22.10.2021

HILFE, ICH BIN UNSICHTBAR (1951)

Der Schuldeneintreiber Fritz bekommt Streit mit seiner Frau. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag gab es wieder einmal eine Explosion in der Küche, wie es schon des öfteren vorkam, wenn er in seiner Freizeit mit seinem Hobby-Labor experimentierte, um eine Formel für Unsichtbarkeit zu finden. Was er nicht schafft, scheint ein Schausteller auf der Kirmes zu beherrschen, und als Fritz dessen Trick mit dessen Apparaturen einen Tag darauf heimlich an sich selbst ausprobiert, wird er tatsächlich unsichtbar. Da der Schausteller ihm nicht helfen will wieder sichtbar zu werden, wendet sich Fritz' Leben zum negativen, da er zum einen unsichtbar sein Umfeld erschreckt, und er zum anderen als Anti-Alkoholiker einzig mit Alkohol wieder kurzfristig sichtbar werden kann, womit er im betrunkenen Zustand auch nicht gerade zu jenem Menschen wird, den man gern um sich haben möchte...

Das seidene Taschentuch...

Man kann nicht gerade behaupten, dass "Hilfe, ich bin unsichtbar" auf direkten Weg zu seinem titelgebenden Aufhänger findet. Zwar ist es schön zu sehen, dass hier weder gehetzt wird, noch zusätzliche Faktoren der Geschichte vernachlässigt werden, aber es dauert schon arg lange bis Fritz unsichtbar wird, und auf dem Weg dahin versprüht er nicht gerade Sympathie. Das mag mitunter auch am Zeitgeist liegen, aber mit Augen von heute erscheint Fritz nicht schelmisch egoistisch, wie es z.B. bei diversen Rollen Peter Alexanders der Fall war, Fritz wiegt sein unsoziales Verhalten einfach mit nichts auf. Er mag ein sanfter Geldeintreiber sein, und seine stets kurzfristige Reue ist echt, aber warum seine Ehefrau so enorm an ihm hängt, das versteht man aufgrund seines wiederholenden Verhaltens nicht. Ebenso ergeht es einem mit eigentlich negativ gezeichneten Figuren, die den Phantasten nicht verstehen. Deren Sichtweise teilt man als Zuschauer eher, als jene der eigentlichen Identifikationsfigur Fritz. Zudem kommt die Geschichte trotz leichtfüßiger Erzählung etwas arg schleppend voran. Nichtigkeiten, wie der Streich des kleinen Jungen, ziehen die ohnehin schon umständlich schnörklig angegangene Chose unnötig in die Länge, ohne den Erzählwert damit zu bereichern. 

Und kommt die Geschichte endlich einmal an jenem Punkt an, auf den man so lange gewartet hat, überrascht "Help, I'm Invisible" (Alternativtitel) eher negativ mit dem schlichten Umgang der Thematik, wird sich doch nie richtig ins Unsichtbarsein hineingedacht und nutzt man diesen Bereich doch eher für manche Verwirrung aufgrund des wechselnden Zustands von sichtbar und unsichtbar sein, sowie für Humor bezüglich unmöglichen Verhaltens unter Alkoholeinfluss. Der erwachsene Kindskopf wird lediglich aufgeschreckt, hoffnungslos im Teufelskreis aus Alkohol und Nichtsichtbarsein gefangen, und selbst dieser Faktor wird nicht analytisch als Sinnbild für das Unsichtbarsein innerhalb des eigenen Umfeldes verarbeitet, sondern schlichtweg für zahme Scherze. Würden diese etwas treffsicherer ausfallen, gäbe es nicht wirklich etwas zu meckern, schließlich erwartet man hinter einem Projekt wie diesem, besetzt in der Hauptrolle mit Theo Lingen, ohnehin automatisch einen leichten Stoff. Aber für meinen Geschmack war das alles nicht lustig oder sympathisch genug, und der Erzählstrang selbst arg ungünstig gewählt. Sicher kann man sich den Streifen bei wenig Erwartung einmal geben, am besten mit einem Auge, während man noch nebenbei einer anderen Beschäftigung nachgeht (der ideale Bügelfilm?), aber man hat wahrlich nichts verpasst, wenn man die an sich gut besetzte Komödie ignoriert. Auch die Auflösung weiß nicht zu gefallen, zumal man sie aufgrund des Zeitpunkts, an dem das Titelthema beginnt, leicht vorhersehen kann und sie somit nur erneut  die Einfallslosigkeit des Autors unterstreicht. "Die unsichtbare Frau" war elf Jahre zuvor wesentlich kurzweiliger.  OFDb

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