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Dienstag, 7. Februar 2017

THE WALKING DEAD - STAFFEL 6 (The Walking Dead Season 6 2015 Greg Nicotero u.a.)


Rick und seine Truppe setzen alles daran Alexandria sicherer zu machen. Selbst als die Stadt von Plünderern überfallen und von Zombies überrannt wird, ist dies nicht das Ende dieser Zufluchtsstätte für Überlebende...


Übermut kommt vor dem Fall...

Nach den etwas wackeligen, wenn auch mit großartigen Momenten versehenen, Staffeln 4 und 5 weiß Staffel 6 wieder zu alten Stärken zurückzufinden, konzentriert sich intensiver auf seine wichtigsten Szenarien, um den Zuschauer auch wirklich Teil einer Geschichte werden zu lassen, während man sich nebenbei weiterhin die Freiheit gönnt sich genügend Zeit für Nebensächlichkeiten zu nehmen. Figuren werden nicht auf die Schnelle abgearbeitet, sie werden vertieft, bekommen neue Facetten beschert, sie wachsen mit den Verändrungen der Geschichte, der eine in die eine, der andere in die andere Richtung.

Der Mix aus Action- und Ruhephasen ist hervorragend gewält. Endlich merkt man wieder, dass die Autoren genau wissen was sie erzählen wollen. Und von Glenns pseudo-philosophischem Geschwafel über das Zusammensein von Menschen einmal abgesehen, welches eine Teenagerin über sich erdulden muss, finden sich auch genügend tatsächlich philosophische Momente, Szenen die zum Nachdenken anregen, die Grundlagen interessanter Diskussionen sein können, einfach Momente die mehr als der Theatralik eines Soap-Stoffes dienen, sondern clever die Welt der sechsten Staffel reflektieren.

Wenn die letzten drei Folgen die Dinge ein wenig ruhiger angehen, wirkt dies zunächst wie ein gekonnter Übergang zum nächsten großen Szenario. Wenn dies Ende der letzten Folge tatsächlich in Kraft tritt, ist die Enttäuschung jedoch eher groß. Eine ewig durch Hörensagen vorbereitete mystische Figur entpuppt sich als Plappermaul, dessen Geseier zumindest in der Deutschvertonung lediglich nervt, und die eigentlich beunruhigende Situation banal wirken lässt - was sie nicht ist, wie uns die kommende Staffel beweisen wird. Es ist dennoch schade, dass die Einleitung des Abgrundes, der auf Ricks Truppe zukommt, so mager ausgefallen ist. Das ist aber auch der einzige größere Tiefpunkt einer ansonsten atmosphärisch sicher erzählten, interessanten, cleveren und spannenden Staffel, die sich meist über Ursache und Wirkung bewusst ist, in ihren besten Momenten sogar über die Psychologie ihrer Figuren. Der maue Schluss lässt mich jedoch trotzdem erst einmal ernüchtert auf Staffel 7 warten.


1 Kommentar:

  1. Ich fand gerade das 'Plappermaul' richtig gut. Zumindest mag ich die Figur des Negan sehr gern. Und der plappert im englischen auch nicht weniger. ;)

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