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Sonntag, 26. Juni 2016

PSYCH - STAFFEL 1 (Psych - Season 1 2006 Steve Franks)


Der Nichtstuer Shawn wurde von der frühen Kindheit an von seinem Vater, dem Polizisten Henry, darauf getrimmt sich Details im Umfeld genauestens merken zu können, so dass er als Erwachsener zu einer hilfreichen Ergänzung für die Polizei wird...


Der übersinnliche Detektiv...

Was in seiner Mixtur aus „Dexter“ und „Sherlock“ zunächst recht reizvoll klingt, entpuppt sich als schnell zusammengezimmerte Massenunterhaltung, in der weder die Psychologie der Figuren zu überzeugen weiß, noch deren Umstände und Situationen in denen sie sich befinden. Anstatt auf den intellektuellen Reiz seiner Geschichte zu setzen, wählt das Drehbuch den hanebüchenen Weg eine Übersinnlichkeits-Lüge ins Zentrum zu setzen, was der kompletten Grundgeschichte nicht nur ihre Würde nimmt, sondern dem Umfeld in dem Shawn agiert ebenso. Denn wenn man nach „Psych“ geht leben in den USA nur Esoteriker oder anderweitig leichtgläubige Menschen, zumindest Leute die stets an das Übersinnliche glauben, und dies in einem solch alltäglichem Ausmaß, dass die Polizei ganz selbstverständlich ohne zu zögern oder Zweifel zu hegen Hellseher zu ihren Kriminalfällen hinzuzieht.

Als Lightversion dessen was möglich wäre könnte das Ganze eventuell noch funktionieren, wenn nicht alles so absichtlich albern, vorhersehbar und durchschnittlich umgesetzt wäre. Vom austauschbaren, peppigen, Massen-anbiederndem Titellied, bis hin zu seinen blassen Helden in lahmer stereotypischer Rollenverteilung will sich so gar nichts Einfallsreiches erkennen lassen. Die Fälle fallen lahm aus, Zufälle häufen sich zu sehr, der ohnehin schon nervige und unnötige Hellsehermumpitz wird mit zotigem Herumalbern auf die Spitze getrieben, und nie holt man wirklich etwas aus der zentralen Begabung Shawns heraus.

Psychologisch gesehen will auch der ganze zwischenmenschliche Bereich wenig bis keinen Sinn ergeben. Allein Shawns Beziehung zum Vater will nie einleuchten. Da wird man einfach mit einer Tatsache abgespeist, ohne sie zu begründen oder einen Sinn herzuleiten. Selbiges betrifft Shawns Position innerhalb der Serie. Warum macht er einen auf übernatürlichen Detektiv anstatt anderweitig zu helfen - eventuell gar als Polizist? Die Basis auf die alles aufbaut will so gar keinen Sinn ergeben.

Der absichtlich spießig, lahme und kritische Softie-Sidekick Gus will in den wenigen Folgen die ich „Psych“ eher gelangweilt als interessiert durchgezogen habe so gar nichts nützliches zum Ermittler-Duo beitragen, ist also lediglich dafür gedacht Shawn besser aussehen zu lassen, und dies teilweise mit Eigenschaften die gar nicht so lobenswert sind wie es die immergeile Spaßgesellschaft Amerikas gerne hätte. Wozu Ernsthaftigkeit ins Leben bringen, über etwas nachdenken oder einen gewissen Grad Sicherheit wollen, wenn man doch auch der gedankenlose Partymensch sein kann, für den sich auf gut Glück immer doch noch alles zum Guten wendet?

Von daher: weder die Mentalität, noch der psychologische wie inhaltliche Anspruch an den Stoff entspricht dem was für mich eine gute Serie ausmacht. „Psych“ kommt plump, einfallslos und viel zu massentauglich daher, als dass einen die 08/15-Kriminalfälle irgendwie reizen könnten. Selbst als denkfaule Feierabendunterhaltung kommt die Serie viel zu dümmlich und belanglos daher, als dass ich sie zumindest noch als Trivialverzehr ernst nehmen könnte.

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