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Mittwoch, 19. August 2015

YELLOWBRICKROAD (2010 Jesse Holland u.a.)


1940 marschieren alle Bürger von Friar einen Pfad in die Wildnis entlang. Mehrere hundert Personen verschwinden spurlos, die anderen sind unter mysteriösen Umständen umgekommen. Ein Team neugieriger Amerikaner macht sich auf die Route von einst zu begehen, in der Hoffnung etwas über die Rätsel von damals auflösen zu können...


Weg des Wahnsinns...

Was wie der klassische Found Footage-Stoff klingt, eine Vermutung die durch die Vergleiche mit „Paranormal Activity“ und „Blair Witch Project“ auf dem DVD-Cover bestärkt wird, entpuppt sich als klassisch heruntergedrehter Horrorstreifen ohne Handkamera-Feeling. Das ist schon schade, denn solch ein dünner Plot lässt sich im Pseudo-Doku-Stil wunderbar verfilmen, in der Machart eines typisch heruntergedrehten Werkes läuft ein Film jedoch Gefahr den Zuschauer zu unterfordern. Und was soll ich sagen? Genau das ist passiert.

Die Regisseure Holland und Mitton hoffen jegliches Ereignis durch einen mysteriösen Grundton voller unerklärbarer Rätsel interessant halten und damit einen ganzen Spielfilm auffangen zu können. Aber schnell wird klar dass wir des Rätsels Lösung nie erfahren werden, zum Schluss mit weiteren Fragen konfrontriert werden und alles nicht wirklich Sinn ergibt. Muss es das wenn eine Geschichte über Menschen erzählt wird, die alle nach und nach dem Wahnsinn verfallen? Jein, anders erzählt hätte der reine Verfall des Geistes durchaus ein schmackhaftes Fest für den Horror-Fan werden können. Aber dann müsste es psychologische Bezüge geben oder das Talent eines Lucio Fulci surrealen Filmen den gewissen Touch zu bescheren.

„YellowBrickRoad“, der auch unter dem Alternativtitel „Der Pfad des Todes - Weg ohne Wiederkehr“ veröffentlicht wurde, langweilt jedoch schnell, da man den Bezug zur Erlebniswelt der Protagonisten verliert, die viel schneller dem Wahnsinn verfallen als dass es der Zuschauer nachvollziehen könnte. Die Methoden den Irrsinn des mysteriösen Pfades und dessen Entstehen in den Köpfen der Wanderer zu zeigen, sind nicht wirklich überzeugend. Und an der nervigsten Idee diesbezüglich, klassische Musikaufnahmen in schlechtem Ton mitten im Wald zu hören, hält man auch fast den kompletten Film über fest.

Manche Szene weiß zu gefallen, so z.B. ein recht fies umgesetzter Moment eines Genickbruchs, oder das mysteriöse Verstehen einer Meldung durch ein rauschendes Funkgerät, aber so wirklich gefallen will das alles nicht wirklich, trotz tauglicher Darsteller und einer Produktion, die rein technisch mal nicht dem schrottige unteren Standard der DVD-Veröffentlichungen angehört. Auf Found Footage-Art hat Renny Harlin einen ähnlichen Ausgangspunkt mit „Devil‘s Pass“ später wesentlich besser verfilmt. Schaut lieber den anstatt dieses zu bemühte Stück Mystery das so gar nicht vom Hocker reißen will.


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