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Mittwoch, 11. November 2015

CLUB MAD (Club Dread 2004 Jay Chandrasekhar)


Ein Killer geht auf einer karibischen Insel um und tötet Gäste und Betreiber eines Ferien-Clubs...


Tödliche Ferien...

"Club Mad" hat seinen eigenen Weg gefunden Filme wie "Scream" und Co zu parodieren, ist also keine Kopie eines "Scary Movie", der selber schon Kopie war und parodiert auch nur das Sub-Genre des Slashers an sich und keinen Film speziell. Obwohl ständig gesoffen, gekifft und rumgemacht wird überrascht der Film damit niemals in plumpsten Klamauk abzurutschen. Auf der anderen Seite macht diese Horror-Komödie einem aber auch nie die Freude den großen Oberlacher zu präsentieren. Nach der ersten Szene denkt man ohnehin man wäre im falschen Film. Die ersten Vorurteile entstehen, und man drängt „Club Mad“ voreilig in eine Ecke in die er nicht gehört.

Es ist der stille Humor von Jay Chandrasekhars Film der zu wirken weiß, wenn er das Genre des Killerhorrors aufs Korn nimmt. Es werden uns viele Verdächtige präsentiert von denen die meisten nur dünnste Beweggründe hätten solch abscheuliche Taten zu begehen, was eine deutliche Kritik an die Gesetzmäßigkeiten solcher Streifen ist. Ebenso schön ist es mit anzusehen welch herrlich schlechte Ausreden sich immer wieder finden, um Grüppchen und Paare zu trennen, damit Figuren sich alleine in Gefahr bringen.

„Club Mad" verarscht viele dieser liebevollen Krankheiten des Slashers, die der Stammzuschauer gar nicht missen möchte. Die Art wie die Opfer vor ihrem Tod mit dem Killer reden verarscht Schwächen des Genres ebenso schön wie die Szene eines Horrorfilm-üblichen finalen Retters, der den Mörder auf überhebliche Art zutextet, um mitten in seinem Monolog getötet zu werden, eine Konsequenz die man in ernsten Beiträgen des Schlitzerfilmes oftmals vermisst.

„Club Mad" will das Sub-Genre Slasher jedoch nicht schlecht machen. Er stürzt sich auf die Schwächen ebenso wie er sich auf die Stärken solcher Horrorfilme stürzt. Die Effekte sind für eine Horror-Komödie mit Schwerpunkt Komödie hart ausgefallen, die Morde manchmal gar einfallsreich zu nennen und man soll es kaum glauben, aber inmitten seiner Witzigkeiten schafft es der Film sogar ab und an spannend zu werden. Zudem macht das Mörderraten sogar mal richtig Spaß, auch wenn die Auflösung des Mörders im Finale weder als besonders gut noch als besonders schlecht angesehen werden kann.

Ist der Täter dann mal enttarnt, reitet Chandrasekhar freilich noch auf dem Klischee herum, dass der Killer trotz Menschlichkeit nicht totzukriegen ist. Wenn am Ende einer der Helden genervt den toten halben Körper des Killers ins Wasser wirft, geschieht dies nicht ohne den Spruch: "Jetzt reicht‘s aber!" Leider besitzt das ewige Weiterleben des Mörders aber auch den Nachteil das Finale zu sehr zu strecken, Parodieabsicht hin oder her. Im Prinzip wird da trotz toller Absicht etwas zum Nachteil, das in ernstgemeinten Beiträgen ebenfalls zum Nachteil wird.

Aber was soll‘s, „Club Mad" ist ohnehin nicht die Krönung seiner Niesche, aber zumindest macht er Spaß mit seinen herrlich überdrehten Charakteren, den so sympathischen wie auch bescheuerten Situationen, und den spielfreudigen Darstellern. Auf entspannte Art kann der Zuschauer den nicht völlig hirnfreien Nonsens genießen und dann auch wieder vergessen. Er ist halt lediglich leichte Kost, keine die man bereut, aber schon jene der das spezielle Etwas fehlt um in Erinnerung zu bleiben.


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