Donnerstag, 14. März 2013

FEAR OF THE DARK (2002 K.C. Bascombe)


Dale muss eines Abends auf seinen kleinen Bruder Ryan aufpassen, der unter Nachtangst leidet. Im Laufe des Abends stellt Dale fest, dass Ryans Angst nicht grundlos ist. Irgendetwas lauert in der Dunkelheit...


Kleine Brüder haben manchmal auch recht...

„Fear Of The Dark“ ist ein netter kleiner Grusler geworden, der hält was der Titel verspricht. Das Thema um Angst im Dunkeln wird in anderen Horrorfilmen meist nur am Rande aufgegriffen und als Mittel benutzt, um Gruselmomente zu erzeugen. In letzter Zeit werden aber interessanter Weise immer mehr Filme gedreht, die dieses Thema zentral behandeln. An vorderster Stelle wäre „They“ zu nennen, der beste seiner Art den ich bisher sichten durfte. „Der Fluch von Darkness Falls“ dürfte, ebenso wie „Boogeyman - Der schwarze Mann“, wohl auch der breiteren Masse Cineasten bekannt sein. Nicht ganz zu Unrecht kaum beachtet gab es in den 70ern noch einen Streifen namens „Gate Of Darkness“ und fast ebenso wenig Beachtung bekam auch das hier besprochene Filmchen.

Angst im Dunkeln zum Zentrum eines Filmes zu machen ist immer so eine Sache für sich. Urängste lassen viele nach der Kindheit hinter sich zurück, so dass ein Film für solche Leute da nur schwer wirken kann. „The Blair Witch Project“ dürfte für diese Tatsache das beste Beispiel sein. Ich denke deswegen fällt auch bei allen hier erwähnten Vergleichsfilmen die Meinung so unterschiedlich aus.

„Fear Of The Dark“ zählt nicht zu den starken Vertretern seiner Gattung, er punktet aber in einem wichtigen Bereich: Die Angst vor der Dunkelheit wird hervorragend auf den Zuschauer übertragen, wenn auch nur, wie erwähnt, auf den, der sich auf naives Gruseln und Urängste einlassen kann.

Die erste Stunde ist dabei unglaublich spannend und atmosphärisch. Es ist toll herausgearbeitet wie der ältere Bruder mit fortschreitender Laufzeit immer mehr an das Böse im Dunkeln glaubt. Zwischendurch kommen ihm Zweifel, aber je mehr scheinbar ungewöhnliche Dinge im Haus passieren, um so größer wird seine Angst. Der Zuschauer sitzt gespannt dabei, verdreht immer wieder die Augen wenn der große Bruder (eigentlich realistisch gesehen) nichts unternehmen will. Erst spät wird diese Rolle echter Verbündeter mit dem Zuschauer.

Zu dumm nur, dass irgendwann eine Erklärung kommen muss. Das ganze muss schließlich zu etwas Handfesterem werden. Und genau da stolpert der Streifen nun. Irgendwann werden die für den Zuschauer bisher unsichtbaren Kreaturen sichtbar, und die sind dann gar nicht mehr gruselig. Von nun an erlebt man noch den kleinen Routine-Horrorfilm für zwischendurch, was ja auch o.k. ist. Es wäre nur so unglaublich mehr möglich gewesen nach einer solch packenden ersten Stunde.

An „They“ kann man im Vergleich zu „Fear Of The Dark“ deutlich erkennen, was er besser machte. „They“ arbeitete mit kleineren Kreaturen, die auch in der Dunkelheit noch Gruselwirkung besitzen und brachte diese nicht erst gegen Ende ein. So konnte die Spannung konstant aufrecht erhalten werden. „Fear Of The Dark“ wird im letzten Drittel nicht gerade zur Witzfigur eines Horrorfilms. Aber wer sich gegen Ende noch gruselt, muss ein ganz besonders naives Persönchen sein, noch naiver, als es besagter Zuschauer bereits sein muss, um sich überhaupt bei dem Thema zu gruseln.

Ich glaube es wäre wesentlich spannender gewesen, das ganze Treiben mit Geräuschen und Schatten im Dunkeln weiterzuführen, um am Ende alles als Einbildung darzustellen. Dann hätte der große Bruder sich lediglich von der Angst seines kleinen Bruders anstecken lassen und würde sich am Ende schämen. Vielleicht würde dies dann auch der Zuschauer, der sich eingestehen muss, sich zu schnell vom Irreführenden angesteckt zu haben. Aber solche Pointen werden wohl nur in Kinderfilmen verarbeitet, dort zur Linderung der Angst, im Horrorfilm um das erwachsene Publikum nicht mit Nichts zu enttäuschen. Wie auch immer, so wie die Auflösung hier umgesetzt wurde ist es definitiv falsch.

Wer „The Blair Witch Project“, „They“ und wie sie alle heißen nicht mochte, kommt bei „Fear Of The Dark“ nicht auf seine Kosten. Wer sich leicht gruseln lässt und zum Thema „Unbehagen in der Dunkelheit“ mitleiden kann, der ist goldrichtig. Allerdings sollte sich auch das Zielpublikum darüber bewusst sein, dass mit Erscheinen der Wesen der wirksame Spuk fast komplett vorbei ist und der Rest das typisch routinierte Horrorstück aus der Masse ist. Ich habe den Film tagsüber gesehen und fand ihn dennoch unheimlich.

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