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Montag, 14. März 2016

THE WALKING DEAD - STAFFEL 3 (The Walking Dead - Season 3 2012 Ernest R. Dickerson u.a.)


Ricks Truppe kommt in einem Gefängnis unter, um vor den Beißern in Sicherheit zu sein. Die verloren gegangene Andrea kommt in einem kleinen Dorf unter, in welchem unter der Leitung des sogenannten Governors versucht wird zur Zivilisation zurückzukehren. Doch in dem so lieblich scheinenden Dorf brodelt ein düsterer Abgrund, den auch recht bald die Knastbelagerer zu spüren bekommen...


Die Ehefrau, das schlechte Gewissen...

Setzte die zweite Staffel hauptsächlich auf ruhige Momente, so kommt die dritte Staffel von „The Walking Dead“ schon wesentlich lauter daher. Freunde von Zombiegemetzel bekommen blutigere Bilder als bisher zu sehen, und die Häufigkeit der Auftritte der Untoten wurde im Vergleich zu Staffel 2 stark erhöht. Der neu errungene Tiefgang der Vorgänger-Staffel blieb der dritten glücklicher Weise dennoch erhalten, und auch wenn zwei der wirksamsten Figuren es nicht mehr in diese dritte Season geschafft haben, so darf man doch trotzdem überrascht sein wie gut die Geschichte auch mit den verbliebenen Figuren funktioniert.

Denen kommen freilich die neuen zu Gute, von denen man den Governor ganz besonders hervorheben muss, ist er doch ein perfekt besetzter und unglaublich vielseitig charakterisierter Schurke, dem wir mit seiner Unschuldsmine wahrscheinlich alle fast auf den Leim gehen würden. Seine Präsenz führt zu einer nach bisherigen Erlebnissen recht naheliegenden Idee. Nach dem Krieg Mensch gegen Zombies, liegt es in der Natur des Menschen dass sich nun zusammen gefundene Stämme bekriegen, um ihren hart erkämpften Standard  beizubehalten. Man mag es dem Beginn der Staffel nicht ansehen können, aber Staffel 3 handelt zentral von Krieg, und dies so einfallsreich geschrieben, dass man dieser Phase der Serie im Vergleich zu allem bislang Erzählten nun nicht mehr vorwerfen kann nur noch bereits Bekanntes der Zombie-Thematik wiederzuverwerten.

Dank guter Autoren schafft man es zudem inmitten des Kriegsszenarios genügend Raum für den für die Serie so wichtigen Dramenaspekt zu gewinnen. Wieder gehen Helden-Tode dem Zuschauer nahe, und wenn es Schreiber schaffen, dass man selbst den Tod des nervigsten Charakters der Serie betrauert, wenn auch eher wegen der zurückgebliebenen Trauernden anstatt wegen der Toten selbst, dann kann man diesen Leuten ihr Talent nicht abstreiten. „The Walking Dead - Staffel 3“ ist hoch emotional erzählt, bleibt stets menschlich und kommt nie in Versuchung die erbärmliche Political Correctness der ersten Staffel wieder aufzugreifen.

Somit ist auf sich ehrlich anfühlender Basis genug Raum gegeben für Horror, Action, Thrill und Dramatik. Manch einem mag der Soap Gehalt zu geschwätzig ausgefallen sein. Ich für meinen Teil würde darüber nur klagen, wenn er sich wie Leergeschwätz anhören würde. Das tut er aber nicht. In den Dialogen wird reflektiert, getrauert, strategisch geplant, Perspektiven ausgetauscht und manches Mal darf es auch mal philosophisch werden. Dank zwei spannender Spielorte, von denen stets jene im Mittelpunkt steht, deren Phase für die Entwicklung der Geschichte gerade die wichtigste ist, wird es auch in Leerlauf-Momenten niemals langweilig. Und mögen manche Lieblingsfiguren auch einige Zeit pausieren müssen, so geschieht dies doch stets zum Wohl der Gesamtgeschichte.

Mit Staffel 3 haben die Verantwortlichen der Serie endgültig bewiesen, dass sie die Fehler der ersten Staffel begriffen haben und nicht rückfällig werden. Unter welchen Bedingungen sich die Protagonisten ihre Menschlichkeit bewahren ist weit von der politisch korrekten Weltsicht der Season 1 entfernt und orientiert sich psychologisch durchdacht an den Begebenheiten der hier präsentierten Zombiewelt. Die Bedrohung ist stets ebenso greifbar wie die Dramatik, die Verführung des Governors nachvollziehbar und der Leidensweg Ricks so gnadenlos wie die Überraschungen, die auf den Zuschauer einregnen.

Wieder einmal haben bis auf wenige Ausnahmen ausgerechnet die interessantesten Charaktere nicht überlebt. Doch diesmal bin ich optimistisch dass dies Staffel 4 nicht schaden wird. Denn seit Staffel 2 ist die Serie auf einem guten Weg und wird dies auch wohl bleiben, schließlich wurde die Zombiewelt nun zwei Staffeln lang in ihrem Facettenreichtum, aber auch in ihrer Gnadenlosigkeit, erkannt und verstanden, und dies sieht man auch in dem Preis den die Figuren zahlen, wenn sie sich wieder einmal charakterlich von dem Menschen weg entwickeln, der sie einst mal waren. Und da macht die Serie auch vor Kindern nicht Halt.


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Kommentare:

  1. Der Gouvenour ist eine verdammt gut gezeichnete Figur im TWD Universum.

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    1. Ja, sehr vielschichtig, die Figur geht weit über den scheinheiligen Verführer hinaus.

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