Dienstag, 19. März 2013

DRIVE ME CRAZY (1999 John Schultz)



Früher waren sie Freunde, heute könnten die beiden Teenager Nicole und Chase unterschiedlicher nicht sein. Dennoch lassen sie sich aufeinander ein, um den jeweiligen Partner eifersüchtig zu machen – und verlieben sich ineinander...


Alte Liebe rostet nicht...

Der Film bietet die Art angenehme Routine, die man als Freund romantischer Teenie-Komödien sehen möchte. Wer sich mit dem Genre ohnehin schwer tut braucht nicht einschalten. Wer auf eine hohe Anzahl Witze hofft wird auch enttäuscht. Der Humor kommt, wie typisch für das romantische Fach, eher seicht daher, und das Hauptaugenmerk liegt auf der Sympathie der Figuren und der Chemie zwischen dem entstehenden Liebespaar. Und da werden sich nun die Geister scheiden. Sympathie in romantischen Filmen ist immer eine Typfrage, entweder man mag die Leute oder eben nicht.

Im Prinzip gibt es wenig was "Drive Me Crazy" von ähnlichen Werken unterscheidet. Was mir als einziges wirklich auffiel war das reduzierte Make-Up der Hauptdarstellerin. So etwas sieht man leider viel zu selten. Warum soll die halbwegs normale Schülerin von nebenan auch in der Schule so aufgebretzelt erscheinen wie ein Teenager beim Discogang?

Wesentlich witziger und frischer wird ein Teil des in „Drive Me Crazy“ behandelten Themas in "Can´t Buy Me Love" verarbeitet. Dort rückt die Romanze aber auch in die 2. Reihe, weil es eher um den Hauptdarsteller ging und nicht um zwei Leute, die später zum Paar werden. Im Vergleich ist es aber deutlich der bessere Film.

Immerhin weiß "Drive Me Crazy" ohne inhaltliche Überraschungen zu unterhalten, auch wenn der Hauptdarsteller nach dem 1. Drittel eine negative optische Verwandlung durchmacht, die ihn für die Masse positiver erscheinen lassen soll. Vorher wirkte er wesentlich sympathischer. Es ist vergleichbar mit der Rolle der Sheedy in "Der Frühstücksclub". Auch hier wird eine hübsche, individuelle Frau gewöhnlich zurecht gemacht, um für die Masse chic zu sein. Ihre Verwandlung geschieht jedoch erst gegen Ende. In dem hier besprochenen Werk erleben wir diese Negativwandlung den Hauptteil des Films über.

Interessant ist zu erwähnen wie der Film auf der einen Seite jedem Klischee hinterherläuft, auf der anderen Seite aber auch damit überrascht es eben nicht zu tun. Besonders hervorzuheben wäre hierfür die ewige Cliquenzugehörigkeit. Egal welche Art Schüler im Film gezeigt wird, jeder kriegt die fragwürdigen Seiten seiner Zugehörigkeit ebenso aufs Brot geschmiert wie die positiven. Zum Schluss geht der Film sogar so weit versteckt zu betonen, dass am Ende einer persönlichen Entwicklung eben nicht mehr die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zählt, sondern das sich Wohlfühlen in der eigenen Haut.

So ist am Ende dieses Films der Spießer nicht mehr der Spießer, der angepasste Alternative (damit ist gemeint eine Gruppe von Alternativen, die sich ebenfalls alle gleich verhalten und damit gar nicht mehr wirklich alternativ sind) nicht mehr der angepasste Alternative. Und besser noch: der Spießer wird nicht zum angepassten Alternativen und umgekehrt. Dass einer von beiden Hauptfiguren zum Gruppenüberläufer wird, ist sonst in Vergleichsfilmen immer üblich. Nein, hier werden beide glücklich miteinander weil das Menschliche im Inneren stimmt und nicht weil die Vorgaben irgendeiner Gruppierung beachtet werden.

Was hier nun kitschig oder gar moralisch klingen mag, ist im Film nicht dick aufgetragen. Aber dass in diesem Genre stets Kitsch und Moral mit einbezogen werden ist nun mal üblich in Amerika und somit auch in diesem Werk der Fall.

“Drive Me Crazy“ ist ein netter, leichter Spaß für zwischendurch für Freunde des humorvollen romantischen Genres, die diese Werke auch gern in der geglückten Dutzendware konsumieren und nicht nur im individuell geglückten Kinoknüller.


Trailer,   OFDb

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