftigen. Wo Don Coscarelli mehrere Teile seiner „Das Böse“-Reihe brauchte, um komplett den Faden zu verlieren, brauchen die Verantwortlichen von „Demon Warp“ lediglich einen einzigen Film.

Trashfans ist der Film aber zu empfehlen. Was man hier sichtet ist wirklich völlig hirnrissig. Man darf Dialogen lauschen, die gekünstelter nicht sein könnten. Man darf Teenager beobachten, wie sie eine unsinnige Tat nach der nächsten begehen (so bleibt zum Beispiel ewig die Frage im Raum, warum die letzten drei Überlebenden nach dem Verlust ihrer Freunde ziellos durch die Botanik stiefeln. Zuvor erwähnte Apparaturen zu Forschungszwecken lässt man liegen, dabei ist lediglich ein Gerät vom Monster entwendet worden). Die Rolle Kennedys ist ähnlich dämlich angelegt und belustigt ebenso. Das Affenkostüm ist herrlich schlecht, und alles was den Zuschauer in den letzten 30-40 Minuten erwartet ist so kaputt und uninspiriert, dass die unfreiwillige Komik nur so übersprudelt. Vom Unterhaltungswert ist der Film dennoch zuvor besser, da weniger anstrengend. Nach Sichten des letzten Drittels fragt man sich ernsthaft, ob es ein Drehbuch gab.

Im letzten besagten Part darf man allerhand Spezialeffekte sichten. Aber alle, ob Make Up, Maske oder Kulissen, sind billigst umgesetzt und wirklich nur peinlich zu nennen. Was man dort sichtet hätte Platz in einer Komödie wie „Freaked“, aber „Demon Warp“ will, wenn überhaupt, augenzwinkernd sein. Ich persönlich glaube jedoch, dass man hier einen ernsten Horrorbeitrag drehen wollte. Immerhin kann man manchen Goreeffekt als gelungen bezeichnen. Aber da ist man heutzutage extremeres gewohnt, als dass die Szenen eines schundigen 80er-Streifens da noch irgendetwas reißen könnten.

 

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