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Sonntag, 6. September 2015

THE NUN (La Monja 2004 Luis de la Madrid)


Am Abend, an dem ihre Mutter starb, sichtete Eve eine geisterhafte Erscheinung, die wie eine Nonne aussah. Freundinnen, die einst mit ihr in eine Klosterschule in Spanien gingen, sterben ebenfalls. Eve reist mit Freunden nach Spanien, um dem rätselhaften Sterben auf dem Grund zu gehen. Die Klosterschule steht leer seit eine Nonne vor 18 Jahren dort spurlos verschwand...


Die Schutzheiligen...

Ins wahnhaft verdrehte religiöse Erziehung hat schon bei Stephen King‘s „Carrie“ gezogen und schürt den Hass auf eine selbstgerechte Religion so wunderbar, dass dieses Rezept auch immer wieder im Horrorfilm zu funktionieren weiß. Wer unter der Fuchtel einer Nonne oder eines Priesters gelitten hat, braucht nicht um das Mitgefühl des Zuschauers bangen, der ist direkt emotional am Opfer gebunden. So ergeht es uns auch im ersten Mord in „The Nun“, wenn nach einem kurzen Rückblick dessen was einst war eine erwachsene Frau im Hier stirbt.

Danach orientieren wir uns an einer eher unbeteiligten Person. Eve hat ihre Mutter verloren und versteht die Umstände dessen nicht. Durch den Generationenwechsel funktioniert der Bund mit dem Zuschauer jedoch nicht so vollkommen wie mit einem Opfer erster Generation, weswegen wir immer einen recht kritischen Blick auf Eve richten, zumindest Zuschauer die nicht zum ersten Mal einen Horrorfilm sichten. Eve ist stets einzige Zeugin und kann als einzige den Nonnengeist sehen. Die Erklärungen die hierfür abgegeben werden sind stets religiöser Natur. Ja, ist die Religion nun böse oder nicht?

Wer Produzent Brian Yuzna kennt, der kennt die Antwort, denn „The Nun“ hält sich nur an eine Wahrheit, und so ist alles nicht wie es zunächst scheint. Aber bis zu dieser Auflösung, die keinesfalls enttäuschend ausfällt, da sie  dem zuvor Erzählten nicht widerspricht, vergehen 90 Minuten Spielzeit, die für eine solch innovationslose Geschichte überraschend angenehm gefüllt wurden. Regisseur Luis de la Madrid lässt in den Mordsequenzen tolle Wasserwelten entstehen, die manchmal geradezu simpelst getrickst sind und trotzdem zu faszinieren wissen. Ein beunruhigender Grundton ist immerfort vertreten und die Figuren, so wenig man in ihrer Charakterisierung auch in die Tiefe geht, wissen ohne große Sympathie die Geschichte zu tragen. Es ist erstaunlich warum sie einem nicht egal sind.

Trotz der ruhigen Erzählweise, wie sie für einen Spuk/Fluch-Film geradezu typisch ist, hält „La Monja“ (Originaltitel) mit all seinen Ereignissen ein flottes Tempo, in einem Szenario welches zwar nie zu überraschen vermag und Momente-weise sowohl an "Dark Water" als auch an "Nightmare - Mörderische Träume" erinnert, das aber in seiner sehenswerten Umsetzung trotzdem zu unterhalten vermag. Ein großer Horrorfilm sieht anders aus, aber wieder einmal hat es Brian Yuzna als Produzent geschafft dem Horror-Fan einen netten kleinen Happen für zwischendurch zuzuwerfen. Es ist untypisch für ihn, dass er diesmal so harmlos ausfiel, dass es sogar für eine FSK 16 gereicht hat.


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