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Donnerstag, 30. Juni 2016

MONSTER (2005 Jennifer Kent)


Ein kleiner Junge behauptet ein Monster würde ihn fressen wollen. Recht schnell muss seine Mutter feststellen, dass der Knabe nicht phantasiert, und so legt sie sich ins Zeug ihr Kind zu retten...


So schlicht fing alles an...

Der Babadook“ ist ein Film der bei seinem Erscheinen recht schnell von vielen Seiten als großartiges Horrorerlebnis hochgejubelt wurde. Nicht jeder weiß, dass er auf dem Kurzfilm „Monster“ der selben Regisseurin beruht, ein Streifen der ganze neun Jahre auf seine Langversion warten musste. Woran das liegt weiß ich nicht, aber die Kurzfilmvariante ist um einiges schlichter und kindlisch verspielter ausgefallen.

Wo „Der Babadook“ tatsächlich gruseln soll, da nimmt „Monster“ das übliche Treiben von Filmen ähnlicher Geschichten bzw. das Klischee des von einem Monster bedrohten Kindes generell aufs Korn. Ein wenig vergleichbar mit „Larger Than Life“, der in der Langfilmfassung zu „Arac Attack“ wurde, ist der in Schwarz/Weiß gehaltene Kurzfilm eine Hommage an den Monsterfilm, komödiantisch gehalten aufgrund seines Umgangs mit den für das Thema typischen Klischees, nie aber einen albernen Ton anschlagend.

Während die Zeichnungen im Buch im Gegensatz zur Kinoversion noch eher langweilig ausgefallen sind, weiß das Monster selbst, sichtlich verkörpert von einem Schauspieler, zu gefallen. Die Puppe die alles auslöst, und die deutlich macht dass hier inhaltlich noch einiges anders läuft als im populären Nachfolger, besitzt ebenfalls ihren Reiz und wäre durchaus ein Gegenstand, den auch ich mir in die Wohnung setzen würde.

Während der Schluss von „Der Barbadook“ eine augenzwinkernde Überraschung ist, die auf den analytischen Teil der Geschichte bezogen ein zwingend nötiges Element ist, so ist selbiger in der Kurzfilmfassung die Pointe auf die alles Erzählte konsequent hinauslaufen muss. In diesem speziellen Falle empfehle ich allen den Langfilm vor der Erstverfilmung zu gucken, würde es doch einiges vom Überraschungseffekt kaputt machen und zu vieles zuvor bereits erahnen lassen, wenn man den Schluss kennt, wohingegen er beim augenzwinkernden Originalfilm lediglich eine Vollendung in Form eines schließenden Gags ist.

„Monster“ weiß zu unterhalten und ist auch liebevoll umgesetzt, besitzt aber keine nennenswerte Stärke, die ihn von vielen anderen pointierten Horrorfilm-Verbeugungen abhebt. Ähnlich wie die ihm folgende Langfilmversion muss man das Werk nicht über den grünen Klee loben. Wer aber mal kurzweilig unterhalten werden möchte auf einer schlichten Laufzeit von 10 Minuten, der kann beim Reinschalten nicht viel falsch machen, egal ob wir hier von Horror-Fans, gestressten Müttern, oder jeglichem anderen filminteressierten Publikum sprechen.

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