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Samstag, 8. Oktober 2016

WARTE, BIS ES DUNKEL WIRD (The Town That Dreaded Sundown 2014 Alfonso Gomez-Rejon)


In dem Ort Texarkana ging in den 40er Jahren ein maskierter Mann um, der wahllos Menschen tötete. Noch heute wird ein zu diesem Thema in den 70er Jahren gedrehte Thriller jährlich im besagten Ort gezeigt, was 2013 einen Nachahmungstäter dazu animierte schreckliche Morde zu begehen. Die junge Jami, die einen Angriff knapp überlebte, forscht nach wer der Killer sein könnte...


Phantome sterben nicht...

„Warte, bis es dunkel wird“ bezieht sich auf „Der Umleger“, lässt ihn in seiner cineastischen Realität ebenso Film sein wie in unserer, setzt das Original also fort, erzählt es aber eigentlich neu, da es sich um einen Nachahmungstäter handelt. Somit erleben wir hier einen Mix aus Neuverfilmung und Fortsetzung in einem Meta-Gewand, für dessen Verstehen man das 70er Jahre Original glücklicher Weise nicht kennen muss, ist es doch arg unbekannt und auch relativ belanglos umgesetzt. Im Zuge des kleinen Erfolges des hier besprochenen Streifens hat er es mittlerweile dennoch in Deutschland auf DVD geschafft, so dass Nichtkenner der Streifen ruhig eine Doppelsichtung angehen sollten für einen sympathischen, kleinen Themenabend.

Alfonso Gomez-Rejons Werk, das man nicht mit dem titelähnlichen Audrey Hepburn-Klassiker „Warte, bis es dunkel ist“ verwechseln sollte, ist inszenatorisch ein waschechter Slasher geworden, was ihn vom Original unterscheidet, der vor der ersten Slasherwelle entstanden ist und ohnehin nur Elemente aus dem Horrorbereich besitzt, vielmehr jedoch ein Thriller und Kriminalfilm ist. Erst „Warte, bis es dunkel wird“ setzt den optisch an Jason aus „Freitag der 13. 2“ erinnernden Killer um wie es der Horror-Fan heutzutage sehen will, sprich er lässt den Mörder härter zuschlagen und setzt ihn in gruseligeren Situationen ein. Es gibt ebenso eine Scream-Queen, wie auch eine Auflösung, von Letztgenanntem sollte man jedoch nicht zu viel erwarten, ist die Mörderaufdeckung doch ziemlich egal, hanebüchen und zu sehr abgeguckt von einem unvergessenen Horrorwerk aus den 90er Jahren.

Ansonsten ist dem recht spät ins Regie-Fach wechselnden Gomez-Rejons, der als Folgefilm das Drama „Ich und Earl und das Mädchen“ anstatt einen weiteren Horrorfilm abgeliefert hat, ein ordentlicher Genre-Beitrag geglückt, der mit nicht all zu hohen Erwartungen zu gefallen weiß, irgendwo unter dem Unterhaltungswert von „My Bloody Valentine“ und über dem von „Silent Night“ angesiedelt. Etwas mehr Mut zu Innovationen hätte dem Streifen gut gestanden, das ist leider nicht geschehen, aber inszenatorisch ist er professionell genug abgedreht, sein Spannungsbogen ist zumindest im Routinebereich angesiedelt und sein Unterhaltungswert ist dank der flotten Umsetzung hoch genug, um nie leicht gelangweilt auf die Uhr oder die Laufzeit zu schielen.


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1 Kommentar:

  1. Ich glaub, ich guck trotzdem lieber den Audrey Hepburn-Film. ;)

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