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Montag, 25. Mai 2015

SABOTAGE (2014 David Ayer)


Ein erfahrenes kumpelhaftes Team der DEA-Spezialeinheit klaut an einem Tatort zehn Millionen Dollar. Kurz darauf hat wer anders ihnen das Geld entwendet. Ein halbes Jahr später, kurz nach der Einstellung der internen Ermittlung der DEA, stirbt einer nach dem anderen aus dem besagten Team...


The ExpenDEAbles...

Nachdem Schwarzenegger mit seinem Comeback-Film „The Last Stand“ zu überraschen wusste (und meiner Meinung mit diesem Film wesentlich bessere Arbeit ablieferte als mit allem was in den 90er Jahren nach „Terminator 2“ kam), war ich enttäuscht auf diversen Filmseiten zu lesen wie schwach im Vergleich „Sabotage“ ausgefallen sei. So ganz gab ich die Hoffnung jedoch nicht auf, wurde doch auch auf Stallones „Shoot Out“ ordentlich eingetreten, und der war eine kurzweilige Verbeugung vor dem 80er Jahre Actionfilm.

„Sabotage“ atmet zwar verwandte Luft zu den „Expendables“-Filmen von und mit Stallone ein, er ist jedoch näher am 80er-Feeling der beiden Action-Urgesteine dran als das beliebte Franchise, das mit seiner dritten Runde zu familienfreundlich geworden sein soll. David Ayers Werk mag man ja vieles vorwerfen können, ganz besonders manche Unglaubwürdigkeit in der dünnen Geschichte, aber zahm ist der Streifen keineswegs ausgefallen. Hier wird gnadenlos gemordet, geblutet, ausgeweidet, Körperteile zusammengesucht, hier geht knallhart die Post ab in einer gerechtfertigten 18er Altersfreigabe der FSK. Das macht zwar noch keinen guten Film aus, verleiht dem Streifen aber zumindest schon mal einen harten Look mit der Message: die politisch korrekten 90er Jahre-Actionfilme sind Vergangenheit. Arnie geht zurück zu seinen Wurzeln.

Und wenn das so konsequent und kurzweilig angegangen wird wie hier, dann verzeiht man auch die Idiotien des Drehbuchs, die eigentlich sowieso zu solch einem Film dazu gehören. Unfreiwillige Komik, absichtlicher Trash und gelungene Actionmomente waren auch der typische Mix eines „Phantom Kommando“, „Running Man“ und „City Hai“. Sicherlich hat Schwarzenegger auch in niveauvolleren Werken wie „Der Terminator“, „Predator“ und „Die totale Erinnerung“ mitgespielt, aber für ein Comeback reicht mir durchaus jener Arnie aus den Nonsens-Actionfilmen, die ohnehin niemand mit klarem Verstand ernst nehmen kann. Frei von Moral sollen sie lediglich mit Karacho unterhalten. Goethe kann zu Hause bleiben.

Dass sich knallharte Männer wie kleine Jungs verhalten, gehört dabei einfach dazu. Und wo dieses infantile Verhalten einiges am positiven Ergebnis von Werken wie „Aliens - Die Rückkehr“ kaputt macht, Werke die ernst genommen werden wollen, da weiß dieses Macho-Getue vor löchrigem Hintergrund einen sich nicht selbst für voll nehmenden Actionfilm durchaus zu fördern. Sicherlich ist in „Sabotage“ das ein oder andere vorhersehbar, und so ganz wird man nicht schlau aus der DEA-Einheit, die wie ein Bubenclub im Baumhaus wirkt und selbst nach derbsten Anschuldigungen nicht auf mehrere Teams aufgeteilt wird, aber diese Idiotien und auch das unreflektierte Reiten auf den Klischees vereinfacht eine solche Chose und gibt ihr die Möglichkeit rasant durchzustarten.

Dass ein solch plumpes Rezept mit Karacho-Doping trotzdem nicht automatisch funktionieren muss, bewies Stallones Regie-Arbeit des ersten recht drögen „The Expendables“. Ayer hingegen beweist in seiner Umsetzung, dass er ein Gefühl für Spannungsmomente ebenso beherrscht wie für die Action. „Sabotage“ ist Adrenalin pur, zumindest bis zum letzten Drittel. Die actionreiche Vorphase zur Finalsequenz kommt zahmer daher als die Actionmomente die man zuvor sichten durfte, und das Finale selbst setzt noch einen Gang zurück und bleibt zu Recht ein Diskussionsstoff darüber, ob die Szene tatsächlich so umfangreich hätte inszeniert werden müssen oder nicht. Mit der Bestechung der mexikanischen Polizei hätte der Streifen meiner Meinung nach ausblenden können. Das wäre der bessere Schluss gewesen.

Es gibt also so einige Fehlentscheidungen bei den Verantwortlichen für die Geschichte, ganz besonders was die Auflösung betrifft, und manches Auge das man zudrücken muss um Spaß an diesem Film für große Kinder zu haben. Aber immerhin kann man den haben. Und das ist das schöne daran. „Sabotage“ ist kein Film für jederman, sondern nur für Freunde des hemmungslos naiven aber ultrabrutalen 80er Jahre Action-Kinos. Schwarzenegger ist alt geworden, und ein Film von 2014 kann nur Hommage sein und nicht die 80er tatsächlich zurück holen. Aber der Unterhaltungswert ist ähnlich intensiv wie bei den vergleichbaren Schwarzenegger-Streifen ähnlicher Bauart aus besagtem Jahrzehnt.


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Kommentare:

  1. Ich fand der Film hatte durchaus gute Ansätze, doch die Handlung hat sich so doof entwickelt, dass gegen Ende sogar der Spaß daran flöten ging...

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    1. Das kann ich auch durchaus verstehen, so löchrig wie der Plot wurde. Aber ich finde der recht wirksame, teilweise Thriller-intensive Spannungsbogen und die gut inszenierte Action haben da gut gegengesteuert. Daran erkennt man was ein talentierter Regisseur trotz all der fragwürdigen Studioentscheidungen aus einem solchen Projekt retten kann.

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