Donnerstag, 14. März 2013

SOLANGE DU DA BIST (Just Like Heaven 2005 Mark Waters)



David mietet ein Appartement und muss feststellen, dass die Vorbesitzerin Elizabeth dort herumspukt. Nach diversen Versuchen gegenseitiger Vertreibung raufen sie sich zusammen, um zu erfahren, was mit Elizabeth einst geschah. Diese kann sich an ihr Vorleben nämlich nicht erinnern...


Nachricht von Beth...

Nach dem überraschend guten „Freaky Friday“ ließ Regisseur Waters den netten, aber routinierteren „Girls Club“ folgen. Auch seine zweite Arbeit mit Lindsay Lohan ging trotz ruhigeren Stoffes mehr in die laute Richtung. Also war es schon interessant herauszufinden, ob der Herr auch das romantische Gebiet der Komödie beherrscht.

Das Ergebnis ist dem von „Girls Club“ ziemlich ähnlich: Nett, aber routiniert. Zwar haben wir mit Reese Witherspoon eine hervorragende Alternative zu den üblichen Damen des romantische Komödien-Subgenres dabei, und auch die Chemie mit ihrem Filmpartner Mark Ruffalo stimmt, es ist jedoch die Geschichte selbst, die dem Werk keine persönliche Note beschert.

Zwar weist auch diese manch lustige Idee auf (das Rufen von Geisterjägern, eine Körperübernahme im Stil von „Solo für zwei“), man wird aber nie überrascht. Nie hat man das Gefühl etwas neues zu sehen. Nie gibt es starke Momente, die einem mehr vermitteln als das Gefühl ganz nett unterhalten zu werden.

Mit schuld daran ist der Beginn der Geschichte, der uns Elizabeth als Ärztin zeigt. Viel interessanter wäre es gewesen in die Story als Unwissender einzusteigen, um das Vorleben Witherspoons Rolle zu erforschen. Gegen Ende baut man im Gegenzug dazu auf eine mutigere Idee, ebenfalls im Bereich der fehlenden Erinnerung wie zu Beginn der Begegnung zwischen Mieter und Geist. Aber selbst dieser gute Gedanke verliert sich schnell wieder in einem zu plötzlichen Drehbuch, sprich das ans Herz gehende Problem ist schneller keines mehr, als man Piep sagen kann. Schade. Vielleicht hätte man diese Schlusswendung bereits zur Hälfte des Films einbringen sollen, für eine Erzählung a la „50 erste Dates“.

Letzten Endes weiß „Solange Du da bist“ schon, wie er einen bezirzt. Die Romanze steckt an, ohnehin ist man als Zuschauer immer nah am Geschehen dran. Leider baute man zu viele Handlungsstränge ein, die nie genug beachtet werden. Der Glaube von Davids bestem Freund, der Geisterseher wäre schizophren, das Bemerken von Elizabeths Schwester, dass an den Worten des Geisterspinners doch etwas wahres dran sein könnte, der ominöse Typ aus dem Buchladen, der die Gegenwart von Toten bemerken kann, das alles findet Raum in Waters Werk, aber keinen Platz zu wachsen. Vielleicht hätte man von all den Ideen nur die Hälfte nehmen sollen, um sich ihnen auch zu genüge widmen zu können.

Aber Schwamm drüber! Auch wenn „Solange Du da bist“ nicht die Top-Empfehlung eines „Harry und Sally“, „Während Du schliefst“ oder „Pretty Woman“ geworden ist, so ist sie doch immerhin für den Stammzuschauer dieses Subgenres ein kleines Erlebnis mit genügend Charme, um sich bezaubern zu lassen. Der übernatürliche Kisch und anderweitiger Esoterik-Mist, wie im etwas themenähnlichen „Ghostdad“, hält sich ohnehin erstaunlich zurück, dafür dass diese Gattung Film meist Zuspruch beim weiblichen Publikum findet.

Wie dem auch sei, etwas schade finde ich das durchschnittliche Ergebnis, auch wenn es aus dem positiven Bereich der Routine stammt, schon. Denn mit Reese Witherspoon hat man eine Frau an Bord gehabt, die durch ihren Mix aus süßem und gleichzeitig ungewöhnlichem Aussehen mehr ist, als die typische Niedlichbesetzung a la Meg Ryan, Sandra Bullock und Julia Roberts. Vielleicht sollte sich auch mal Christina Ricci an dieses Gebiet heranwagen, jetzt wo Witherspoon sich als romantikkompatibel herausgestellt hat.


Trailer,   OFDb

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