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Freitag, 9. September 2016

BATMAN V SUPERMAN - DAWN OF JUSTICE (2016 Zack Snyder)


Nach dem Schaden den Superman und General Zod im Kampf gegeneinander hinterlassen haben, ist Bruce Wayne der Überzeugung dass Superman außer Gefecht gesetzt werden muss. Als Batman sagt er ihm den Kampf an. Zu spät merken die beiden Kontrahenten wer aus der Fehde zwischen den beiden profitiert...


Wer steht für was?...

Es schien nicht der beste Zeitpunkt zu sein um nach Jahren des Wartens den Konflikt der beiden Superhelden Superman und Batman auszutragen, wurde doch mit „Man of Steel“ aufgrund seines ethisch fragwürdigen Weltbildes und seiner unsinnigen Zerstörungswut der bislang schlechteste Superman-Film gedreht, und auf dessen Ereignissen fußt der hier besprochene Film. Ein Ben Affleck als Batman ließ auch nur die wenigsten Fans im Vorfeld in Entzückung geraten, und das Nacheifern von Marktführer Marvel war auch kein gutes Zeichen für den angegangenen Zeitpunkt, sind die Werke aus den Konkurrenzstudios doch meist hohle Materialschlachten, so wie besagter Superman-Film aus den DC-Studios, denen es an Mystik, Geist und Stil fehlt.

Um so überraschter darf man sein wie gut „Batman v Superman - Dawn of Justice“ funktioniert. Zwar bezieht sich der alternativ benannte „Man of Steel 2“ inhaltlich stark auf seinen Vorgänger, die Mentalität übernahm er glücklicher Weise jedoch nicht von ihm. Ganz im Gegenteil reflekltiert man im hier vorliegenden Film die Positionen der unterschiedlichen Superhelden im Bezug zur Gesellschaft, zueinander und zu sich selbst und wirft damit unbeantwortete philosophische Fragen auf, die aus dem Werk nun kein hochtrabenes Kopfkino machen, aber zumindest ein geistreiches Stück Popkorn-Kino, das sich somit nicht so leer und aufgeblasen guckt wie die Marvel-Konkurrenz.

Die größten Schwachstellen von „Dawn of Justice“ (Alternativtitel) finden sich schließlich auch gleich in deren Parallelen. Der CGI-Overkill mit einem etwas zu phantastisch geratenen Monster beschert uns ein Finale, welches schwächer ausgefallen ist als der restliche Gesamtfilm anstatt, wie eigentlich üblich, zu dessen Höhepunkt zu werden. Und das krampfhafte Vorbereiten, inspiriert durch Marvels „Avengers“-Erfolg, auf die im Kino bevorstehende Gerechtigkeitsliga nervt bereits in ihren ersten Andeutungen und dem Gastauftritt Wonder Womans. Wenn diese sich im Finale nun noch dazu mischt, geht dies jedoch definitiv zu weit, immerhin kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Comic-Freund, der dem Kampf Superman gegen Batman beiwohnen will, automatisch begeisterter Anhänger der Gerechtigkeitsliga ist. Andeutungen hätten reichen sollen, damit der Film bleibt was er verspricht. Das aktive Einbringen Wonder Womans im Finale macht dieses Versprechen jedoch kaputt und schwächt das fertige Werk recht heftig.

Zumindest bleibt „Batman vs. Superman“ (Alternativtitel) auch im Finale eine optische Wucht, wenn mit Effekten, wie typisch für sein Sub-Genre, für meinen Geschmack dort auch zu sehr übertrieben wird. Im Restfilm stimmt hingegen das Gleichgewicht aus Actionszenen und Zwischenmomenten. Und ob es nun die Fotografie des Streifens ist, die Kostüme sind oder die Spezialeffekte, Zack Snyders neuer Comicstreich ist ein Fest für die Augen und dank einer Tempo-reichen Geschichte mit Gehalt auch niemals langweilig.

Zudem überrascht der sonst so müde agierende Affleck mit charismatischen Auftritten, die von ihm zum Glück nicht erwarten schauspielern zu müssen. Es sind einfach Szenen in denen er optisch wirken muss. Und dies tut sein gealtertes Ich gegen alle Erwartungen gut. Als weniger überraschend erweist sich Jesse Eisenberg als tolle Besetzung Lex Luthors. Zwar wirkt sein Bösewicht ein wenig angelehnt an Heath Ledgers Interpretation vom Joker, allerdings taucht Eisenberg ihn eher in ein nerdiges als in ein all zu psychopathisches Gewand, und dies ist eine gute Entscheidung dafür, dass Lex mit Eisenberg eigentlich viel zu jung besetzt ist.

Mag man sich auch etwas zu sehr auf die Idee mit der Gerechtigkeitsliga fixieren und das Finale in Sachen Effekte etwas zu derb ausgefallen sein, so bleibt dennoch ein sehenswerter Superhelden-Film, der zwar auf Batman-Seite nicht mit „The Dark Knight“ und „Batmans Rückkehr“ mithalten kann und auf Supermans Seite nicht mit „Superman - Der Film“, der aber in Zeiten von meist geschmacksirritierten Superhelden-Filmen zumindest wieder in die richtige Richtung tendiert.


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