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Freitag, 13. März 2015

DIE FORKE DES TODES (The Prowler 1981 Joseph Zito)


Weil die Freundin nicht wie versprochen auf ihn gewartet hat, tötet ein junger Kriegsheimkehrer seine Holde während des Highschool-Abschlussballes. 35 Jahre lang hat es aus diesem Grund keinen weiteren Abschlussball mehr gegeben. 1981 ist man bereit dies zu ändern, und schon geht das Morden wieder los mit deutlichen Parallelen zum Mordfall aus dem Jahre 1945...


Ein Slasher der Liebe wegen...

„Die Forke des Todes“ gehörte während meiner jugendlichen Horrorerfahrungen zu den Enttäuschungen schlechthin, und nun Jahrzehnte nach der ersten Sichtung ahne ich auch warum: die deutsche Synchronisation (und anders habe ich Filme früher nicht geschaut) ist schrecklich umgesetzt aufgrund übler Betonung talentfreier Sprecher. Dementsprechend habe ich diesmal kurzerhand auf den Originalton mit deutschen Untertiteln zurückgegriffen und simsalabim: mir wurde ein Film beschert, der wesentlich besser ausgefallen ist als vermutet, schaut sich Joseph Zitos früher Slasher doch trocken, konservativ und stimmig umgesetzt, und damit genau so wie ein früher Slasher zu sein hat.

Von der völlig anderen Location einmal abgesehen erinnert „The Prowler“ (Originaltitel) stilistisch stark an die frühen Teile der „Freitag der 13.“-Reihe, während der Streifen inhaltlich unweigerlich an den ebenfalls 1981 erschienenden „Blutiger Valentinstag“ erinnert. Ein simpler, aber zum jeweiligem Szenario passender, Soundtrack unterstützt eine fortlaufende spannende Grundstimmung, eine übersichtliche Anzahl an Charakteren und das Konzentrieren auf einen Hauptstrang lässt den Film entspannter schauen als manchen Jason-Teil, und der Minimalismus der Geschichte, der gar nicht erst versucht große Haken zu schlagen, weiß in seiner völlig humorlosen Umsetzung ebenfalls förderlich für das Gesamtergebnis zu sein.

Zu seinem Bekanntheitsgrad kam „The Graduation“ (Alternativtitel) aufgrund seiner zur damaligen Zeit harten Spezialeffekte. Da gibt es heute sicherlich extremeres zu sichten, Tom Savinis Spezialeffekte schauen sich trotzdem heute noch schockierend, was wohl nicht nur an ihrer realistischen Umsetzung liegt, sondern auch am ernsten Stil des Streifens, der einen eng an die eigentlich charakterlich langweiligen Helden bindet, sodass jeder Tod zu einem schrecklichen Ereignis für den Zuschauer wird, anstatt zu einem Party-fördernden späterer Slasher-Werke.

Das ist wohl auch der Hauptgrund warum „Die Forke des Todes“ auch heute noch so zu gefallen weiß. Er nimmt seine Helden und das Geschehen ernst. Und der Zuschauer ist mittendrin in einer Story, in welcher der zentralen Heldin schnell klar ist was vorgeht. Da ihr Freund, der Hilfssheriff, schnell davon überzeugt ist, dass hier etwas nicht stimmt, steigt der Film schnell in die Ermittlungen ein, die uns von einem gruseligen Ort zum nächsten führen. Das schaut sich zwar nicht so gruselig und spannungsgeladen wie es dies sicherlich in den 80er Jahren der Fall war, eine knisternde Stimmung wissen die hier eingefangenen Bilder aber noch immer zu entfachen.

Da das Outfit des Killers in einem Slasher schon immer wichtig war, wird die Soldatenuniform des Mörders in „Rosemary‘s Killer“ (Alternativtitel) zu einem wahren Vorteil, strahlt es doch eine Bedrohlichkeit aus, ganz besonders in Kombination mit der häufig eingesetzten Forke. Wer hinter dem bandagierten Gesicht steckt mag manchen überraschen, manch anderem schnell klar sein. Ich, der sich überhaupt nicht mehr an irgendetwas aus diesem Film erinnert hat, gehörte zu letztgenannter Gruppe, hatte aber trotz dieser Vorhersehbarkeit viel Freude mit dem Streifen, sodass ich mit Recht behaupten darf, dass ein Erahnen der Auflösung „Die Forke des Todes“ nicht kaputt macht. Dafür ist er viel zu stimmig inszeniert.

Der romantische Auslöser der Mordwelle ist sicherlich eine Seltenheit im Sub-Genre des Slashers, im Jahre 1981 war es wahrscheinlich sogar die Innovation schlechthin. Letztendlich wird diesem Aspekt aber nicht genug Raum gewährt, als dass Zitos Film sich dadurch in irgend einer Art und Weise anders gucken würde als die Konkurrenzprodukte. Tatsächliche Romantik kommt nicht auf, dramatisch wurde das Ganze auch nicht inszeniert, letztendlich ist es nur ein Aufhänger, der für den Hauptstrang nur von geringer Bedeutung ist.

Ähnlich ergeht es der Thematik um die seelischen Wunden, die ein Krieg hinterlässt. Gesellschaftskritisch geht man in „The Prowler“ nicht damit um, und psychologisch wird auch nichts vertieft, da darüber nicht gesprochen wird. Das wird sogar zu einem der nennenswerten Vorteile des Streifens, erspart er uns doch ein Sinnieren über die Hintergründe gegen Ende des Films. Der Zuschauer hat ohnehin verstanden was passiert ist, was der Auslöser einst war und was der Auslöser diesmal war. Schön dass Joseph Zito das erkannt hat, der Mann der auch für „Freitag der 13. 4“ verantwortlich war, den er wohl aufgrund des guten Ergebnisses von „Die Forke des Todes“ drei Jahre später inszenieren durfte. Warum es der hier besprochene Film nicht ebenfalls zu einer Fortsetzung oder mehrerer geschafft hat ist mit schleierhaft. Sogar eine Neuverfilmung ist bislang nicht erschienen.


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