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Samstag, 16. Mai 2015

KÖRPERFRESSER 2 - DIE RÜCKKEHR (Invasion of the Pod People 2007 Justin Jones)


Menschen werden durch außerirdische Doppelgänger ersetzt, die in Pflanzen aufwachsen...


Mutanten-Ingwer gegen die Störung individuell sein zu wollen...

Asylum, mein Asylum! Ich mag die Dreistigkeit dieser Produktionsfirma, die der Nische im Filmgeschäft nachgeht großen Kinofilmen eine billige Videovariante zu bescheren. Positiv fällt das höchst selten aus, unfreiwillig komisch genug um Trash-Spaß zu besitzen ab und an, meist ist das Ergebnis jedoch nur langweiliger Natur. Zumindest vergreift sich die Firma, die mit „Sharknado“ erstmals auch ein größeres Publikum erreichte, diesmal an eine Vorlage die ihre Idee selbst von wem anders übernommen hat. Die Rede ist von „Invasion“, der die vierte Verfilmung der in einer Zeitschrift erschienenden Roman-Reihe „Invasion of the Body Snatchers“ ist, die sich dreist bei Heinleins Roman „Puppet Masters“ bediente. Das Original wurde mit „Brain Eaters“ und „Puppet Masters“ erst zwei mal verfilmt.

Die Kopie ist in Filmform berühmter als das Original. „Die Dämonischen“ zählt ebenso als Klassiker wie sein erstes Remake „Die Körperfresser kommen“. Aufgrund seiner Berühmtheit wurde der Stoff schon vor „Körperfresser 2“ kopiert und variiert, am berühmtesten wohl mit „Faculty“, finanziell vergleichbar mit der hier besprochenen Version wohl am ehesten mit Charles Bands „Dark Forest“. Der ist aufgrund schnuckeliger Monster und seinem Mix aus Charme und unfreiwilliger Komik unterhaltsam ausgefallen. „Invasion of the Pod People“ (Originaltitel) von The Aslyum leider nicht, dabei hat Regisseur Justin Jones später mit „Sorority Party Massacre“ zumindest etwas halbwegs tauglicheres zusammen gebastelt. Aber den hat er schließlich nicht für The Asylum gedreht. Sicherlich ist das der Grund.

Denn wer „Transmorphers“, „The Terminators“ und manch anderen Beitrag der Firma gesehen hat, der wird wissen wie unterirdisch eine an sich nett klingende Story umgesetzt werden kann, wenn man nur bloß alles tut um null Motivation zu demonstrieren. „Körperfresser 2 - Die Rückkehr“ als geschwätzig zu beschreiben ist fast schon untertrieben, so selten wie Storyaspekte mal ohne Worte vonstatten gehen und so oft wie sich Dialoge als unnötige Laufzeit-Strecker herausstellen, wenn über Themen debattiert wird, die weder etwas mit der eigentlichen Geschichte noch mit einem möglichen Nebenstrang zu tun haben.

Freilich ist der Großteil dieser Gespräche geistfreier, gern auch widersprüchlicher Natur, vorgetragen von Darstellerinnen die aus der Porno-Branche zu kommen scheinen, was ich allerdings dann doch anzweifel, spielen die Damen doch nicht nur unterirdisch schlecht in klassischen Spielfilm-Szenen, nein, auch die Sexszenen (in denen man dank dem biederen Amerika freilich mindestens unten herum noch angezogen ist) bekommen sie nicht ansatzweise glaubwürdig hin.

Glaubwürdigkeit und Sinn braucht man auch in der eigentlichen Geschichte nicht zu suchen, die uns zunächst Menschenklone vorsetzt, die man daran erkennt, dass sie sich charakterlich gegenteilig zum Original verhalten. Irgendwann war dieser Aspekt dem Drehbuch-Autor aber dann doch egal, so dass man von dieser Idee zur zweiten Hälfte hin wieder abließ. Wichtige Aspekte werden gerne mal nebenbei erwähnt oder komplett unter den Tisch fallen gelassen. Scheinbar erwarteten die Verantwortlichen des Streifens automatisch, dass man das Original kennen müsse. Ich glaube nicht dass Nichtkenner der vier Verfilmungen alles begreifen, zumindest das anvisierte debile Publikum.

Wahrlich unfreiwillig komisch ist hier nur weniges, so dass man von Kurzweile nicht sprechen kann. Aber immerhin die Pflanzen, die an zu groß gewachsenen Ingwer erinnern, wissen zu belustigen. Und wenn ein solches Pflänzchen noch jammern darf, wenn es in den Hexler gerät, bildet das zwar einen der Hochpunkte an unfreiwilliger Komik, genervt bleibt man vom ewig monotonen Getue in Endlosgelaber trotzdem, zumal uns nicht einmal zwischendurch irgendwelche nennenswerten Spezialeffekte serviert werden. Die dröge Musikuntermalung aus dem Computer tut ihr übriges uns Zuschauer selbst in den aufregendsten Szenen in den Schlaf zu lullen, und da sie mir arg bekannt vorkam will ich auch gar nicht wissen aus wie vielen Asylum-Filmen ich die schon kenne.

Viel mehr braucht man über dieses Stück Langeweile eigentlich nicht mehr schreiben. Wo „Hänsel und Gretel“, „Attack of the Atlantic Rim“ und „I Am Omega“ noch halbwegs lustig ausgefallen sind und „Mega Piranha“ und „Mega Shark vs. Giant Octupus“ freudige Trash-Granaten waren, da herrscht in „Invasion: The Beginning“ (Alternativtitel) so viel Langeweile wie in „Alien vs. Hunter“ oder „King of the Lost World“. Zwar sind die einzelnen Situationen so sinnlos wie die heruntergerasselten Texte (per Telefon Hilfe rufen, obwohl man weiß dass das Telefon abgehört wird), aber aufgrund der undynamischen Umsetzung schaffen es diese Momente maximal die Mundwinkel mühsam in die Höhe schellen zu lassen. Schade!


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