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Sonntag, 3. Mai 2015

NUR TOTE ÜBERLEBEN (Sole Survivor 1983 Thom E. Eberhardt)


Denise überlebt als einzige Person einen Flugzeugabsturz. Von nun an wird sie des öfteren von fremden Menschen beobachtet und belästigt, von denen es im nachhinein heißt, sie wären zur besagten Zeit längst tot gewesen...


Deedee auf toten Touren...

Ein wenig kommt einem „Nur Tote überleben“ wie der kleine Bruder von „Tanz der toten Seelen“ vor, haben doch in beiden Filmen die zentralen Frauen ein Unglück überlebt und beobachten seitdem sich merkwürdig benehmende Menschen in ihrem Umfeld. Final-technisch steuert Thom E. Eberhardts Film auf eine andere Auflösung zu als der beliebte Ausnahme-Klassiker von Herk Harvey, dessen Werk 21 Jahre vor dem hier besprochenen erschien. Viel mehr wird hier bereits mit der Idee der später so erfolgreichen „Final Destination“-Reihe gespielt. Allerdings wird nie ganz klar ob es tatsächlich darum geht, dass die Überlebende das Unglück nicht hätte überleben dürfen und somit eine Anomalie darstellt. Diese Vermutung wird lediglich geäußert. Die Schluss-Pointe spricht allerdings dagegen.

Trotzdem weht auch hier eine deutliche Parallele mit, so dass man vermuten kann, dass die Verantwortlichen von „Final Destination“ hier auf ihre Idee gestoßen sind. Allerdings schaut sich „Sole Survivor“ (Originaltitel) eher auf Valium verglichen mit James Wongs Film aus dem Jahr 2000, geht es Eberhardt in seinem Remake des australischen Filmes „Survivor“, der gerade einmal zwei Jahre vor der hier besprochenen Neuverfilmung entstanden ist, doch eher um stille Töne, und diesbezüglich auch nicht so sehr um gruselige, als viel mehr um verstörende, schwermütige und surreale.

Das Drama der Hauptfigur steht im Mittelpunkt, steht sie doch für sich allein, da ihr verständlicher Weise niemand ihre ominösen Erlebnisse glaubt. Das drückt dann allerdings auch viel zu sehr auf die Bremse. Ein wenig mehr Tempo wäre wünschenswert gewesen, da die Hauptgeschichte eigentlich nur zum Hinhalten gedacht ist, um auf das Finale zuzusteuern, welches abgesehen vom Anfang des Filmes die einzige Phase ist, die wirklich etwas zu erzählen hat. Sich Zeit lassen, Menschen und Hintergründe kennen lernen schön und gut, das sind Pluspunkte solch trockener Genre-Beiträge, aber für meinen Geschmack ist das hier Gezeigte dann doch eine Spur zu lahmarschig ausgefallen. Allerdings kann ich nicht behaupten mich gelangweilt zu haben, interessant ist das Ganze dennoch erzählt.

Nun gehört Regisseur Eberhardt auch nicht zu den Größen seines Fachs. Über seine Komödie „Captain Ron“ mit Martin Short und Kurt Russell konnte man lediglichein ein wenig schmunzeln. Der vor 8 Jahren erschienende „Naked Fear“ fiel auf etwas zu plumper Ebene erzählt zumindest unterhaltsam aus. Lediglich seinem Folgewerk nach dem hier besprohenem Debut konnte ich persönlich etwas mehr abgewinnen, aber damit gehöre ich zu einer Minderheit, hat es „Der Komet“, wie der Streifen hierzulande heißt, in Deutschland doch nicht einmal auf DVD geschafft.

Zumindest muss man Eberhardt zugestehen, dass er sich stets mit anderen Stoffen in verschiedenen Genres ausprobiert hat. Und von den Arbeiten die ich von ihm kenne war auch nie eine dabei die tatsächlich enttäuscht hat. Letztendlich ist „Nur Tote überleben“ aber etwas zu gewöhnlich ausgefallen. Sicherlich interessanter erzählt als der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habende „Der Leichenwagen“, aber trotzdem kein Horrorfilm den ich Genre-Freunden weiter empfehlen würde.


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