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Samstag, 3. Dezember 2016

SHE'S THE MAN - VOLL MEIN TYP! (She's the Man 2006 Andy Fickman)


Da ihre Fußballmannschaft aufgelöst wird, bevor sie ihr Können den Talentsuchern Amerikas präsentieren kann, wechselt Viola auf die Schule ihres untergetauchten Bruders, um als er verkleidet diese Chance nachzuholen...


Nie duschen können...

Was sich trotz simpler, schlichter Umsetzung in den 80er Jahren mit „Als Junge ist sie spitze“ sympathisch umgesetzt schaute und umgekehrt erzählt in den 90ern mit Corey Haim in „He‘s My Girl 2“ ebenso, will transferiert auf das Teenie-Kino der 00er Jahre einfach nicht funktionieren, kommt „She‘s the Man“ doch einfach zu laut daher. Zwar lässt man die zu schrillen Töne und den im Teenie-Genre so gern verwendeten Fäkalhumor weg, dennoch ist das Werk von „Die Bestimmer“- und „Der Kaufhaus Cop 2“-Regisseur Andy Fickman zu unsensibel ausgefallen. Immer muss Amanda Bynes in ihrer Hauptrolle alles mimisch aufgesetzt kommentieren, und bereits deutliche Umstände werden noch einmal ausgesprochen, damit sie auch für den letzten Zuschauer klar sind.

Viola sieht nie glaubwürdig wie ein Junge aus, was im Gegensatz zum Corey Haim-Vergleichsfilm nicht einmal comicartig schundig genutzt wird um daraus wieder einen gewissen Charme zu ziehen. Hierfür fehlt den Verantwortlichen des Filmes jegliches Gefühl dafür Comicelemente so einzubauen, dass die Stimmung des Streifens damit eingefangen wird. Jegliche diesbezügliche Übertreibung stielt der Komödie stattdessen ihre Glaubwürdigkeit, wenn z.B. der unlustig ewig schwätzende Schulleiter genau frontal vor Viola steht, so dass er eigentlich sehen müsste wie sie versucht sich eingeklemmt im Aktenschrank zu befreien. Und jeder Mitbewohner würde in Kombination mit der hellen Stimme spätestens beim Aufdecken des Tampon-Verstecks keinen Mann mehr im Gesicht der Frau sehen. Die Illusion ist einfach dahin. Trotzdem will man sie unbedingt weiterhin erzwingen, was einfach nicht funktionieren kann.

Das wären alles unangenehme Seiten, die ein charmant besetzter Film auffangen könnte, der mit seiner Love Story oder einfach nur mit seinem Hauptcharakter Sympathiepunkte einfangen würde, aber auch das ist bei „American Peach Pie“ (Alternativtitel) nicht der Fall. Selbst die in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ so sympathisch überdreht agierende Julie Hagerty dreht hier wahrscheinlich nur auf, völlig befreit von ansteckendem Spaß, da man es von ihr als Semi-Promi erwartet.

Nein, lustig sieht anders aus, und wirkliche Romantik wollte man in der zu Fußball-dominant ausgefallenen Geschichte scheinbar gar nicht erst erreichen. Die Verwicklungen sind einem egal, da nie Verbindung zur Hauptfigur eingefangen wird, und das Drehbuch geht ohnehin den leichtesten Weg, leider auch gerade immer dann, wenn Viola wirklich einmal in brenzlige Situationen tappt. Meiner Meinung nach hätte man sich zumindest anfangs Zeit bei der Ausbildung zum Mann lassen können, wird hier doch lediglich angedeutet, dass Viola von ihrem Friseur diesbezüglich trainiert wird. Da hätte man doch was draus machen können...


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