Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Sonntag, 31. Januar 2016

SILENT NIGHT - LEISE RIESELT DAS BLUT (Silent Night 2012 Steven C. Miller)


In einer Kleinstadt geht zu Weihnachten ein Serienkiller im Weihnachtsmannkostüm umher...


In der Weihnachtsschlachterei...

Remakes sind immer so ein Thema für sich, selbst im Horrorbereich, in welchem die meisten Produkte an der Erwartungshaltung des Publikums orientiert sind und dementsprechend meist sehr ähnlich ausfallen. Obwohl Sequels sich meist kaum von Neuverfilmungen unterscheiden lassen, ist es eher Letzteres was Fans auf die Palme bringt als Ersteres. Dabei fallen viele von ihnen eigentlich recht sympathisch aus. Im Bereich des Slashers gab es u.a. durch Rob Zombies „Halloween“ durchaus Erfreuliches zu entdecken, auch wenn das Remake dem Original nicht das Wasser reichen konnte. „My Bloody Valentine“ fiel sogar wesentlich besser aus als die Erstverfilmung „Blutiger Valentinstag“, auch wenn sich hier die Geister scheiden.

Verfilmt man jedoch einen Horrorfilm neu, dessen Original man schon lediglich als maximal durchschnittlich bezeichnen kann, ist es nicht schwer in Form moderner, flotterer Sehgewohnheiten ein besseres Ergebnis als das Erstling zu erzielen. So ist es bei „Silent Night“ der Fall, der dem ollen, extremst lahmen und hirnrissigen „Stille Nacht, Horror Nacht“ locker das Wasser reichen kann, ohne selbst zum großen Ereignis für den Genre-Fan zu werden. Ähnlich wie das Remake „Night of the Demons“ wird er zum kurzweiligen Zwischendurchverzehr, ohne auch nur einen Hauch von Anspruch an sich selbst zu stellen. „Silent Night“ ist schnell und kurzweilig gesichtete Unterhaltung und genau so schnell auch wieder vergessen.

Vergleicht man die Handlung von „Stille Nacht, Horror Nacht“ mit der des hier besprochenen Filmes, kann man aber ohnehin kaum von einem Remake sprechen, bleibt als einzige Parallele doch lediglich der Axt-schwingende Mörder im Weihnachtsmannkostüm übrig, während sich der Rest völlig unterschiedlich voneinander guckt. Das ist dann so als ob man „Der Fluch von Siniestro“ als Remake von „Der Wolfsmensch“ verstehen würde. Übrig bleibt lediglich der Aggressor, der Rest ist ein eigenständiges Werk, sofern man das im Falle von „Silent Night“ überhaupt von einem Produkt behaupten kann, welches einer Gattung Sub-Genre angehört, in dem es eigentlich kaum Eigenständigkeiten gibt.

Was beide Verfilmungen sehr stark von einander trennt ist das Hauptaugenmerk auf die Hauptfiguren. Im Original stand der Psychopath im Fokus, den man bei seinen Taten begleitet hat. Im Remake ist es die dem Sheriff untergeordnete Polizistin, welche den Psychopathen aufhalten möchte. Das Original scheiterte u.a. an einem dümmlichen psychologischen Hintergrund der Taten, weswegen man es als die bessere Idee bezeichnen kann den leichteren Weg des Blickwinkels des Gesetzeshüters zu wählen.

„Silent Night“ versucht gar nicht erst sich in die Gefühls- und Gedankenwelt des Täters hineinzuversetzen. Wir bekommen zwar einen Auslöser aus der Vergangenheit präsentiert, aber der ist so wenig einleuchtend wie er beleuchtet wird, zumal er Alibi-mäßig auf die Schnelle, völlig unpassend zum Rest, ins Geschehen eingefügt wurde, und erst ganz am Schluss krampfhaft versucht wird ihn in Verbindung mit der Heldin zu bringen. Das Ganze wird dabei völlig unpassend in die Erzähldynamik integriert und so stümperhaft überflogen, als wolle man zwar diese Ereignisse für eine mögliche Fortsetzung vorbereiten, sich aber auch gleichzeitig absichern Besagtes der Lückenlosigkeit wegen doch besser genannt zu haben, falls es doch zu keinem Sequel kommt.

Ähnlich mutlos kommt der Rest daher, der ziemlich das erzählt was im Bereich des Slashers seit Carpenters „Halloween“ üblich ist. Freilich kommt „Silent Night“ ähnlich dümmlich daher wie man es von dieser Gattung Film gewohnt ist, auch wenn diesmal keine Teenager im Zentrum stehen, welche inhaltliche Dümmlichkeiten eher entschuldigen lassen. Spaßig ist das routinierte Treiben dennoch anzusehen, zumal man nicht auf übertriebene Goremomente setzt und Malcolm McDowell in der Rolle des arschigen Vorgesetzten der Heldin besetzt ist, was aufgrund der ihm zugeschriebenen Dummheit und dem häufigen Auftreten seiner Figur zu gefallen weiß.

Wirkliche Pluspunkte hat das Werk von „Under the Bed“-Regisseur Steven C. Miller nicht vorzuweisen, aber er ist in seiner Belanglosigkeit inmitten der immergleichen Produktionen ordentlich und flott inszeniert, ohne je einen individuellen Touch zu entwickeln. „Silent Night“ ist der typische Schnellverzehr dieser Fließbandproduktionen, der im Gegensatz zu den meisten Erscheinungen weder weh tut noch langweilt und deswegen auf ganz schlichte Art als okay durchgeht. Nach der mehr schlechten als rechten Original-Reihe habe ich mit einem wesentlich übleren Ergebnis gerechnet.


Weitere Reviews zum Film: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen