Mittwoch, 6. März 2013

JOHNNY ENGLISH - DER SPION, DER ES VERSIEBTE (Johnny English 2003 Peter Howitt)


Da keine Alternativen vorhanden sind, wird der bisher unterforderte und zum Chaos neigende Agent Johnny English auf einen brisanten Fall angesetzt. Ein prominenter Franzose hat es auf die Kronjuwelen und den Thron von England abgesehen. Johnny muss ihn aufhalten...


Agent Bean...

Es ist erstaunlich wie gut "Johnny English" funktioniert, wenn man bedenkt wie viele Witze Rohrkrepierer oder schlichtweg vorhersehbar sind. Das sind so einige! Immerhin gibt es aber auch einige nette Schmunzler und vereinzelt sogar den großen Lacher (z.B. das Phantombild eines angeblichen Täters nach Englishs Beschreibung, die Verfolgungsjagd mit einem Abschleppwagen und deren Ende auf einem Autoanhänger).

Die vielen etwas zu gewollten Witze werden großteils überspielt von Atkinsons herausragendem, mimischen und komödiantischen Talent, dem Stile der Schauspielleistung Pastewkas im ersten "Der Wixxer" ähnlich. Die Rolle des English (talentlos, uneinsichtig, aufgeblasen, Fehler nicht zugebend) erinnert hingegen an Steve Martins Rolle in "Der rosarote Panther". Was dort mit Peinlichkeiten und einer Fehlbesetzung gescheitert ist, trägt hier Blüten. Das mag mitunter daran liegen, dass der Charakter des English in seltenen Fällen auch mal Talent durchfunkeln lässt.

Ein ebenfalls hervorragendes Spiel bietet John Malkovich in einer sehr comichaft angelegten Rolle. Aber da stehen ihm die Bösewichter aus den Bond-Filmen, die einem nach Sichten von "Johnny English" als erstes in den Sinn kommen, in nichts nach. Ihm kauft man den lässigen Franzosen in all seinen am Rande eingebrachten Eigenarten komplett ab. Seinen stillen Höhepunkt erreicht die Rolle meiner Meinung nach in der Sitzhaltung in jener Szene, in der English glaubt ungehört im Hauptquartier der Bösen einen Angriff planen zu können. Diese Körperhaltung gepaart mit der arrogant gelangweilten Mimik Malkovichs sorgt für einen köstlichen Lacher.

Den überschätzten britischen Humor trifft man hier selten an. In seiner Erscheinung hätte das Werk genau so gut aus Amerika stammen können. Das ist in diesem Falle ausnahmsweise nichts negatives. Und wundersamer Weise funktioniert hier sogar der Fäkalhumor, der sich an einigen wenigen Stellen eingefunden hat. Nun ist Fäkalhumor auch nicht immer Fäkalhumor, die Art wie er inszeniert wird ist entscheidend, und allein wie English nach dem Spruch "Stellen sie sich nicht so an, ist doch nur ein bisschen AA" unter die Dusche gezerrt wird, ist das Einbringen dieser ungeliebten Komik schon wieder wert.

Sehr glaubhaft ist die Geschichte nicht. Die Grundsituation erinnert an "King Ralph" und viele Gags zünden nicht. Dennoch ist "Johnny English" ein kurzweiliger Vertreter der Gattung Agentenfilm-Parodie geworden, der mit seinen Stärken weiß, wie er die Negativseiten wieder wett macht. Er ist wesentlich unterhaltsamer und kurzweiliger als der neue "rosarote Panther" und als der maue "Agent 00" mit Leslie Nielsen.


Trailer,   OFDb

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