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Sonntag, 17. Mai 2015

SAMURAI ZOMBIE - HEADHUNTER FROM HELL (Yoroi: Samurai zonbi 2008 Tak Sakaguchi)


Ein von den Toten auferstandener Samurai-Krieger hat es auf zwei Kriminelle und einer Familie abgesehen, nachdem diese eine Geisterstadt betreten haben...


Der Kopf-Sammler...

Wer aufgrund des Drehbuch-Einflusses von Ryûhei Kitamura glaubt hier einen zweiten „Versus“ sichten zu dürfen, der irrt. Parallelen sind zwar durchaus vorhanden, so z.B. in der Wald-Location oder in dem Zusammentreffen sich von damals kennender Wiedergeborener, in Sachen schräger Ideen und Horror-Party hält sich „Samurai Zombie“ im Vergleich jedoch etwas zurück, erzählt er doch eine eher schlichte Geschichte, die lediglich mit etwas schrägen Charakteren aufgepeppt wird und, wie für sein Entstehungsland üblich, die Zombiegeschichte um einige Geisteraspekte erweitert.

Wer also vor dem Zugreifen Bedenken hatte hier einen typisch kranken Overstil-Film a la „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ zu erwischen, dem sei Entwarnung gegeben. Der Film von Tak Sakaguchi, der u.a. auch „Mutant Girls Squad“ und „Yakuza Weapon“ gedreht hat, ist aus europäischer Sicht eher normal ausgefallen. Die schrägen Japan-Einlagen halten sich in Grenzen. Sie sind eher durch die übertriebenen Blutfontänen der Geköpften vorhanden (leider CGI-Blut) oder durch die Charakterzeichnungen der psychisch gestörten Kriminellen.

Der titelgebende Samurai-Zombie wird zwar nie in wahrlich besonderen Szenen eingesetzt, aber rein optisch weiß er zu gefallen. Zwar mit etwas debilem Blick versehen, sieht er so wunderbar vergammelt aus wie einst Jason in „Freitag der 13. 7“, und das ist schon eine Augenweide für sich. Außer ihm schlurft nur ein weiterer Zombie durchs Bild, der als Zusatz-Gag gedacht ist, da er zunächst einfach nicht sterben kann. Wer Zombies in der Mehrzahl benötigt wird mit „Yoroi: The Samurai Zombie“ (Alternativtitel) also nicht glücklich werden.

Die Komik wird neben der Charaktere auch aus dem Gore-Bereich geerntet. Da fliegen die Finger, da werden Köpfe auf Holzpflöcke gesteckt, usw. Im Gegensatz zu vielen US-Produktionen endet das Ganze glücklicher Weise nicht im sinnlosen Splatstick, da zum einen nicht mit der Gore-Komik übertrieben wird und zum anderen auch Situationskomik nicht zu kurz kommt. „Yoroi: Samurai zonbi“ (Originaltitel) will trotz herumalbernder Ader keine reine Gagparade und kein reines Schlachtfest sein. Er nimmt sich innerhalb seiner Möglichkeiten Zeit für Charaktere und für die Geschichte, die erst gegen Ende mehr Hintergrund erfährt als es zuvor scheint.

Eine gewisse Portion Drama und Kitsch sind zusätzlich vorhanden, das brauchen die Japaner einfach, selbst bei einer actionreichen, schwarzhumorigen Horror-Komödie, übertreiben tun sie damit jedoch erst in der letzten Szene, ohne die sich der Streifen dann doch eine Spur besser geguckt hätte. Zumindest ein dramatischer Aspekt des Streifens hat mir richtig gut gefallen, und das ist jener des kleinen Jungen, der von seinen Vater vor dessen Tod gesagt bekommen hat er müsse als sein einziger Sohn von nun an die Familie beschützen. Nachdem die Schwester stirbt hält er sich für einen schlechten Sohn, weil er Papas Wunsch nicht gerecht wurde. Interessant wird die Szene dadurch, dass der Vater keinesfalls die Worte ernst nahm, wie man in einem Japan-Film meinen könnte, sondern sich lediglich liebevoll mit geflügelten Worten verabschieden wollte.

Typisch Japan-Film gibt es also einen Mix aus den verschiedensten Genres zu erleben, der mit keinem davon all zu sehr übertreibt, sich deswegen aber auch mit seiner eher simpel gehaltenen Geschichte nicht sonderlich hervorhebt. „Samurai Zombie“ wird weder besonders märchenhaft verspielt wie ein „Chinese Ghost Story“, noch so mystisch durchgeknallt wie ein „Versus“. Das Ergebnis ist eher schlichter Natur, dank eines ordentlich anhaltenden Tempos und einer gewissen Sympathie die über allen Dingen schwebt aber trotzdem durchaus einen Blick wert. Von seelenlosem Mist wie „Zombie Killer“ ist das Ergebnis weit entfernt.


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