30.01.2020

THE AVENGERS (2012)

Der Bruder Thors entwendet der Organisation S.H.I.E.L.D. einen außerirdischen Würfel, mit dessen Hilfe er eine Alienarmee auf die Erde befördern möchte, um die Menschheit zu unterjochen. S.H.I.E.L.D. trommelt sämtliche Personen mit übernatürlichen Fähigkeiten zusammen, um den mächtigen Gegenstand zurück zu gewinnen, doch erst mit Ankunft der aggressiven Gegner aus dem All schaffen sie es sich als Team zusammen zu schweißen...

Einer, der gerne ein Gott wäre...

Man blickt nicht leicht durch, wenn man nicht jeden Marvel-Film sichtet, was geradezu erwartet wird, um den an sich nicht komplex ausgefallenen "The Avengers" komplett zu verstehen. Zwar kenne ich die Vorgeschichte des kosmischen Würfels durch "Captain America", weiß welche Personen zu "Iron Man" gehören und manch andere Zusammenhänge auch, aber warum Hulk beispielsweise in einer Szene ein ungebremster Aggressor ist und in der nächsten lediglich ein wütender Team-Player blieb mir ein Rätsel. Gibt es da Hintergründe, die ich kennen muss, oder ist ein solcher Bruch in der Logik einfach der Naivität des Stoffes geschult? Denn bei aller brisanten Umsetzung im Meer an CGI-Effekten ist der Film um die Entstehung der Avengers-Gruppe nicht gerade intelligent ausgefallen. Ich weiß, das soll er nicht zwingend sein, hier zählt die Action, aber ein wenig geistreicher hätte das Gekloppe der Schar Superhelden dann doch ausfallen können.

Zumindest schafft es das Konzept der ganzen Chose, allen Helden gleichermaßen gerecht zu werden. Einige von ihnen kannte ich noch nicht, manche von ihnen werde ich mir als Einzelfilm auch nicht antun, aber es ist schön dass man sich für die Einführung der einzelnen Figuren genügend Zeit nahm und ihnen diese auch dann noch lässt, wenn sie zusammen finden. Tatsächlich ist "The Avengers" immer dann am besten, wenn er sich kurz Zeit für die Charaktere lässt. In seinen Spezialeffekt-überladenen Kampfsequenzen weiß er zwar auch zu unterhalten, aber nicht vollends zu interessieren, geht von den Außerirdischen doch keine weitere Bedrohung aus, als ihre große Anzahl. Das ist der einzige Grund, warum nicht ein einzelner Held der Sache Herr werden kann und das komplette Avengers-Team benötigt wird. Etwas gehaltvoller hätte die Bedrohung und die Geschichte um sie herum dann doch ausfallen können.

Letztendlich lebt ein erster Film dieses Teams freilich von dem Effekt alle lieb gewonnenen Helden vereint in einem Film zu sehen. Wahrscheinlich hat man sich deswegen um keine ausgeklügelte Geschichte bemüht. Mir als gelegentlicher Gast im Marveluniversum reichte dieser Schwerpunkt jedoch nicht aus, sympathisiere ich doch nur mit einigen wenigen Figuren im Mittelpunkt, die meisten sind mir schlichtweg egal. Es ist somit nicht mein Hype, wohingegen ihn andere sicherlich fühlen werden. Wie gerecht oder ungerecht es deswegen ist, darüber Kritik zu üben, wenn man nicht zum Zielpublikum gehört, sei einmal dahin gestellt. Letztendlich sei aber bitte zumindest jene Äußerung gewährt, dass sich in solch viel zu ernster Inszenierung manches Herumgehampel im Superheldenkostüm ein wenig lächerlich anschaut, ein Eindruck der sich glücklicher Weise nur gelegentlich bemerkbar macht, wohingegen der packende Comicaspekt ansonsten zu greifen weiß. Für meinen Geschmack ist das alles zu heiß aufgeladene Leere, gepackt in ein nicht enden wollendes Effektgewitter. Umso erstaunlicher ist es, dass mich das Ganze auf schlichter Ebene eigentlich passabel unterhalten hat. Bedenkt man jedoch all die Energie, die harte Arbeit und das viele Geld, das hinter solch einem Projekt steckt, ist das trotzdem ein viel zu schlichter Eindruck für solch einen Aufwand.  OFDb

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