Mittwoch, 20. März 2013

HATCHET (2006 Adam Green)


In den Sümpfen geht der irre Victor Crowley um, der als Kind fast verbrannt wäre und sich seit dem selbst groß zog. Wer in sein Revier kommt muss sterben...


Und wieder mal Kane Hodder...

„Hatchet“ ist ein blutiges Werk, aber nur für die Art Genre-Fan einen Blick wert, die auch die humorunterlegten Beiträge des Schlitzerfilms gucken. Auch das Stammpublikum dieser Filmgattung sollte nicht mit all zu hohen Erwartungen herangehen, denn insgesamt ist der fertige Film doch zu sehr das was man schon kennt, auch wenn er besonders frech und frisch sein will, und am Anfang auch so wirkt.

Nett ist in der ersten halben Stunde beispielsweise der kleine Anteil Tierhorror, der bei der Thematik „Irrer im Wald“ ja immerhin keine Pflicht gewesen wäre. Da der eigentliche Horrorpart aber ohnehin erst zur zweiten Hälfte beginnt, ist ein derartiger Bonus hilfreich, damit das Werk nicht in Langeweile abdriftet. Auch die Charaktere mit ihren lustigen Dialogen helfen über die erste Filmhälfte hinweg, haben dabei aber dennoch nicht die selbe schwungvolle Wirkung wie die Figuren aus „Monster Man“ oder „Lake Placid“.

In der zweiten Hälfte sichten wir eine ähnliche Geschichte wie die von Jason (nicht dem Argonauten sondern dem Killer mit der Eishockeymaske). Dieser mordet sehr blutig (herrlich abartig getrickst) und einfallsreich. An den Mordszenen gibt es nichts zu meckern. Nichtgenre-Erfahrenen dürfte die ein oder andere Szene dem Kotzen näher bringt, dem Horrorfan hingegen wird gerade in diesen Szenen das Herz höher schlagen.

Leider fehlt der Killerfigur trotz kurzem Anriss der Ursprungsgeschichte (die ähnlich lückenhaft und unlogisch ist wie die von Arbeitskollege Jason) die Mystik. Und ähnlich unpassend wie bei „Wrong Turn“ ist seine Deformierung viel zu übertrieben um unheimlich zu wirken. Victor Crowley, so sein Name, ähnelt stark dem „Atomic Hero“, sieht dabei aber auch für einen Spaß-Horror viel zu albern aus.

Die Hauptrollen sind passabel ausgewählt, lediglich die auf witzig getrimmte Blondine nervt mehr als dass sie belustigt. Der Hauptdarsteller sieht aus wie der Freund von „Scooby Doo“, und der Rest fällt durch nichts besonders auf. Kane Hodder darf wie in „Freitag der 13. 7“ bis 10 den entstellten nicht tot zu kriegenden Killer spielen. Darin hat er Erfahrung, schauspielern braucht man dafür kaum. Robert Englund segnet das zeitliche bereits vor dem Vorspann in einer belanglosen Rolle, und Tony Todd wirkt in seinem kurzen Gastauftritt peinlich, was durch die dumme deutsche Stimme noch verstärkt wird.

Der Humor pendelt zwischen sympathisch pubertären Peinlichkeiten und treffsicheren Genre-Parodien. Hin und wieder verläuft sich auch ein Rohrkrepierer ins Drehbuch, aber das lässt sich wohl grundsätzlich nicht vermeiden. Wichtig ist, dass der Hauptanteil der Gags stimmt, und dies ist bei „Hatchet“ der Fall. Besonders pfiffig ist die Komik allerdings nur selten.

Die Location ist ähnlich stimmig wie die aus „Black Water“. Die Farben wurden sehr wirkungsvoll eingefangen/bearbeitet. Die Musik fällt nicht sonderlich auf, ebenso wie Schnitt und Regie.

Für Genrefans ist „Hatchet“ ein spaßiger Ausflug in eine Story die es schon 1000 mal gab, mit Ekelszenen die innerhalb des Subgenres Slasher seinesgleichen suchen. Einfallsreich sind hier nur winzige Kleinigkeiten, da der Streifen insgesamt aber handwerklich gelungen ist, erlebt man hier positive Routine aus einem Bereich, aus dem nur all zu oft Schrott wie „A Crack In The Floor“ oder „Lovers Lane“ zu sichten ist. In seiner Gesamtheit ist „Hatchet“ wohl am ehesten zu vergleichen mit dem recht unbekannten „Club Mad“. Nur für Fans, und diese sollten wirklich mal ein Auge riskieren.

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