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Donnerstag, 17. März 2016

KOMPANIE DER KNALLKÖPPE (1971 Rolf Olsen)


Zwei erfolglose Vertreter werden mit jemanden verwechselt der das Militär finanziell unterstützt und sorgen somit für viel Durcheinander bei der Bundeswehr...


Die A-R-SCH-Erfindung...

Militärkomödien wissen bei mir in der Regel nicht zu wirken, und bis auf „Combat Academy“, in den 80er Jahren mit dem jungen George Clooney gedreht, fällt mir spontan auch kein Genrebeitrag zu diesem Thema ein dem ich etwas abgewinnen konnte. Die Sichtung von „Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch“ ist zu lange her um fair darüber zu berichten, „Eis am Stiel 4“ hatte seine Momente, nervte aber eher anstatt zu belustigen, „NVA“ fiel mir zu brav aus, „Ernest beim Militär“ schaffte es die ohnehin schon unterirdische Komödienreihe um Komiker Jim Varney um ein paar weitere Peinlichkeiten zu unterbieten. Und wenn dann eine Militärkomödie ausgerechnet aus der eher zotigen Zeit der deutschen Klamotten der 60er und 70er Jahre kommt, kann man eigentlich schon jegliche Hoffnung im Vorfeld über Bord werfen.

Dabei ist die gute Nachricht zunächst, dass sich viele Gesichter aus der recht amüsanten „Die Lümmel von der ersten Bank“-Reihe, wohl das erträglichste Produkt dieser Blödelzeit, sich auch bei der „Kompanie der Knallköppe“ versammelt haben. Zwar sind die wichtigsten Rollen mit Eddi Arent, Ilja Richter und Gunter Phillip besetzt, von denen nur einer einmal als Gast in einem Lümmel-Teil um die Ecke schielte, ansonsten ist aber reichlich Prominenz aus besagten Pennälerfilmen vertreten, so der Knörzerich Rudolf Schündler, Hansi Kraus, Ruth Stephan und Hans Terofal, den die meisten wohl als Hausmeister Bloch kennen dürften.

Nur leider weiß diese Zusammenkunft nicht wirklich etwas zu retten. Der in Bayern spielende Film nervt bereits durch die häufige Verwendung des dort gesprochenen Dialektes, die Geschichte folgt einfallslos dem klassischen Muster der Verwechslungskomödie und was wirklich lustig daran sein soll, wenn beispielsweise ein kleines Licht des Militärs bei der Apfelernte einen Apfel an den Kopf bekommt, dabei die Ehefrau seines Vorgesetzten von der Leiter stößt, die daraufhin Huckepack auf seinen Schultern landet, weiß wahrscheinlich auch nur jener, der über Filme wie „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ lachen kann. Da wird geblödelt ohne auf dem Fundament einer guten Idee aufzubauen, frei nach dem Motto wer zu schriller Musik herumhampelt muss bereits komisch sein.

Dementsprechend gibt es auch wirklich wenig über „Blaue Jungs in Oberbayern“ (Alternativtitel) zu berichten. Eddi Arent, der in der Wallace Reihe durch seinen ungewöhnlichen Humor aufzufallen wusste und den man nur selten als Hauptfigur in einem Film dieser Zeit besetzt sieht, weiß nicht nur nichts Niveauvolleres dem hemmungslosem Herumgeblödel hinzuzufügen, er ordnet sich sogar noch brav dem Nonsens unter, schafft es aber neben dem ebenfalls sympathischen Ilja Richter zumindest noch ab und an wenigstens halbwegs brauchbare Szenen zu bescheren, so z.B. bei der Zumüllung der Wohnung einer erhofften Kundin, bei welcher das Staubsaugermodell sich als fehlerhaft herausstellt, so dass die arme Frau das Chaos am Ende selbst beseitigen darf.

Doch Momente wie diese, die gerade noch als okay durchgehen, sucht man meist vergebens in einem Film der unter Komödie versteht dass möglichst viele Deppen einander anschreien und für Verwirrung sorgend trottelig durch die Gegend tappsen. Ich kann Komödien wie „Musik, Musik - Da wackelt die Penne“ zumindest noch als unfreiwillig komischem Trash etwas abgewinnen. Werke wie „Hilfe, ich liebe Zwillinge“ und „Unsere Pauker gehen in die Luft“ gehen für mich noch als okay durch, „Klassenkeile“ und „Immer Ärger mit den Paukern“ schaue ich sogar recht gern. Aber „Kompanie der Knallköppe“ ist solch ein penetrant unsympathisches, aufdringliches Geblödel, dass einem selbst der unterirdische „Wenn die tollen Tanten kommen“ mit Rudi Carrell und Ilja Richter automatisch gleich besser vorkommt als zuvor. Lustig ist hier so gut wie gar nichts. Rolf Olsens Werk läd leider lediglich zum Fremdschämen und frühzeitigen Ausschalten ein.


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